Die Pläne der Network-Bosse
In der vergangenen Woche sprachen die Programmchefs der großen US-Networks (mit Ausnahme von NBC, welches seine Upfronts bereits hinter sich hat) mit dem Branchenblatt The Hollywood Reporter über ihre jeweiligen Pläne und Strategien vor den anstehenden Upfronts. Serienjunkies fasst die Ergebnisse zusammen.
Zu den großen Themen in der US-amerikanischen Fernsehbranche gehören nach wie vor die Auswirkungen des Autorenstreiks auf die gewohnten Zeitabläufe der Serienentwicklung und -produktion. Dabei betonten die TV-Bosse durchweg den positiven Aspekt, dass durch die streikbedingten Verschiebungen und die Hinwendung zu einem ganzjährigen Entwicklungszyklus das sonst so gedrängte Prozedere in der Vorbereitung neuer Serien entzerrt worden sei.
So wird z.B. ABC seine Piloten erst komplett nach den Upfronts in Produktion geben. The CW hat bislang erst drei Pilotfolgen im Kasten und wird den Rest im Nachhinein herstellen. FOX dagegen hat bereits im Vorfeld für mehrere Projekte direkt Serienbestellungen aufgegeben. Stephen McPherson, Unterhaltungschef von ABC, erklärte jedoch, dass er damit rechne, dass bereits zur Season 2009/2010 die Pilot Season wieder ihren gewohnten Lauf nehmen werde.
Ein weiteres Thema, welches die Senderverantwortlichen durch die Bank weg beschäftigt, ist die Frage nach der Zukunft der Comedy. Dabei fällt die Einschätzung der jeweiligen Programmmacher sehr unterschiedlich aus: Auf die Schließung der Comedy-Abteilung von CW angesprochen, erklärte Senderchefin Dawn Ostroff, dass CW weiterhin eine begrenzte Zahl von Comedy-Projekten entwickeln werde, die allerdings genau auf die Zielgruppe der Sender (junge Frauen bis Mitte 30) zugeschnitten sein würden. Im Augenblick würde CW vor allem versuchen, Serien zu entwickeln, mit denen man ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erzielen wolle (daher z.B. auch die Idee, einen Spin-Off von Beverly Hills, 90210 zu produzieren) - und das sei mit Comedy derzeit nur schwierig zu erreichen.
Eher optimistisch, was die Zukunft von Comedyserien angeht, zeigte sich dagegen Ostroffs Kollegin Nina Tassler von CBS: Vor dem Streik habe z.B. The Big Bang Theory deutliches Hitpotential gezeigt, so dass Tassler erklärte, dass sie sich langfristig sogar einen zweiten Comedy-Abend auf CBS vorstellen könne. Eine Verlängerung von How I Met Your Mother und The New Adventures of Old Christine wollte sie in diesem Zusammenhang noch nicht bestätigen, gab jedoch kund, dass ihr die Quotenentwicklung beider Serien in den letzten Wochen gefallen habe: „Es sieht für beide Serien gut aus.“
Auch Kevin Reilly, Programmchef von FOX, hob, gefragt nach seinen Zielen bei der Serienentwicklung hervor, dass er auf der Suche nach dem nächsten Malcolm in the Middle oder That '70s Show sei - und dass er auf jeden Fall das junge Comedypublikum zurück zum Sender holen wolle.


Quelle: Serienjunkies
Die Meldung wurde am 20.04.2008 15:02 Uhr durch Alexander Weigelt veröffentlicht.
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