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Die webbeat-Rubrik "Urbanelegenden" meldet:


Urbane Legenden VII:
Ein Universum voller Vorurteile


Urbane Legenden
-
Die wöchentliche Kolumne
von SF-Radio.net

Ein Universum voller Vorurteile:

Vor kurzem lief der Film „Philadelphia“ mal wieder im Fernsehen. Er handelt von einem jungen Tom Hanks (der Name seiner Rolle ist mir irgendwie entfallen und ich habe auch keine Lust jetzt danach zu suchen) der schwul und HIV Positiv ist. Mit dem Slogan „Zwei Menschen gegen eine Welt voller Vorurteile“ preist ProSieben den Film an. ProSieben hatte Recht – wir blicken im gesamten Film nur auf Vorurteile. Doch ist das in der fiktionalen Unterhaltung – trotz aller hehrer Absichten – nicht stets so?

Blicken wir mal ein paar Jahre in die Zukunft – in die Zukunft von Star Trek. Gene Roddenberry hatte einst die Vision, alle Menschen sollen gleich behandelt werden. Eine Frau als erster Offizier. Eine schwarze Frau als Kommunikationsoffizier. Skandalös zu den Zeiten des prüden Amerikas. Noch skandalöser wurde es, als Kirk Uhura geküsst hat. Bei den Dreharbeiten soll sogar das FBI im Studio gewesen sein. Die Jungs in Anzug haben aufgepasst, dass sich auch ja keine Lippen berühren. Die Tatsache, dass sich in der gleichen Episode Mensch und Alien geküsst haben, scheint hingegen niemanden gestört zu haben.

Alle sollen gleich behandelt werden – und die Tatsache, dass sich Weiße, Schwarze, Russen und Japaner an Bord befinden, stellt dies recht plastisch da. Doch wenn man genauer hinsieht, sieht man doch ein paar Lücken in Roddenberrys Vision.
Gab es eigentlich schon mal einen schwulen Charakter in Star Trek? Bis auf eine kurze Romanze von Jadzia Dax wurde dieses Thema in den zahlreichen Episoden völlig ignoriert.
Wie sieht es mit den Frauen der Ferengi aus. Keine Frage, die Quark & Co.-Episoden sind eine humorvolle Abwechslung zum tristen Krieg mit dem Dominion – doch ins Bild von Star Trek passt auch dies nicht wirklich. Oder ist das nicht so schlimm – es sind ja nur Außerirdische…

Trotz allem, trotz der Fehler in der Umsetzung, finden viele an Star Trek genau dies so wunderbar – eine scheinbar perfekte Welt. Woanders als in der Science-Fiction kann man diese ja auch kaum finden. Wenn man am Abend die Nachrichten einschaltet, handelt der erste Beitrag von Rassismus. Im nächsten Beitrag zeigt man dann einen Polizisten, der einen Schwarzen zusammenschlägt – aus keinem anderem „Grund“, weil er Schwarz ist.

Ein Synonym für Star Trek ist wohl „Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen“ – doch ist es wirklich so unendlich wunderbar? Muss man alles tolerieren? Ist nicht immer wieder offensichtlich, dass generelle Toleranz – also auch die Akzeptanz von untolerantem Verhalten – unter Umständen eine Gefahr für die Toleranz ist? Die Probleme in diesem perfektem Universum liegen auf dem Boden und wir stolpern in jeder Episode, in jedem Film darüber…

Standortwechsel - Babylon 5: Streit, Konflikte, Differenzen – zumindest bis zur letzten Staffel. Wird dies unsere Zukunft werden?
Völlig anders in Stargate – alle (wenn man mal von den Goa’uld absieht) sind einander freundlich gesinnt. Keinerlei Vorurteile. Es hat nur zwei, drei Folgen gedauert, bis der Alien Teal’C akzeptiert wurde. Ist das normal? Oder nicht alleine längst Science Fiction?

Also, wie sieht unsere reale Zukunft aus? Wird auf jeder Brücke ein schwarzer Offizier stehen? Wird jeder Stab eines Raumschiffs 1-2 Frauen haben und der Rest aus „normalen“ – männlichen – Menschen bestehen? Gibt es überhaupt so was wie „normale“ Menschen? Werden wir auch in ein paar hundert Jahren auf unseren „Schöpfer“ blicken, zusammen mit anderen Rassen in unserem Universum, und uns mit Waffen gegenüberstehen? Oder wird es wirklich eine friedliche Welt? Geht das überhaupt?

In diesem Sinne,
Kevin Reymann

Text: Kevin Reymann

Quelle: SF - Radio
Die Meldung wurde am 09.01.2006 00:13 Uhr durch veröffentlicht.





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  • Seiten (2) 1 2
    Kommentare zu dieser Meldung
    09.01.06, 04:00 Uhr
    trekmaster
    unregistriert


    Das vulkanische IDIC-Prinzip steht ja nicht für die Toleranz der Intoleranz, sondern eher für die Möglichkeit, Vorurteile abzubauen und Unterschiede zu überwinden, ohne jedoch eine Assimilation/ Gleichschlatung der Kulturen vornehmen zu wollen. Für die entgegen der eigentlich Vision teils nicht ganz so perfekte Darstellung Star Treks gilt immer, das die Serie produktionstechnisch in unserem Universum spielt und nicht in dem der Serie. Eine Kira Nerys als Terroristin und erster Offizier von DS9 (also eine der "guten" wäre heute leider nicht mehr möglich, genauso wie es auch heute wohl noch nicht möglich ist, Schwule und Lesben (als Menschen und nicht als Aliens) in Star Trek darzustellen. Das Publikum ist halt recht irdisch, wenn auch B5 sehr gut und subtil mit sowas umgehen konnte. Ich denke mal, wir werden da noch hinkommen. Außerdem ist Star Trek NIE realistisch, sondern immer stereotyp. Das rührt nicht von einem Rassenwahn her, sondern basiert auf der Konzeption der Serie, die eher einem utopischen Theater auf der Mattscheibe gleicht als einer realitätsnahen Darstellung einer potentiellen zukünftigen Menschheit. Die Alienrassen bilden im Grunde genommen nur schablonenhaft menschliche stereotype Verhaltensweisen nach, mit denen sich unsere Crew auseinderzusetzen hat. Das ist quasi der Spiegel des 24. Jahrhunderts für den Umgang mit den zwischenmenschenlichen Problemen der heutigen Tage. Es darf also nicht als Rassismus oder Scheintoleranz verstanden werden. Durch den höheren Realitätsgehalt neuerer Serien und deren Abweichung von der Utopie Roddenberries kann dieser Eindruck für jüngere Zuschauer jedoch leider entstehen. Das ist nur ein einzelner Grund von mehreren für die bedauerliche und wohl irreparable Spaltung des Fandoms.
    09.01.06, 07:08 Uhr
    Yavin
    unregistriert


    ZITAT "Standortwechsel - Babylon 5: Streit, Konflikte, Differenzen – zumindest bis zur letzten Staffel. Wird dies unsere Zukunft werden?"

    Aber auch die Annäherung bis aufs Blut verfeindetere SPEZIES (Minbari-Menschen, Narn-Centauri) bis hin zur interstellaren Allianz! Das wird ein stetiger Kampf gegen Widerstände als allen Lagern sein, in der Hinsicht ist JMS Vision vieleicht die realistische
    09.01.06, 09:18 Uhr
    Berry
    unregistriert


    Da muss ich trekmaster nun tatsächlich größenteils beipflichten. Star-Trek und seine "Spezies" (damit Saftwürstel nicht wieder meckert) spiegeln irgendwo immer wieder unsere eigene zeitgenössischen und vergangenen Probleme, Verhaltensweisen und Regierungsformen wieder:

    Bei den Ferengi dürfen Frauen keine Kleider tragen - Das ist ein Synonym zu heutigen Ländern, in denen Frauen noch immer unterdrückt werden oder besondere Regeln einhalten müssen, wie die Gesichtsverschleierung im Iran.

    Die Klingonen waren seit TOS das wilde unzähmbare Volk - Vielleicht vergleichbar mit Barbarenstämme oder kriegerische Reiche wie einst die Mongolen unter Kublai Khan.

    Die Bajoraner, das seit jeher unterdrückte Volk - Ich wage jetzt nicht anzunehmen, dass bei deren Schaffung an Palestina dachte, aber womöglich an Länder der früheren UDSSR, die von einem großen "bösen" Reich (Cardassia) unterdrückt und ausgebeutet werden.

    Star Trek ist nur selten eigene Wege gegangen und wenngleich der Kirk-Uhura-Kuss eine großartie Aktion war, so hat Star Trek solche glühenden Themen immer nur bedingt angefasst. Kirk und Uhura hätten auch miteinander schlafen können. Dasselbe mit dem kleinen Küsschen, das Jadzia der Wirtin eines früheren Geliebten gab. Gut, es war zwischen Frau und Frau, aber was ist das schon?? Es war schon in den Neunzigern allenfalls noch in den prüden USA ein heißes Thema. Dieses Küsschen vermochte dort also ein paar Alteingesessene aufbringen, während der Rest der prüden Männerschar wohl heimlich dabei gelächelt hat. Was ich sagen will, diese beiden Küsse mögen bei vielen im Gedächtnis haften geblieben sein, aber eine so herausraende Aktion der Toleeranz war es auch nicht. Vielmehr führte es der aufgeklärten Mehrheit vor Augen, wie wenig sich die TV-Macher doch da getraut hatten, wo doch vielmehr drin gewesen wäre. So ist es auch nicht verwunderlich, dass noch kein permanet homosexueller Charakter aufgetreten ist.


    Auch ich halte JMS' Version für die glaubhafteste.
    09.01.06, 09:43 Uhr
    Saftwürstel
    unregistriert


    @ Yavin, Berry: Vielen Dank für die korrekte Benutzung des gewissen Teriminus.

    @ trekmaster: Nimm dir ein Beispiel. ;-)
    ---
    Mal 'ne Grundsätzliche Frage: Ist Roddenberrys Vision wirklich ein Vorbild, an dem man sich orientieren soll, oder war der Zustand der "irdischen Glückseligkeit" ohne Hunger, Krankheiten, "Antixenophilie" und Gewalt (beachte Ausnahmen!) nicht einfach eine Voraussetzung, damit man sich bei der Handlung auf die Probleme "da draußen" bzw die Analogie unserer heutigen realen Probleme konzentrieren konnte? Oder anders: Liegt die Botschaft a) im fiktiven Zustand der Menschheit im ST-Universum oder b) in einzelnen Episoden, die unsere Probleme analog Behandeln?
    09.01.06, 10:04 Uhr
    Berry
    unregistriert


    @ Saftwürstel

    Eindeutig B. Star Trek messagte nicht durch die Präsentation seiner perfekten Welt, sondern indem sie aufzeigten, wie ein Captain Picard mit solchen Situationen umging, die ohne weiteres ins Jetzt transferierbar waren.
    09.01.06, 12:03 Uhr
    Madame BUTTerfly
    unregistriert


    Fraglich ist doch auch, ob eine Zukunft wie sie Star Trek präsentierte überhaupt erstrebenswert ist. Es gabe keine Armut, keine Sorgen, keine Geldnöte, das ist alles recht und schön. Aber sehen wir doch mal, wie die Gesellschaft aussieht und welche Möglichkeit junge Menschen haben - es sind nämlich nicht viele:

    Möglichkeit 1: Die Sternenflotte. Jeder junge Mensch, der seine Eltern stolz machen will, wird Kadett. Ist er strebsam, fleißig und korrekt, dann hat er eine große Karriere vor sich. Scheitert er aber, macht er sich und seiner Anverwandtschaft nicht nur Schande, er wird auch außerhalb der FED immer ein Gebrandmarkter sein. Ist so eine radikale Aufteilung von Menschen Wert sie anzustreben? Friss oder stirb? Alles oder nichts?

    Möglichkeit 2: Man wählt eine Karriere außerhalb der FED. Man hat es dann aber ungleich schwerer, ob nun als Händler oder was auch immer, weil man keinerlei FED-Referenzen aufzeigen kann und auch nicht direkt von ihnen sanktioniert wird.

    Anders ausgedrückt, haben die jungen Leute fast gar keine Wahl als der FED beizutreten. Das poliert den Familienruf auf und sichert eine gute Zukunft, AUßER MAN SCHEITERT. Dann ist man zu Lebzeiten gebrandmarkt und kann sich sein Leben vielleicht noch als Kurier, Bartender oder Pirat oder Söldner mit den Ferengi verdingen. Ich finde ein solches Machtgebilde wie die FED eher beunruhigend als erstrebenswert. Zumal auch dieses Machtgebilde immer wieder korrumpiert, wenn es der Chefetage mal passt.
    09.01.06, 12:18 Uhr
    Saftwürstel
    unregistriert


    Das ist ein interessanter Aspekt. Im Prinzip gibt es in der Föderation (so gut wie) keine Wirtschaft mehr. Es herrscht eine Überflußgesellschaft. Was man braucht, beschafft man über den Replikator. Das bedeutet man muß nicht mehr mit knappen (d.h. bemessenen/limitierten) Resourcen wirtschaften. Demzufolge kann jeder tun und lassen, wozu er Lust hat. Zwang zum Arbeiten um den Lebensunterhalt zu verdienen gibt's nicht mehr. Da aber die Menschen in der Zukunft supergebildet und gescheit sind, sind sie alle Künstler, Philosophen (Filosofen?), Schriftsteller etc. Es wird überwiegend musische Arbeit verrichtet... oder man ist bei der Sternenflotte.
    09.01.06, 12:43 Uhr
    655321
    unregistriert


    Zunächst einmal muss ich sagen, dass PHILADELPHIA einer der besten und mutigsten Filme der Fernsehgeschichte ist.

    Ich hoffe, dass das hier jetzt nicht in eine reine STAR-TREK-Diskussion verläuft, doch auch ich will mich dazu äußern:
    Ich habs schon öfter gesagt, die "heile perfekte Welt" von Star Trek ist gar nicht wirklich so perfekt. Die Weltorganisation von STARSHIP TROOPERS ist letztendlich nichts anderes, nur eine übersteigerte Form davon. Wer Soldat, dann bist du ein Held. Alle anderen sind unfähig oder feige. Diese ST-Förderation klingt für den dummen Zuschauer natürlich ganz toll, weil sich keiner Gedanken macht, wie es wäre, SELBST darin aufzuwachsen. Man sieht nur, dass alle ein fröhlich Lächeln im Gesicht tragen und freut sich mit ihnen, weil es in unserem Zeitalter ja so wenig zu freuen gibt.
    Aber analysiert man einfach mal, was für einen Stellenwert in der Gesellschaft diese Förderation hat und welche Macht sie ausüben kann, entdeckt man den totalitären Beigeschmack dieser Einrichtung.

    Indirekt üben sie Gewalt aus, weil sie den jungen Menschen suggerieren, dass man ohne sie es zu nichts bringen wird. Hat Madame BUTTerfly schon aufgeführt.
    Direkt üben sie Gewalt aus, wenn es darum geht andere Völker zu bekehren, die man gerne in den eigenen Reihen wüsste.

    Ich bin mir bewusst, dass ich die Tatsachen überspitzt darlege, aber der subtile Zwang, dieser Organisation dienen zu müssen, ist da! Würde ich das ganze noch etwas weiter überspitzen, käme irgendwann Orwells Version von 1984 zum Vorschein.

    09.01.06, 15:37 Uhr
    Anubiz
    unregistriert


    hm, das mit den Ferengifrauen ist ja absicht - um die Barbarei der ferengi zu demonstrieren

    Schwule in ST: Lieutenant Hawk war schwul. (der Typ, der in First Contact mit picard und worf an der schüssel rumschraubt und - natürlich - draufgeht)

    erfährt man im TNG Roman 69 (ein Sektion 31 Roman)
    09.01.06, 15:43 Uhr
    trekmaster
    unregistriert


    @Saftwuerstel
    Woran soll ich mir ein Beispiel nehmen!?
    09.01.06, 17:09 Uhr
    Marion
    unregistriert


    Ich glaubs ja nicht...
    Wird jetzt von manchen die Förderation zu einem Regime hochgepuscht oder wie?
    09.01.06, 17:34 Uhr
    vorlon2001
    unregistriert


    @ marion

    ich glaube nicht das hier jemand die UFP zu einem regime aufputscht! im prinzip lässt sich der gedanke herauskristalisieren, das utopien (u STAR TREK ist eine)

    1. nur dadurch überzeugen das sie nach möglichkeit so geschildert werden, dass der leser/zuschauer nach möglichkeit nicht beginnt über die grundsätzlichen gesellschaftlichen fragen (innerhalb der utopischen gesellschaft) nachzudenken und

    2. so schön sie auch sind, einen solchen idealzutand (friede, glück und freude für alle die "nur wollen" darstellen, dass es (wenn man darüber nachdenkt) nicht wirklich lebenswert erscheint in ihnen zu leben, denn es wäre etwas langweilig. (die wichtigkeit der sternenflotte u ihre gesellschaftlich exponierte stellung sind hier bereits als beispiel genannt worden)

    dieses Problem haben utopien seit thomas Morus dieses lierarische genre ins leben gerufen hat!

    persöhnlich muss isagen finde ich utopien sehr hilfreich sie zeigen einen gesellschaftlichen idealzustand, den es entgegen zu streben gilt, auch wenn man ihn nicht erreichen kann - der weg ist das ziel. wer weis vieleicht eines fernen tages leben wir wirklich in einer reifen - wenn schon nicht utopischen - welt, wünschen würd ichs mir auf jeden fall!!!

    so long and thanks for the fish
    09.01.06, 18:10 Uhr
    Saftwürstel
    unregistriert


    Zunächst einmal muss ich Asche auf mein Haupt streuen, denn Reaktionen wie die von Madame BUTTerfly und 655321, so interessant sie auch sind, wollte ich eigentlich nicht heraufbeschwören, denn sie gehen etwas am Thema vorbei. Das war zumindest von meiner Seite nicht beabsichtigt.
    Wie die Frage nach Roddenberrys "Vision" mit dem heutigen Beitrag der Kolumne zusammenhängt, erläutere ich weiter unten.

    Und ich muss noch ein zweites Mal Asche auf mein Haupt streuen, denn, so vermute ich stark, wird dies hier mein längster Kommentar bisher sein. Das Webbeatteam und die Leser mögen mir verzeihen. :-)

    Ich hoffe, es fühlt sich keiner auf die Füsse getreten.
    ------

    ------
    Also erst einmal meine Erläuterung zu den Kommentaren von Madame BUTTerfly und 655321:

    Zitat Madame BUTTerfly: "Aber sehen wir doch mal, wie die Gesellschaft aussieht und welche Möglichkeit junge Menschen haben - es sind nämlich nicht viele: (...)"

    Wie sieht denn die Gesellschaft aus? Detaillierte Informationen haben wir nicht. Das Bild erschließt sich weitgehend aus Rückschlüssen. Daher auch meine Argumentation des Wegfalls des wirtschaftlichen Zwangs. Der Zwang oder die Notwendigkeit zum Wirtschaften entsteht aus der "Knappheit" (d.h. aus der Begrenztheit gesellschaftlicher Ressourcen).
    Sind benötigte Ressourcen nicht mehr "knapp", also praktisch unbegrenzt verfügbar (z.B. durch Existenz eines Replikators), besteht ein Überfluss und somit weitgehend keine Notwendigkeit mehr für ein Wirtschaftssystem. Jeder kann alles was er zum Leben benötigt einfach erhalten. Das bedeutet auch, dass es keine Berufe mehr gibt, die direkt mit Erstellung von Erzeugnissen oder Dienstleistungen zu tun haben.
    Dazu der Einwurf:

    Zitat Madame BUTTerfly: "(...) welche Möglichkeit junge Menschen haben - es sind nämlich nicht viele...)"

    In der Tat dürfte die Menge der Berufe abnehmen, die dazu dienen, lebensnotwendige Erzeugnisse oder Dienstleistungen zu erstellen. Ohne wirtschaftliche Not einerseits, aber umfassender Bildung andererseits, kann aber jeder (beruflich) tun was er will, und dies, weil er es will, und nicht weil er muss. Was er zum Leben braucht kriegt er doch vom Replikator.
    Und - nebenbei - das "Problem trifft ja alle Menschen, nicht nur junge. :-)

    Was sind denn nun aber die Möglichkeiten, von denen es nicht viele geben soll?

    Zitat Madame BUTTerfly: "Jeder junge Mensch, der seine Eltern stolz machen will, wird Kadett. (...) Scheitert er aber, macht er sich und seiner Anverwandtschaft nicht nur Schande,, er wird auch außerhalb der FED immer ein Gebrandmarkter sein. Ist so eine radikale Aufteilung von Menschen Wert sie anzustreben?"

    Da sind die heutigen Zustände. Genau so soll es ja - laut Picard - (im übertragenen Sinne) ja nicht mehr sein.
    Eine weitere Möglichkeit:

    Zitat Madame BUTTerfly: "Man wählt eine Karriere außerhalb der FED. Man hat es dann aber ungleich schwerer, ob nun als Händler oder was auch immer, weil man keinerlei FED-Referenzen aufzeigen kann und auch nicht direkt von ihnen sanktioniert wird."

    Wenn man keine Beschäftigung in den Institutionen der Föderation, sprich "beim Staat", übernimmt, macht man eben, wie schon erwähnt, was man will. Es gibt doch keinen Zwang zum lebensunterhaltbestreitenden Arbeiten. Die Referenzen sind die persönlichen Qualifikationen. Gäbe es die nicht, dann würde die menschliche Gesellschaft in ST wissenschaftlich ja hinter unseren heutigen Wissenstand über Talent, Qualifikation und Eignung fallen.

    Ein Fazit:
    Zitat Madame BUTTerfly: "Ich finde ein solches Machtgebilde wie die FED eher beunruhigend als erstrebenswert."

    Zitat 655321: "Aber analysiert man einfach mal, was für einen Stellenwert in der Gesellschaft diese Förderation hat und welche Macht sie ausüben kann, entdeckt man den totalitären Beigeschmack dieser Einrichtung."

    Wieso "Machtgebilde"? Wieso "Stellenwert"?

    Man sollte hier vielleicht mal zwischen

    A) der "Vereinten Föderation der/von Planeten" ("United Federation of Planets", kurz: "Föderation" bzw. "Federation" genannt, einer politischen Organisation, einem Staatsgebilde, quasi einer Weltraum-UNO (oder Weltraum-Bundesrepublik, oder -USA) und

    B) eine ihrer exekutiven Unterorganisationen, nämlich der "Sternenflotte" bzw. "Starfleet" die (Schutz-)Polizei-, Militär-, Verwaltungs- und Weißderdeibelwasnochfür-Aufgaben übernimmt und damit nach unserer Auffassung und Verständnis von politischer Aufgabenverteilung schwer zu charakterisieren ist, unterscheiden.

    Die Föderation ist das politische Gebilde, in dem man (als Mensch oder sonstige Föderations-Spezies) zu dieser (fiktiven) Zeit lebt, so wie wir heute in der Bundesrepublik Deutschland leben.

    Mit Blick auf den Aufgabenumfang der Sternenflotte wurde schon öfters gemutmaßt, dass das ganze politische System der Föderation eine Militärdiktatur ist. Das rührt aber aus dem Mangel, dass die Autoren sich (scheinbar) nie darüber Gedanken gemacht haben, wie die Aufgaben der Sternenflotte genau zu beschreiben und gegenüber anderen staatlichen und/oder gesellschaftlichen Einrichtungen abzugrenzen sind.
    Aus dieser Unklarheit der Rolle der Sternenflotte entstehen Deutungen, wie:

    Zitat 655321: "Wer Soldat," (wohl: wenn du Soldat bist) "dann bist du ein Held. Alle anderen sind unfähig oder feige. Diese ST-Förderation klingt für den dummen Zuschauer natürlich ganz toll,(...)"

    Letztlich sind das nur Unterstellungen. Auf die klingonische Gesellschaft z.B. würde das zutreffen, nicht aber auf die der Menschen bzw. Föderation.
    (Wo lest ihr das überhaupt raus?) :-)

    Und noch ein Beispiel:
    "Die Weltorganisation von STARSHIP TROOPERS ist letztendlich nichts anderes, nur eine übersteigerte Form davon."

    "Starship Troopers" ist eine Satire auf (u.a.) Militarismus und hat mit "ST" aber auch rein gar nichts zu tun. Wie die Gesellschaft dort aussieht und welche Methoden und Möglichkeiten die Regierung dort besitzt, um die Bevölkerung nach ihren Willen zu lenken, "vorurteilt" (Nein, wir sind immer noch nicht beim Thema der Kolumne) man aus Rückschlüssen, die sich aus Vergleichen mit totalitären System unserer Realität ergeben.
    Und mit dem omnipräsenten Überwachungsstaat aus "1984" haben Föderation und Sternenflotte schon gar nichts zu tun. :-)

    Wie schon gesagt, das waren interessante Einwürfe (auch wenn ich sie nicht teile).
    ------
    Zum eigentlichen Thema:

    Die in der Kolumne genannte ST-Episode wurde aus bekannten Grund in einigen amerk. Gliedstaaten um diese Szene gekürzt, in anderen (hauptsächlich in südlichen Staaten) überhaupt nicht gesendet. Und Proteste gab's natürlich auch. Nun muss man folgendes beachten:
    * für eine nicht gesendete Episode (z.B. wegen Verbot wegen Verstoß gegen die "Zensur"-Bestimmungen) gibt's kein Geld,
    * für Proteste gegen "anstössige" Inhalte erzielt man schlechte "Publicity" (was sich wiederum auf die Quoten und damit auf verkaufte Werbezeit und damit auf die Einnahmen auswirkt; und da sind wir auch schon wieder beim monetären Tauschmittel!),
    * zeigt man öfters "Inhalte", die großen Teilen oder sogar der Mehrheit der potentiellen oder tatsächlichen Zuschauerschaft missfällt, ... nah ihr wisst schon.

    Kurz: "Star Trek" ist ein kommerzielles Produkt, dass
    durch Befriedigung des
    Bedürfnisses nach Unterhaltung,
    finanzielle Erträge einbringen soll. Dazu muss es marktkonform sein, es muss nachgefragt sein, und unterliegt gewissen Auflagen wirtschaftlicher, rechtlicher und moralischer Natur. Diese Auflagen, vor allem die moralischen, haben sich teilweise geändert (teilweise auch nicht). Jedoch so lange man sich ihnen unterwerfen muss(te), müssen Kompromisse eingegangen werden. Wenn eine oder sogar die Mehrheit die Behandlung von sexuellen, z.B. speziell homosexuellen Themen, in öffentlichen Medien ablehnt, hat man das zwangsläufig zu respektieren, sonst läuft man Gefahr Zuschauer (und damit Kohle) zu verlieren.
    Und das wurde (und wird) bei "Star Trek" getan.
    Es gibt Dinge, die von Menschen, aus welchen Gründen auch immer, nie toleriert werden. Man kann das verdammen, man kann mit Aufklärung versuchen dagegen anzugehen; je nach Ursache und Ausprägung der Intoleranz erzielt man Erfolge. Ist man aber ehrlich, muss man sich eingestehen, dass manche Leute

    * nicht alles oder
    * nicht alles auf Dauer tolerieren können,

    # weil es ihnen zuwider ist,
    # weil es ihren Werten entgegensteht,
    # weil es für sie tatsächliche Nachteile (materieller oder psychischer Art)

    mit sich bringt.
    Um es auf den Punkt zu bringen: nicht alles was nach Meinung von 90% der Menschheit tolerierbar ist oder tolerierbar sein sollte, ist für wirklich alle Menschen tolerierbar. Es gibt einfach Menschen, die Menschen anderer politischer und/oder religiöser Meinungen, sexueller Neigungen, Hautfarbe oder gewissen Gegebenheiten und Zustände (welcher Art auch immer) etc. nicht tolerieren können und werden (von der Akzeptanz ganz zu schweigen); und dies trotz logischer Argumente, Aufklärung etc.
    ---
    Weiter zur Kolumne:

    1. Zitat Kolumne: "Doch wenn man genauer hinsieht, sieht man doch ein paar Lücken in Roddenberrys Vision."

    Hier liegt der Grund für meine "Abweichung". Gab's denn eine Vision? Wird (wurde) da nicht eine hehre Vision von Roddenberry herbeigedichtet, die schlicht und einfach nichts anderes war, als eine Voraussetzung, um Geschichten in einer TV-Serie erzählen zu können, ohne Fragen nach Hintergründen aufzuwerfen, während die Serie selbst dem Zweck des Lebensunterhaltbestreitens der "Macher" diente.


    2. Zitat Kolumne: " Wie sieht es mit den Frauen der Ferengi aus."

    Die Ferengi gehören a) nicht zur Föderation und somit zur "heilen Welt", und b) wie Anubiz ansatzweise schon richtig andeutete, ist das mit den Ferengifrauen ja Absicht - um die ANDERSARTIGKEIT der Ferengi zu demonstrieren; ergo eine dramaturgische Notwendigkeit.
    Wenn man das Frauenbild der Ferengi kritisiert, dann passen die "ehrenhaften", martialischen Werten verhafteten Klingonen doch auch nicht ins Bild


    3. Zitat Kolumne: "Woanders als in der Science-Fiction kann man diese ja auch kaum finden."

    Nun ja, in Endzeit-Fiktion bestimmt nicht. Aber positive Zukunftsvisionen gibt es doch zuhauf.


    4. Zitat Kolumne: "Im nächsten Beitrag zeigt man dann einen Polizisten, der einen Schwarzen zusammenschlägt – aus keinem anderem „Grund“, weil er Schwarz ist."

    Unter Umständen KANN das ein Vorurteil sein. Wo jeder Zugang zu Waffen hat, steht man logischerweise auf dem Standpunkt, dass jeder eine potentielle Gefahr ist und man dementsprechend hartes Auftreten, zero-tolerance und auch Gewalt zum eigenen Schutz ausübt.
    In L.A. hat die - überwiegend weiße - Polizei bei den meistens aus wirtschaftlich-gesellschaftlichen motivierten Straftaten, Anzeigen, Zwischenfällen und Routinekontrollen weitgehend mit wem zu tun? Genau, mit Schwarzen. Das ist kein Vorurteil, das ist ein Faktum. Die Ursache dafür ist ja klar, ändert aber nun mal nicht, dass diese Ausbrüche in sehr vielen Fällen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe betreffen, und das "Vorurteil" "Schwarze sind kriminell" häufig zutrifft und sich dadurch verfestigt, nicht zuletzt durch die "Gegenmassnahmen" von der "anderen Seite", wo Polizisten zusammengeschlagen werden, aus keinem anderen Grund als dem, weil sie Polizisten sind.
    Unter Umständen provokativ, aber der Satz in der Kolumne war nunmal sehr allgemein.


    5. Zitat Kolumne: "Die Probleme in diesem perfektem Universum"

    Das Universum ist nicht perfekt, sondern die Menschheit und andere Spezies in dem Staatswesen" Föderation" des ST-Universums sind weitgehend ungebunden von wirtschaftlichen, soziologischen, psychologischen Zwängen in der Lage, ihren Grad der Imperfektion stetig zu verringern (ohne aber vermutlich den Grad der "Perfektion" jemals zu erreichen).


    6. Zitat Kolumne: "Babylon 5: Streit, Konflikte, Differenzen (...). Wird dies unsere Zukunft werden?

    Die Zukunft, von der technologischen Stand mal abgesehen, ist die realistischere, wobei durchaus heute schon die Mittel verfügbar sind, sich der Roddenberry'schen "Vision" anzunähern und es nicht ausufern zu lassen.


    7 . Zitat Kolumne: "Es hat nur zwei, drei Folgen gedauert, bis der Alien Teal’C akzeptiert wurde."

    Man muss mal zwischen gewollter Botschaft und dramaturgischen Notwendigkeiten unterscheiden. Wäre er nicht akzeptiert worden, hätte der vielleicht die Kurve gekratzt oder wäre in den Keller weggeschlossen worden. Wie würde Stargate ohne Teal'C aussehen. Er mußte aus dramaturgischen Gründen "akzeptiert" werden.
    Und ich denke, es hat nur eine Folge gedauert. ;-)


    8. Zitat Kolumne: "Also, wie sieht unsere reale Zukunft aus?"

    Wenn man "unsere" als gesamte Menschheit interpretiert, dürfte die Fragen offen bleiben. Nimmt man für "unsere" die Sicht der Amerikaner an, so sind die darüber teilweise hinaus.
    Bsp.: Die Anteile der verschiedenen ethnischen Gruppen in den VS-Streitkräften entsprechen in etwa den jeweiligen Anteilen an der VS-Gesamtbevölkerung, und der Frauenanteil liegt bei zwischen 12-15%, jeweils weitgehend verteilt auf alle Rangstufen.
    Dies ist aber nur ein Beispiel für eine mögliche Zukunft bzgl. Toleranz und Akzeptanz verschiedener Bevölkerungsgruppen, lässt aber die Einbeziehung von wirtschaftlichen/materiellen Aspekten außen vor. Es sei denn, jemand erfindet einen Replikator.


    9. Zita Kolumne: "Werden wir auch in ein paar hundert Jahren auf unseren „Schöpfer“ blicken, zusammen mit anderen Rassen in unserem Universum, und uns mit Waffen gegenüberstehen? Oder wird es wirklich eine friedliche Welt? Geht das überhaupt?"

    Um die Frage zu beantworten, wäre zu klären:

    1) Gibt es einen "Schöpfer"? ;-)
    (Klar. Er heißt "Saftwürstel".)

    2) Können wir andere SPEZIES!!! (nicht Rassen!!!) tolerieren, oder die uns? Oder gibt es vielleicht schlicht und einfach wirtschaftliche Gegebenheiten, die ein Auskommen unmöglichen machen?
    Was machen wir, wenn die "Aliens" so hässlich sind, dass wir bei ihrem Anblick kotzen müssen?
    (Die Frage ist ernst gemeint.)

    3) Uahaa... An die anderen Kommentatoren: Schmeißt mal ein paar Argument ein! ;-)


    Achso, der Charakter, den Tom Hanks in "Philadelphia" spielte, hieß Andrew Beckett.
    ---
    @ trekmaster: Ich hatte mich in deinem Kommentar verlesen. Ist schon gut. Vergiss meine Bemerkung. :-)
    09.01.06, 20:28 Uhr
    655321
    unregistriert


    "Die Föderation ist das politische Gebilde, in dem man (als Mensch oder sonstige Föderations-Spezies) zu dieser (fiktiven) Zeit lebt, so wie wir heute in der Bundesrepublik Deutschland leben."

    Korrekt, ich hatte die Begriffe Sternenflotte und Förderation hier gleichgestellt. Stimmt natürlich nicht, man möge mir vergeben, ich bin kein Trekkie und war es nie.
    "Stellenwert" und "Machtgebilde" sind hier natürlich auf die militärische Exekutive bezogen. Diese Vereinigung macht Eltern stolz, wenn ihre Kinder sie besuchen dürfen, vielleicht vergleichbar mit Oxford oder Westpoint.

    Aber wie ich selbst schrieb, hier soll nicht schon wieder das leidige Star Trek zum hauptthema gemacht werden!

    Ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä-ä!

    Vielmehr sollte angesprochen werden, ob und wie ein Leben in der Zukunft noch möglich und "genießbar" wäre. Im Falle von Star Trek, wo man sich entweder einer pyramidenförmigen Organisation anschließen muss oder trotz aller Widrigkeiten selbst etwas auf die Beine bringt ODER sein Leben lang auf der faulen Haut liegt und sich vom Replikator versorgen lässt. Für viel zu viele Menschen wäre der Gedanken ein Traum, für mich ein Schrecknis!
    Ich würde mich keiner solchen Sternenflotte anschließen, wie ich heute auch keiner Partei, keinem Geheimbund, keinem Darwinistenzirkel und auch keinem Voodoo-Club oder Bowlerverein beitreten würde. Hätte jemand wie ich in der ST-Zukunft ein lebenswertes erfülltes Leben? Ich kann es mir nicht vorstellen.
    Wenn mich etwas an die ST-Zukunft erinnert, dann die rettungslos zufriedenen Gesichter. Diese Leute sind so sehr mit sich zufrieden, dass es weh tut. Aber wenn der Mensch erstmal zufrieden ist, dann entwickelt er sich nicht mehr weiter und die Evolution kommt zum Stillstand. Sobald wir "zufrieden" sind, hören wir auf zu streben, zu forschen, zu fragen und zu kämpfen! Und das ist der Stillstand. Star Trek zeigt dennoch strebsame Menschen, obwohl sie schon alles haben - und das ist der Punkt: Soweit KANN sich der Mensch nicht entwickeln! Der Mann nach der Arbeit ruht nicht, bis das Kissen am Sofa perfekt sitzt - und dann ist er zufrieden - aber nur für diesen einen Abend. Er muss dennoch in seinem Leben noch viele Ziele meistern und noch neuere aufspüren. Nicht aber bei Star Trek wie Saftwürstel aufgeführt hat.
    Das Problem (und auch die traurige Wahrheit) ist, dass ein nich unbedeutender Teil der heutigen Gesellschaft mit diesem Faulenzertum via Replikator bestens zufrieden wäre. Wo aber hat man diese Menschen, dieses Verlangen nach süßer Bequemlichkeit, diesen Urinstikt, der in uns allen irgendwo ruht hinverbannt? ... Hm, ja scheinbar hat man ihn irgendwie "ausgemerzt", wie auch immer das geschehne sein mag.

    Realistischer ist zweifelsfrei eine Zukunft wie 2001 - Odyssee oder auch Space 2063, sprich Krieg gegen den ersten Alien, den wir entdecken. Ebenso möglich wäre Orwells 1984! Ich schrieb schon, dass dies eine sehr überspitze Variation einer alles kontrollierenden Förderation wäre, aber der Vergleich bietet sich an: Denn wo nur EINE Instanz ein ganzes Volk belehrt, richtet, versammelt und dirigiert kommt ein weiteres Genmerkmal im Menschen zum Vorschein, das uns in die Wiege gelegt worden ist: Die Lust, über andere Macht zu haben und das auszuleben. Diese Förderation wäre ebenso leicht von den richtigen Leuten zu unterwandern, wie jede heutige Regierung. SIEHE AMERIKA: GW Bush bringt sein Volk tatsächlich noch dazu, dass sie ihn anflehen, dass er ihre eMail-Korrenspondenz und ihre Telefonate anzapfen darf. Was kommt als nächstes? Verwerfung des Postgeheimnisses? Kamaras auf jedem Privatgrundstück, damit der brave Bürger von Randalierern geschützt wäre? Ortungschips unter die haut eines Babys gepflanzt ist längst keine SciFi mehr, sondern bittere Wirklichkeit. Und dadruch weiß das "System" immer wo wir stecken - wie auch über unsere Handys. Wie weit sind wir also noch weg vom Überwachungsstaat?

    Ein Beispiel zur bundesweiten Meinungsmache: Gestern wurde das Ergebnis einer Befragung veröffentlicht: Demnach sind nur 37 % der Bevölkerung darür, unser Atomkrafwerke weiterhin laufen zu lassen. Dass diese Befragung in einem Ort durchgeführt wurde, der nicht weit von einem Kraftwerk liegt, wurde aber nicht erwähnt. Somit kann man dieses Ergebnis keinesfalls als Querschnitt für ganz BRD nehmen - tun sie aber! Und warum: Weil ihnen selbst diese Meinung gefällt. Der Mensch ist ein Herdentier, und der Unetschlossene läuft immer der Masse nach. Liest er nun, dass 63 % für die Abschaltung sind, läuft er denen nach, ohne überhaupt darüber nachzudenken, wie idiotisch das ist. Denn wo wir ein SICHERES Werk abschalten, bauen die Tschen oder Polen ein ... naja ... nicht so sicheres auf, weil BRD dann bei denen teuer den Strom kauft, weil wir selber ja nicht mehr genug herbringen. Aber das nur am Rande...

    Ich will zu einem Fazit kommen: Wie lange es den Bazillus Mensch noch auch diesem Planeten geben sird, so lange wird es auch Zero-Tolerance, Religionskriege, Rassenhass, Unterdrückung und Neid geben. Und aus genau diesen Eigenschaften und Verhaltensweisen werden wir selbst uns unsere Zukunft gestalten.
    09.01.06, 22:27 Uhr
    Oberschlau
    unregistriert


    Oh Mann, was Frau Arschfliege und Herr 0815 hier von sich geben zeigt mal wieder von horrender Inkompetenz. Föderation und Sternenflotte nicht mal auseinanderhalten zu können und dann ablästern... Natürlich hat man im ST-Univerum alle Freiheiten, wir haben bisher nur halt eben immer die Perspektive der Sternenflotte gesehen, weil eben die Serien nunmal dort spielen. Das wäre so, wie JAG zu gucken und dann zu behaupten, heutzutage gäbe es nur das Militär. Natürlich völliger Schwachsinn. Im übrigen haben wir bei ST auch Leute gesehen, die mit "altmodischen", "einfachen" Tätigkeiten sehr zufrieden waren, z.B. Siskos Vater, der Stolz darauf war, ein echter Koch (von wegen Replikator und so) zu sein, oder Jean-Lucs Bruder Robert, der von dem ganzen Starfleet-Kram bekanntlich nicht viel hielt und stolzer Winzer (trotz Replikator) war. Die hätten das sicher nicht machen müssen, haben es aber gemacht, weil es ihnen Spaß machte. Genauso wie Jean-Luc als erster Picard überhaupt das Sonnensystem verließ - weil er das halt cool fand. Und Boothby schien mit seinen Gärtnerjob auch recht zufrieden zu sein - ja es soll ja tatsächlich auch heute schon Leute geben, die GERNE Gärtner sind, auch ohne Replikator-Freiheit ;-)
    Ihr habt offensichtlich einfach keine Ahnung...

    Der finanzielle Zwang ist kein Grund, nur deshalb kreativ zu sein, ganz im Gegenteil, wenn es um das Geld gegangen wäre, wären Leute wie van Gogh (oder Cézanne) nie Künstler geworden, sondern hätten sich einen Job gesucht, der sie von Almosen der Verwandschaft unabhängig gemacht hätte.

    Und das ST nicht einfach immer machen konnte, was man inhaltlich wollte, hat die Wurst ja schon erläutert. Es geht noch heute das Gerücht, die TOS sei weniger wegen der Quoten (die so schlecht nicht gewesen sein können, sonst hätte man sie nicht zwei mal verlängert) abgesetzt wurde, sondern weil sich mehrere angeschlossene Stationen nach der dritten Staffel intern weigerten, weitere Staffeln auszustrahlen - aus inhaltlichen Gründen (zu liberal).

    B5 ist übrigens sehr an ST orientiert, das hat JMS selbst zugegeben, nur gewisse Elemente (wie das Geld) wurden aus dramaturgischen Gründen beibehalten. Das macht die Serie nicht zwingend realistischer, denn wenn wir WIRKLICH Prognosen anhand der technischen Möglichkeiten machen würden, hätten die Menschen zur Zeit von B5 auch keine reguläre Arbeit mehr, da es für alles Maschinen und billige Robots gibt (eher wie in "I, Robot" nur noch krasser), so daß menschliche Arbeit sich nicht mehr lohnt. Auch nicht in China.
    Im Grunde ist dann Matrix die realistischte Vision von allen, wenn man sich ansieht wie viel heute schon von Maschinen gemacht wird.
    10.01.06, 08:54 Uhr
    Berry
    unregistriert


    Hahaaaa, Mr. Nichts-Checker demonstiert hier mal wieder eindrucksvoll seine minderbemittelte Gehirnfunktion der Informationsaufnahme.

    "z.B. Siskos Vater, der Stolz darauf war, ein echter Koch (von wegen Replikator und so) zu sein, oder Jean-Lucs Bruder Robert, der von dem ganzen Starfleet-Kram bekanntlich nicht viel hielt und stolzer Winzer (trotz Replikator) war. Die hätten das sicher nicht machen müssen, haben es aber gemacht, weil es ihnen Spaß machte. Genauso wie Jean-Luc als erster Picard überhaupt das Sonnensystem verließ - weil er das halt cool fand. Und Boothby schien mit seinen Gärtnerjob auch recht zufrieden zu sein"

    Gehts noch, Junge? Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Nein, also ich glaube, da sollte sich 655321 selbst dazu äußern. Ich glaube jedenfalls begriffen zu haben, worauf er abzielte. Im Übrigen geht es hier weniger um die jauchzend tollen Charaktere aus Star Trek, sondern um die heutige Gesellschaft, die sich niemals zu einer Gesellschaft wie sie uns Trek zeigt entwickeln wird - da stimme ich 655321 vollends zu.

    "B5 ist übrigens sehr an ST orientiert, das hat JMS selbst zugegeben, nur gewisse Elemente (wie das Geld) wurden aus dramaturgischen Gründen beibehalten. "

    Das ist Quatsch mit Soße. Da TOS (vielleicht neben Orion) der Prototyp der Weltraum-Sci-Fi war orienterte sich nahezu jede Serie danach. Aber so wie du die Sache darlegst, hätte JMS von Anfang an kopiert und das ist schlichtweg falsch. Vielmehr hat DS9 von ihm gehörig kopiert. Und JA! B5 ist eine realistischere Zukunft als Star Trek, und das sage ich als 20 Jahrzehnte aktiver Trekker.

    "Gab's denn eine Vision? Wird (wurde) da nicht eine hehre Vision von Roddenberry herbeigedichtet, die schlicht und einfach nichts anderes war, als eine Voraussetzung, um Geschichten in einer TV-Serie erzählen zu können, ohne Fragen nach Hintergründen aufzuwerfen, während die Serie selbst dem Zweck des Lebensunterhaltbestreitens der "Macher" diente. "

    Bingo! Genau das ist es.
    10.01.06, 11:01 Uhr
    655321
    unregistriert


    Seine eingeschnappten Beleidigungen niveaugleich zu erwidern, war aber auch nicht nötig, Berry.

    Es ist jetzt genau das eingetroffen, was ich befürchtet hatte. Nämlich dass dies hier wieder zu einer üblichen Star-Trek-Diskussion ausartet.

    @Oberschlau
    Dein Nick ist gut gewählt, leider eiferst du völlig am Grundthema vorbei, was aus deinem Namen eine Schaumblase macht.

    Schon sehr niveauvoll. Ich hatte mich bereits für meine Verwechslung der Begriffe entschuldigt, aber das scheint der eingefleischten ST-Jüngerschaft nicht auszureichen. Aber, wisst ihr, wenn man nicht täglich zum Morgengebet aus dem ST-Canon liest, während der Arbeit von Picard und seinem Schiff träumt und danach jeden Abend verflucht, indem das deutsche Free-TV keinen Star-Trek-Film zeigt, dann kann das passieren. Zuletzt sah ich irgendwann in den späten Neuzigern eine Trek-Produktion. Und doch weiß ich genug über dieses besagte Machtgebilde. Sollte meine Beschreibung nicht zutreffen, wäre es zu dieser kolumne auch egal, weil hier generell ein mögliches Leben in der Zukunft zur Debatte steht und ich mich nur dazu geäußert habe, wie ich es KEINESFALLS haben möchte.

    Aber manche müssen gleich losschlagen, wenn Roddenberrys Vision (falls es sie je gab ;-)) in Gefahr scheint. Ich hasse dein Star Trek, Oberschlau, und ich hasse es wegen schleimiger seitwärts beleidigender Typen wie du einer bist. Madame BUTTerfly hat die Sicht ihrer Dinge geschildert, genau wie ich. Ich kann nicht für die Madame sprechen, aber ich tat es um dieser interessanten Diskussion zusätzlich Nahrung zu geben und außerdem auf den rekordverdächtigen Kommentar von Saftwürstel zu einzugehen. Wenn meine Einschätzung zur Starfleet von der hichwohlgeborenen Trek-Gemeinde kritisch gesehen wird (und ich habe nichts anderes erwartet), so hätte ich doch erwartet, dass ein niveauvollerer Kommentar zurück kommt als deiner. Aber es zeigten sich mal die Egomuskeln eines simpelgemütigen Vertreters der wohl stolzesten und zugleich widersprüchlichsten und arrogantesten Fan-Gemeinde aller Zeiten.

    Ich hätte mit Leuten wie Saftwürstel gerne noch die eine oder andere Thematik seines Kernposts und meiner Erwiderung erörtert, aber das scheint jetzt leider nicht mehr möglich, weil diese Diskussioen wie schon so oft hier bei Star Trek eingeschlafen ist.
    10.01.06, 11:29 Uhr
    Kurzundbündig
    unregistriert


    Ich glaube, der Ausgang der ganzen Diskussion hier war die Frage, wie unsere reale Zukunft aussehen wird und wann wir den Grad der Toleranz erreicht haben für ein friedliches Miteinander.

    Die Antwort: Wenn wir über solche Sachen wie unter anderem oben genannt nicht mehr nachdenken müssen, sondern sie einfach tun, ohne einem Rechtfertigungszwang zu unterliegen.
    (wie z.B. schwarze / asiatische / welche auch immer Offiziere, Frauenquote etc.)
    10.01.06, 12:52 Uhr
    Sinclair
    unregistriert


    Aus der Kolumne: "wird es wirklich eine friedliche Welt? Geht das überhaupt?"

    Ich sehe da auch schwarz. Es liegt in unserer Natur, Krieg zu führen und danach zu streben, mehr zu haben als unser Nachbar. Und die anderen Kriterien, warum wir einander misstrauen, verspotten und/oder fürchten, also Religionsfeindlichkeit, Rassismus, Randgruppendiskriminierung und die schlichte Sturheit, alles abzulehnen, was einem fremd oder seltsam erscheint, können nur dann irgenwann vergessen werden, wenn wir nicht mehr am Erscheinungsbild eines Menschen urteilen, sondern uns ein Urteil aufheben, bis wir die Qualitäten dieses Menschen erkannt haben.

    Wenn wir heute fremden menschen auf der Straße begegnen, schießt uns (oder den meisten zumindest) ungewollt durch den Kopf: "Der ist ein Asiate; der ist Schwarz; der ist Muslime (und wahrscheinlich ein Terrorist); der ist ein Alki; der ist ein Trottel... etc.
    Und dieses Urteilbilden anhand des Äußeren unseres Gegenüber entfremdet uns schon wieder bevor wir einander überhaupt kennengelernt haben.

    Noch zu den vielen Zukünften, die uns das Fernsehen aufgezeigt hat und ob sie "lebenswert" wären:

    Rein durch philosophische Augen gesehen, sah ich noch keine fiktive Zukunft, die ich als philosophisch lebenswert erachtet habe. Wäre ja auch ein wenig unsinnig von den Machern eine makellose Welt zu zeigen.

    B5: Regierung und Politiker sind noch um viele Ecken korrupter als heute, die Menschheit hat nichts gelernt und die Ignoranz und die Letharigie haben sogar noch zugenommen. Üble Zukunft.

    Space 2063: Ab ins All und gleich zu den Marines zu Kriegführen. Nein danke.

    Firefly: Weg vom Einflussgebiet der Allianz und sich in den Randzonen durchschlagen. Wäre womöglich sehr interessant aber wie man sah auch sehr hart, und ethnische Wertgefühle besitzt der Mensch auch immer weniger. Hinzukommend die Diktatur durch die Allianz. Also auch keine lebenswerte Zukunft.

    So könnte man nun mit jeder SciFi-Produktion hadern, aber ich belasse es dabei. Nur noch zu Star Trek: So gut gemeint und toll die Sternenflotte auch sein mag, ich möchte dennoch kein Kadett sein. Das ist nun nichts Persönliches, aber die Kadetten die man uns in den Serien vorgestellt hat (inclusive der protagonierenden (gibts das Wort?) Senior-Offiziere) waren alles (ok, mit ein paar Ausnahmen) aalglatte, maßgeschneiderte und ehrgeizige Beförderungsanwärter. Allesamt kurze Haare, saubere Rasur, hübsche Gesichter, keine Tatoos (oder?), kein Über- oder Untergewicht. Eine richtig "saubere" Gesellschaft also. Langweilig!
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