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Urbane Legenden XI Die Science Fiction braucht eine Auszeit
Urbane Legenden - Die wöchentliche Kolumne von SF-Radio.net
Nach 10 Wochen Pause und etwas früher als geplannt melden sich die Urbanen Legenden zurück. Das SF-Radio Team wünscht gute Unterhaltung.
Die Science Fiction braucht eine Auszeit
Es gibt so Tage im Leben, da geht grundsätzlich alles schief. Beim Aufstehen muss man feststellen, dass das örtliche Kabelnetz sich zum wiederholten Male eine Auszeit gönnt. Die Kaffeemaschine beschließt, dass an diesem Morgen gelblich Brühe meine Lebensgeister wecken soll und das Internet ist so quälend langsam, dass man das Gefühl hat die Zeit würde rückwärts laufen. Wenn das moderne Leben sich also dazu entschließt einen zu sabotieren entdeckt man so manche alte Tugenden wieder, wie zum Beispiel das Lesen. In Männerkreisen machen Gerüchte die Runde, dass Frauen die einen Schuhladen betreten, diesen nicht ohne einen Karton unter dem Arm verlassen. Der Wahrheitsgehalt dieses Gerüchtes sei mal dahingestellt, aber sollte es doch weibliche Geschöpfe geben, die dieser Schwäche verfallen sind, so will ich ihnen sagen, dass ich sie verstehen kann. In etwa so geht es mir, wenn ich einen Buchladen betrete.
Doch sollte mir diesmal auch von der Literatur ein Strich durch die Rechnung gemacht werden. Im Buchladen meines Vertrauens, welcher übrigens mit einer sehr grossen Science Fiction Abteilung gesegnet ist, wollte kein einziges Buch mein Interesse auf sich ziehen. Dafür sah ich eine Menge 08/15 Military SciFi und eine Menge Zyklen, doch wer will schon mal zwischendurch einen siebenbändigen Zyklus assimilieren, den man eigentlich schon mal unter dem Namen "Der Wüstenplanet" gelesen hat. So begleitete mich dieses mal ein Buch nach Hause, welches nur im entfernteren Sinne unter den Begriff Science Fiction fällt. Im Nachhinein kann ich mich nicht beschweren, denn "Der Schwarm" war wirklich kurzweilige Unterhaltung und ich danke Herrn Schätzing für diese amüsanten und zugleich interessanten Lesestunden, doch bleibt der bittere Nachgeschmack für mich als SciFi–Fan, dass ich nun schon Thriller als Science Fiction verkauft bekomme.
Man könnte natürlich sagen, dass alles was irgendwo neue Wege geht schon als SciFi zu bewerten ist, doch sträubt sich mein Inneres dagegen. Auch Orwells "1984" und Bradburys "Fahrenheit 451" sind nicht in einer imposanten Weltraumatmosphäre angesetzt, doch bleibt nach dem Lesen doch der süße Nachgeschmack der Science Fiction. "Der Schwarm" rief einen solchen Nachgeschmack in mir nicht hervor. Nein, "Der Schwarm" ist ganz eindeutig keine SciFi. Jedoch muss man als Fan immer öfter auf genrefremde Romane zurückzugreifen, da im favorisierten Genre einfach nichts nachkommt, was der Aufmerksamkeit wert wäre. Immer wieder werden dieselben Romane mit anderen Handlungsorten und anderen Charakternamen unter einem anderen Namen verkauft. Wen wundert es da, dass immer weniger Science Fiction publiziert wird.
Doch diese Seuche beschränkt sich bei weitem nicht nur auf die Literatur. Ist es nicht bezeichnend, dass die erfolgreichste Science Fiction Serie der letzten Jahre ein Remake einer Serie aus dem Jahre 1978/79 ist? Ist es nicht bezeichnend, dass neuere Serien wie "Andromeda" und "Farscape" floppen und die Fans den Machern vorwerfen, keine neuen Ideen in die Serie eingebracht zu haben? Ist es nicht bezeichnend, dass der nächste als Hardcore SciFi angepriesene Film, eine Verfilmung eines Romans von Philip K. Dick ist? Dabei ist "Der dunkle Schirm" (A Scanner Darkly) nicht mal wirkliche Science Fiction.
Vielleicht sollte das ganze Genre sich mal eine Pause gönnen und einige Ideen sammeln die das Publikum wieder auf seine Seite ziehen würden. Vielleicht brauchen wir eine Pause von der Science Fiction damit wir uns wieder dafür begeistern können.
Es ist ja nicht so, dass es nichts anderes zu lesen gäbe.
Es grüsst voller Hoffnung.
Euer Jacob
Quelle: SF-Radio
Die Meldung wurde am 16.04.2006 00:00 Uhr durch veröffentlicht.
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16.04.06, 01:42 Uhr
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vorlon2001
unregistriert
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ja ich kenn das problem!!!
war es bis vor ein/zwei jahren so das die sf/fantasy regale in mehr oder WENIGER guten Herr der Ringe - Epigonen ertranken, ertirnken sie jetzt größtenteils in völlig anspruchslosen sf-titeln mit noch anspruchsloseren covern 
ich für meinen teil bin froh, dass mir noch der eine oder andere klassiker fehlt - u da es die meisten davon eh nich aktuell gibt bin i so wie so auf ebay/amazon(gebraucht) und/pder flohmärkten unterwegs und da findet sich dann immer mal das eine oder andere!!! buchläden sind im moment einfach nur langweilig!!! (zumindest was SF/FANTASY sngeht)
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16.04.06, 02:21 Uhr
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vic venom
unregistriert
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An "uns" kann das wohl kaum gelegen haben, daß Unternehmungen wie "NewVoyages" origineller sind, als manch andere SF.
Ja: es gibt derzeit schlechte SF, jedoch liegt das ausschließlich am System der Ver"sendung" und der Art und Weise Staffeln in die Länge zu ziehen, ständig und immer wieder das selbe durchzukauen - kurzum: am medialen Umbruch.
Die F-Wirtschaft sucht Ihre Möglichkeiten in DRM und Ähnlichem, neue Vertriebsstrukturen werden aufgebaut aber die Wasserköpfe mit SF-unbegabten Managern und Produzenten, die nicht hinter einem Produkt sondern nur hinter der Vermarktung stehen, werden seit JAHREN nicht entfernt.
Nehmen wir das Beispiel "Enterprise". Aufgrund einer Expertise habe ich die ganzen Staffeln angesehen zzgl. "Babylon 5" - nun gut, es ging dabei um Designstudien und den Einfluß von Settechniken und Setkünstlern bezgl. schnellem Auftragsdesign - aber egal.
[Das war für eine Elektronik-Band zur Realisierung eines Live-CGI-Webkonzerts bzw. dem Zwecke von SF-Endzeit Design, will sagen Liveconzert mit animierten Sachen drumherum bzw. einer Art SF Image, jedoch nicht vom Jetzt & Heute entbunden. Nun, ein L-C-W wird wohl noch 5 Jahre dauern, aber der Rest ist wohl demnächst zu bewundern bzw. zu hören :-> keep looking for virtualicer :-> mehr kann ich nicht sagen, sonst gibts Ärger).
Bei Enterprise waren ausschließlich sehr fähige, nicht zu sagen, sehr gute Schauspieler zu Gange. Nur was soll man davon halten, wenn solche Leute wie Berman Folgen drehen lassen, in denen eine fast ähnliche Situation gezeigt wird, wie sie in Star Trek VI zu sehen ist ?
Einem Film, der als VHS/DVD bereits seit Jahren erhältlich ist. Einem Film, dessen Idee den Umbruch im Osten wiederspiegeln sollte. Unorigineller hätte man mit solch einer Folge nicht schneller einen ganzen Film "unwichtig" gemacht. Berman schafft das jedesmal. Da spielt es keine Rolle, daß Berman damit sagen wollte: "Hey es gibt auch liebe Klingonen". Es schüttelt einen nur. SF lebt nicht von ausleuchten, sondern vom Anreißen von Themen. Man ließ dem Leser oder Zuschauer immer noch Platz, sich seine eigenen Gedanken zu machen.
Nun, gibts nit mehr.
Es gibt nicht eine einzige Produktion dieses Herren, wo er nicht versucht "cleverer" zu sein und dabei nicht merkt, daß er Anderes mit seinem Hintern wieder einreißt.
FALSCH IST
"Wir legen die Serie auf mind. 5 Jahre aus ... suchen 3 Themen, die wir kulminieren lassen und kleistern was drum rum"
RICHTIG IST
"Wir erzählen eine Geschichte, nicht immer - aber öfter chronologisch - die Serie endet, wenn sie erzählt ist"
Das was du hier von dir gibst ist nichts anderes als die Mitteilung: "Bitte nicht mehr füttern, ich platze bereits". Oder auch "Ich sitze hier uns sinniere über den Alltag. Ich bin ein Reflektierer."
Wie wäre es mal mit "Hey, kreiert euch doch selbst eure SF" oder "Fangt an zu schreiben!" Nur "Fressen" ohne "Arbeiten" ist doch irgendwo sinnlos."Heulen", "Zethern" und das ständige "Hoach, warum gibts net mehr bessere SF". Nun: weil ihr zuviel Marketingmüll gefressen habt 
"Gestorben" ist das Genre an der Industrie, an Ratingvorgaben, an Zielgruppenforschung. Das genau hat solche Leute herausgebracht wie Berman. Ich sage nicht, daß er Star Trek nicht mochte oder mag. Aber er hat es nicht verstanden. Genauso wie man nicht verstand, das "Ficken" nicht nicht zum Thema einer Serie gemacht werden sollte, die als Ziel eine ganz andere Thematik ansprach - gemeint ist hierbei das Babylon 5 "Excalibur"-Desaster. Roddenberry hatte sein Baby, JMS hatte sein Baby. Andere haben auch eines. Ok, einige wie Lucas kümmern sich zu wenig drum 
Vielleicht sollte man endlich einmal offensiver mit der Finanzpolitik im Medienbereich umgehen, die dahinter steht. Es ist nun mal POLITIK im Sinne von WIRTSCHAFT. Auf Briefings wird doch wohl nicht darüber geredet, wie sich welche Figur in einer Serie wie entwickelt ? Nein, da gehts meistens ums Geld, Ratings und um die Kinderfotos, die ausgetauscht werden.
Lapidar: der Zuschauer ist hier scheißegal. Die Herren und Damen in den entscheidenden Postionen verstehen ja noch nicht einmal, warum eine Serie nicht ankommt. Sie verstehen es einfach nicht und dirigieren dann diese Serie in eine Richtung, wo Marktforscher meinen, das wäre die richtige welche.
Ich habe es euch vor 1 Jahr angeboten, "Politik" Hintergrundmaterial zu recherchieren, weil ich in diesen "Medien"-Kreisen tätig bin. Lapidare Antwort "Brauchen wir derzeit nicht...". Das wäre sogar umsonst gewesen, alles nur um endlich dem gemeinen Volk einmal zu zeigen, was wirklich in diesen Produktionsfirmen abgeht.
Aber egal. Das Thema ist zu lang, als das man hier viel drüber schreiben könnte. Jedoch wird der Tag kommen, wo wieder 1 Roddenberry über Star Trek wachen wird. Und dies ist sicherlich keine Sinniererei, sondern dies zeichnet sich ab. Nun ja, Quellen sind auch nur Quellen, allerdings sitzen einige davon im Office 
Lob an den aktuellen "ST Abteilungsleiter" bei Paramount, daß er einige Wasserköpfe gefeuert hat. Ich wäre nicht verwundert, wenn wir einen Archer irgendwann mal wieder sehen. Herr Bakula ist ein ausgezeichneter Schauspieler und sehr gesellig, wenn man ihn spricht. Aber was sagen schon 5 min über einen Menschen aus.
Eines weiß ich aber: Star Trek hat auch einige gute Leute verloren wie Herrn Shattner + Crew, der sterben durfte, Herrn Bakula + Crew, die abgesetzt wurden und sicher einige andere. Diese Next Generation Crew war solange gute, solange sie als Serie lief. Als dann die Filme, wahrscheinlich unter Bermans Aufsicht etc, ins Kino kamen, veränderte sich alles.
Nun, ich weiß es nicht genau, aber Herr Roddenberry starb ja nun genau während der Serie, oder doch nicht ? Man möge mich korrigieren. Aber die Filme diese Crew fand ich ausnahmslos "böse". Will das wahre Wort hier nicht sagen. Man hätte es ganz anders machen und besser können. Der Wert einer Sache steigt, wenn sie rar ist. 1. Grundsatz beim "guten" Marketing.
Star Trek - Der Trek zu den Sternen.
Nun davon war die letzten Jahre nicht mehr viel übrig geblieben.
Okay, schluß nun. Aber: warum rede ich hier die ganze Zeit über ST? Bin kein Trekkie, mag lediglich die Originalserie, Filme 1-6, einen Teil der TNG Serie und einen Teil der Enterprise Serie:
Weil es jeder noch so Blinde an diesem Beispiel am besten sehen kann.
PS: Einige "mögen" mich nicht , gut so. Denn bald haben Sie die Gelegnheit mich noch weniger zu mögen. Man sieht sich im Netz demnächst. Ich sage nur: "Googlen macht Spaß".
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16.04.06, 11:03 Uhr
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Oz
unregistriert
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kleine Anmerkung:
"doch wer will schon mal zwischendurch einen siebenbändigen Zyklus assimilieren, den man eigentlich schon mal unter dem Namen "Der Wüstenplanet" gelesen hat" ... hmm... da fehlen 5Bände, wenn ich mir mein Regal so angucke. Plus die "bald" erhältlichen Nachfolger des originalen Zyklus, wurde da nur die Hälfte assimiliert
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16.04.06, 12:28 Uhr
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Pellos
unregistriert
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Ich kann dem Ganzen überhaupt nicht zustimmen. Der Science Fiction geht es momentan doch ausgezeichnet (zumindest, wenn man sich nicht auf Übersetzungen beschränkt). John C. Wrights Golden Age Trillogie ist unvergleichlich und das beste, was seit dem Ende des Cyberpunk-Zeitalters erschienen ist. Neal Asher ist einer der phantasievollsten Autoren die es je gab, wauch wenn er eine Vorliebe für unnötiges Geballer als Schluss hat. Stephen Baxter und Alastair Reynolds führen die klassischen Science Fiction Zweige weiter und fallen nicht hinter den Großen Alten (Clarke,...) ab. Und so weiter, und so weiter. Die Science Fiction hat sicher nicht ihren Tiefpunkt erreicht.
Noch weniger hat die Fantasy, wie vorlon2001 behauptete, einen Tiefpunkt erreicht. Die Fantasy hat momentan ihren bisherigen Höhepunkt. Stephen Erikson, George R. R. Martin und R. Scott Bakker schreiben Epische Fantasy, wie sie sein sollte. Ohne in irgendeiner weise Tolkien zu kopieren. Dann wäre da noch China Mieville, dessen Bes Lag Romane sich jeder Genreeinteilung entziehen. Ähnliches gilt für Jeff VanderMeer. Bemerkenswert ist auch Ian R. MacLeods "Light Ages".
Noch eine Anmerkung zu den neuen Wüstenplanet Büchern: Die sind absoluter Dreck.
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16.04.06, 12:31 Uhr
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Pellos
unregistriert
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@ Anubiz: Der Kantaki-Zyklus (es sind nicht nur drei Bücher, denn es kommt eine zweite Trillogie dazu) ist zwar nett und schön, doch wirklich weltbewegend ist er nicht. Ringo und Weber dagegen sind typische hohle SF, wie sie am Fließband geschrieben wird. Sorry, doch damit kann ich absolut nichts anfangen.
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16.04.06, 12:58 Uhr
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Berry
unregistriert
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Eine Auszeit für Sci-Fi? Aber nicht doch! Ich will nur mal wieder eine Form der Sci-Fi mit der ich was anfangen kann! Und egal ob in Buchform oder als Film. Event Horizon war ein guter Film, aber nicht die Art von Sci-FI, die mich anspricht. ALIEN sind klasse Filme, aber die ordne ich doch mehr dem Grusel-Genre zu, nicht der Sci-Fi. Und Werke wie SOLARIS finde ich furchtbar langweilig. Ich bin da vielleicht altmodisch und vielleicht zu sehr auf Star-Trek als Vorbild fixiert, aber bei Sci-FI brauche ich Raumschlachten! Sie müssen nicht überhand nehmen, aber sie sind wichtig für mich! Ich brauche ein Schiff, eine interessante Crew und einen Captain zu dem ich als Zuschauer respektvoll aufsehen kann. Ich war aber kein plumpes Geballere wie Wing Commander oder einen simpelgestrickten Sternenkrieg (keine Anspielung auf Star Wars, denn das mag ich). Zur Zeit finde ich allerdings nichts, was mich dahingehend befriedigen könnte. Neuerliche Sci-Fi-Filme, die mich ansprachen waren Serenity und vielleicht noch Lost in Space. Aber was sonst an Sci-Fi-Titeln auf den Markt kam, interessierte mich wenig und konnte mich auch nicht mitreißen. Gut, ich sehe ein, meine Vorlieben und Ansprüche hat zweifellos Star Trek geprägt und Star Trek ist erstmal vorbei. Aber es muss doch Ersatz geben, in welcher Form auch immer.
PS: Freut mich, dass die Urbanen Legenden wieder auferstanden sind.
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16.04.06, 13:14 Uhr
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Django
unregistriert
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Mich würde ja brennend interessieren, was Du unter "wirkliche Science Fiction" verstehst, Jacob. Deine Gegenbeispiele "Der Schwarm" und "Der dunkle Schirm" sind meines Erachtens sogar dann ganz eindeutig SF, wenn man den kleinsten gemeinsamen Nenner sämtlicher im Umlauf befindlicher Genre-Definitionen als Maßstab anlegt. Nun gut, bei "Der dunkle Schirm" würde ich mit mir diskutieren lassen, aber der Schwarm beschreibt unbedingt Ereignisse, die möglich, aber nicht passiert sind.
Dein derzeitiger Frust in Sachen SF liegt eventuell an Deiner mangelnden Flexibilität.
1.) Für Dich ist Vieles, was Dich interessieren könnte, keine SF ... Oder umgekehrt: Vieles, was SF ist, interessiert Dich nicht. Aber weil Du Dir fest vorgenommen hast, an SF interessiert zu sein, kann - klarer Fall - alles, was Dich nicht interessirt, keine SF sein.
2.) Ferner suchst Du krampfhaft im Buchhandel nach Neuheiten und übersiehst dabei, daß nicht alles, was für Dich neu wäre, unbedingt jüngeren Datums sein muß. Selbst wenn Du der dienstälteste deutschsprachige SF-Leser wärst, hast Du garantiert nicht einmal die Hälfte aller übersetzten SF-Titel aus über 50 Jahren Verlagswesen auch nur wahrgenommen, geschweige denn gelesen.
Eine Auszeit - in dem Punkt stimme ich Dir zu - wäre angemessen. Aber die braucht nicht das Genre, sondern Du. ;-)
MfG Martin
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16.04.06, 13:28 Uhr
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Jacob Behr
unregistriert
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Hallo Martin,
das ist ein interessanter Standpunkt, doch du wirst verstehen dass ich das nicht unkomentiert stehen lassen will .
zu 1.) Das ist nicht wahr. Ich haben einen sehr weitgefassten Begriff der Science Fiction. "Der Schwarm" wurde mir tatsächlich als SciFi verkauft, allerdings finde ich einen anderen Genrezuordnung viel treffende - Ökothriller. Nichts anderes ist das Buch. Dabei will ich nicht die Qualität des Buches anzweifeln... aber es ist doch keine Science Fiction. Das vieles was SciFi ist mich nicht interessiert ist nicht wahr. Ich verfolge mit grossem Interesse alle Neuerscheinungen sowohl in Buch sowie in Serien/Film - Form. Ich nehme mir einfach mal heraus zu behaupten, dass ich zumindest Vorurteilsfrei an neues herangehe. Es gibt allerdings natürlich Sachen die mir nicht gefallen, dabei will ich ihnen aber sicherlich nicht den SciFi Charakter streitig machen.
Zu 2.) Du musst bedenken, dass es in diesem Text wirklich um Neuheiten geht. Mir ist durchaus bewusst, dass es unmengen von Büchern gibt, die ich noch nicht gelesen habe, jedoch gilt mein Interesse speziell den neuen Sachen und dort setzt die Kolumne ja auch an.
Gruss Jacob
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16.04.06, 13:51 Uhr
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Pellos
unregistriert
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So weit ich das mitbekomme, wird "Der Schwarm" als Ökothriller verkauft. Genauso, wie "Das Jesus Video" als Zeitreisethriller verkauft wurde. Beide sind aber SF.
Wie definierst du Science Fiction? Für mich ist eine Science Fiction Geschichte eine Geschichte, die auf einer wissenschaftlichen oder pseudewissenschaftlichen Annahme basiert. somit ist "Der Schwarm" eindeutig Science Fiction. Im Buch wird angenommen, das die Natur zurückschlägt. Eindeutig eine pseudowissenschaftliche Annahme.
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16.04.06, 14:01 Uhr
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Gisa
unregistriert
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Dann mische ich mich doch auch nochmal kurz ein...
Ich bin in einem Radiobeitrag (Thema: TAKEN) einmal auf den Begriff "SF" eingegangen, der nach wie vor und immer wieder Diskussionen entfacht. Ich habe seinerzeit auf Wikipedia verwiesen und habe da mal kurz das hier rauskopiert: "Ein Versuch, den Begriff Science Fiction [...] zusammenzufassen, könnte so aussehen: SF liegt immer dann vor, wenn (scheinbar) unmögliche Dinge gezeigt werden, die wissenschaftlicher Natur sind und von denen sich denken lässt, dass sie eines Tages möglich sein könnten."
So gesehen gehört "Der Schwarm" in der Tat in diesen Bereich. Aber ich denke auch, dass das Verständnis von dem, was als SF empfunden wird, sehr sehr subjektiv (und deshalb auch so diskussionsträchtig )ist. Ich persönlich habe schon auch gerne den einen oder anderen Alien ect. mit dabei, ansonsten sehe ich's in etwa so wie Berry.
Andrerseits sind diese "Wesen" in Schätzings Roman ja gewissermaßen auch Aliens und ihr Metier ist uns unbekannter als der Weltraum.... So gesehen kann ich das Buch schon als SF durchgehen lassen und ich fand nicht nur die Idee dahinter, sondern auch die Ausführung höchst fesselnd.
Im Übrigen bin ich sehr gespannt darauf, wie Hollywood das Ding vermurksen wird (...oder auch nicht? Die Hoffnung stirbt ja zuletzt ).
Aber wirklich widersprechen (und das weißt du ja, Jacob *g*) möchte ich der Behauptung, dass Farscape keine neuen Ideen gebracht hätte. Nein, nein, das kann ich unmöglich ohne Einspruch stehen lassen. Aber es ist nun mal so, dass gerade die vom "Standard" abweichenden Ideen niemals die großen Massen erreichen werden - im Grunde spricht das imo ja gerade für sie, macht es ihnen aber im kommerziellen Sinne natürlich auch leider entsprechend schwer.
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16.04.06, 16:03 Uhr
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Jacob Behr
unregistriert
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@Pellos:
Das ist eine gute Frage. Ich defeniere Science Fiction für mich nach Gefühl. Zugegeben ist das eine sehr subjektive Genreeinteilung, jedoch finde ich kann man der SciFi keine festen Grenzen setzen. Bei der Lektüre des Schwarms hatte ich eben nicht das Gefühl Science Fiction zu lesen.
Gisas Defenition kommt dem denke ich schon ziemlich nahe, wobei man dann sagen muss, dass viele Bücher Dicks einfach nicht mehr unter die ScienceFiction fallen (gerade A Scanner Darkly).
Das ist eine sehr schwere Frage, bei der jeder wohl seine persönlichen Empfindungen einfliessen lässt. Eine klare und absolute Definition ist wohl kaum zu finden.
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16.04.06, 16:39 Uhr
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Berry
unregistriert
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Klar, Sci-Fi ist alles, indem Elemente vorkommen, die (noch) nicht existieren bzw. nie existieren werden. Auch Fantasy ist somit Sci-Fi. Meine Sci-Fi und meine persönliche Definition davon benötigt allerdings drei Zutaten: Den Weltraum, Raumschiffe und Action. Wenn mir das ein Buch oder ein Film gewährleistet, bin ich dabei! Wie gesagt, das ist meine individuelle Definition von Sci-Fi.
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16.04.06, 17:00 Uhr
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Pellos
unregistriert
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@ Berry: Du brauchst also Weltraum, Raumschiffe und Action, damit etwas SF ist? Das ist wohl die hirnverbranteste Aussage, die ich je zum Thema SF gehört habe. Also sind Dark Angel, Terminator, Blade Runner, Minority Report und so weiter keine Science Fiction?
Der Unterschied zwischen Science Fiction und Fantasy ist, dass dinge in der Fantasy auf keiner wissenschaftlichen oder pseudowissenschaftlichen Erklärung basieren. OK, man Magie erklären, doch hat sie nicht einmal einen pseudowissenschaftlichen Bezug zur Realität.
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16.04.06, 17:01 Uhr
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Aphrodetta
unregistriert
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Die Star-Trek-Sci-Fi ist eigentlich gar nicht mein Fall. Ein Raumschiff, eine Crew, wechselnde Schauplätze, immer neue Gastgegner, das ist das, was mich langweilt und auch der Grund, warum ich nie viel für SF-Serien übrig hatte. Besser einen einzigen zusammenhängenden Arc, egal ob in Buch- oder Filmform. Über einen Mangel darüber kann ich mich nicht beschweren. Allerdings mag ich gerne auch weniger actionorientierte Ware wie Solaris (gelesen+Clooney-Film) oder den Film Mission to Mars. Demnächst werde ich mich mal Serenity widmen, aber auch meine örtliche Bücherei verspricht noch einiges. Von daher bin ich schon weitgehend zufrieden mit dem SF-Markt.
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16.04.06, 17:15 Uhr
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vorlon2001
unregistriert
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zu einem SF WERK gehört mehr als nur eine ([pseudo]wissenschaftliche) ausgangsidee um die man dann eine thriller/abenteuerhandlung bastelt. dazu gehört ein bestimmtes feeling und das ist halt stark subjekiv!!! jurassic park zum beispiel hat ne SF-IDEE als ausgangspunkt (und noch nich mal die damals aktuellste oder kreativste) aber fällt dann in ein reines abenteuerszenario ab - SF is das nich
ich brauche dafür halt ein bischen drama/menschliche tragödie wie in (LOBGESANG AUF LEIBOWITZ), unendliches mysterium (2001/B5), (pseudo)wissenschaftlichen diskurs (ASIMOVS robotergeschichten), wissenschaftskritik (STANISLAW LEM - R.I.P.), beisende gesellschaftskritik (NORMAN SPINRAD), aber auch klassisches wie raumschlachten, weltraum, zeitreise und vieles mehr. allerdings nicht immer alles in einem roman/film. auf die mischung kommt es an  grundsätzlich stehe ich SF oder SFnahen büchern die in bestsellerlisten schießen mit kritischem augenmerk gegenüber, denn diese vernachläßigen nur allzu oft (aber nicht immer ) die oben genannten schwerpunkten um ein größeres publikum zu erreichen!!!
so zum beispiel die werke neueren datums von greg bear! diese würde ich unter technikthriller und unterhaltungsliteratur verbuchen, irgendwie ohne ecken und kanten - gut zum lesen aber nix zum nachdenken und inspirieren lassen! macht auch mal spaß, aber wirklich SF is das nich!
eine auszeit braucht die SF nicht direkt - sie braucht neue perspektiven aus wissenschaft und technik, philosophie und gesellschaft um sich inspirieren zu lassen wieder richtig mit neuen ideen durchzustarten!
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16.04.06, 17:24 Uhr
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Pellos
unregistriert
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Nein, die Science Fition braucht keine neuen Perspektiven aus Wissenschaft und Technik, Philosophie und Gesellschaft. Die sind schon da.
Ihr müsst nur anfangen Bücher im Original zu lesen und aufhören, euch auf das zu beschränken, was ins Deutsche Übersetzt wird.
Wenn ihr dagegen weiterhin nur das lest, was euch auf deutsch vorgesetzt wird, wundert es mich nicht, dass ihr meckert.
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16.04.06, 17:48 Uhr
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vorlon2001
unregistriert
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ok bücher gefunden - aber n paar infos würden mich dennoch interessieren
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