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Die webbeat-Rubrik "Makeitso" meldet:


Make it so - Der rote Faden


von Kevin Reymann



Guten Tag,

nein, dies ist keine Star Trek Kolumne, auch wenn es den Anschein erweckt. Mir gefiel lediglich der Titel. Vielmehr soll es hier um den Alltag im Mediendschungel gehen.

Den Anfang macht Anke Schäferkordt. Die RTL-Cheffin und Ex-VOX-Leiterin sagte in der vergangenen Woche, deutsche Fans seien zu dumm, den roten Faden in der Handlung einer Serie zu folgen. US-Serien haben in Deutschland daher keinen Erfolg. Naja, vielleicht nicht so direkt, aber viele Zuschauer denken so – dies konnte ich nicht zuletzt in den Kommentaren bei SF-Radio wiederholt feststellen. Fakt ist jedenfalls, dass US-Serien es in Deutschland immer schwerer haben. Warum ist das so?

Nahe liegend ist sicherlich der Grund, US-Serien haben immer öfter eine fortlaufende Handlung. Viele Zuschauer haben vielleicht keine Lust, jede Woche einzuschalten oder womöglich sogar eine Episode zu verpassen. Nicht selten hat man dann Probleme, in die Handlung wieder hineinzufinden. Hier wären wir wieder beim roten Faden – bei Serien wie „24“ oder „LOST“ kann man wohl schon von einem roten Tuch sprechen.

Aber der amerikanische Zuschauer, für den die Serien ja in erster Linie produziert werden, guckt doch auch zu, wenn Jack Bauer wieder jemanden abmurkst, ein Eisbär auf einer tropischen Insel herumläuft oder ein Kampfstern von ein paar Toastern gejagt wird. Das kann also auf keinen Fall der Hauptgrund sein.

Ist der deutsche Zuschauer vielleicht zu dumm? Hat PISA Recht? Liegt es an der Unterschicht? Schafft es der deutsche Zuschauer geistig nicht, einer Handlung über mehrere, eventuell sogar Jahre zu folgen? Halte ich auch für Schwachsinn. Sicherlich sind die Handlungen einiger Serien sehr komplex. „Commander in Chief“ (ich weigere mich an dieser Stelle den deutschen Titel zu benutzen) würde ich beispielsweise hierzu zählen, aber auch „LOST“, wo man mal nachdenken muss/sollte. Schließlich, zumindest habe ich Gerüchte in dieser Richtung gehört, soll man auch in Deutschland denken können.

Bei unseren Kollegen Serienjunkies.de konnte ich vor kurzem die Theorie lesen, es könnte daran liegen, dass der US-Zuschauer viel mehr Möglichkeiten hat, eine verpasste Episode zu sehen, z.B. durch Downloads in Portalen wie I-Tunes. Auch Quatsch! Solche Möglichkeiten gibt es keine zwei Jahre und vor zwei Jahren war Jack Bauer schon mit seinem dritten Terroristen beschäftigt.

Frau Schäferkordt sagte, US-Serien haben es in Deutschland immer schwerer. Gucke ich in eine aktuelle TV-Zeitschrift finde ich keine anspruchsvolle – in Deutschland produzierte – Serie. Einzig „Abschnitt 40“ hätte ich in dieses Schema eingeordnet, doch die Polizeiserie wurde von RTL leider abgesetzt – trotz recht anschaulicher Quoten.
Liegt es also vielleicht daran, dass dem deutschen Zuschauer einfach zuwenig zugetraut wird? Vielleicht.

Eine Antwort auf die Frage warum US-Serien mit zusammenhängenden Handlungen in Deutschland keinen Erfolg haben, kann ich nicht geben. Es gibt aber sicherlich mehr als nur einen Grund. Fakt ist, dass man das Publikum nie dazu bringt, neue Wege zu gehen, wenn man es nicht lässt. Bestes Beispiel ist da „The West Wing“. Die US-Serie, welche im Weißen Haus spielt und sich um den amerikanischen Präsidenten und seinen Stab dreht, hat sieben Staffeln, war in den USA sehr erfolgreich und ist bis heute nicht mit einer Episode im deutschen Fernsehen gelaufen.

Also, Frau Schäferkordt – Rechte sichern, synchronisieren und senden (es dürfen sich natürlich auch Kollegen in leitenden Positionen angesprochen fühlen).

Bis zum nächsten Mal,

Kevin Reymann

Quelle: SF-Radio
Die Meldung wurde am 18.10.2006 00:10 Uhr durch Kevin Reymann veröffentlicht.





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    Kommentare zu dieser Meldung
    18.10.06, 01:01 Uhr
    ich
    unregistriert


    also mittlerweile bevorzuge ich Serien mit nem roten faden ist doch spannend so was
    muss zugeben das mich die ersten folgen von der neuen lost Staffel ein bisschen enttäuscht haben weil sich das so hingezogen hat
    da muss man schon alle hinter einander weg schauen damit man es genießen kann

    da hätte ich auch keine Lust jede Woche nur eine folge zu sehen

    oder bei BSG da ist das doch ne richtige Tier Quälerei immer nur eine folge zu schauen ist ja als ob man auf Dauer Entzug ist
    18.10.06, 01:37 Uhr
    Ryld
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Aug 2006
    Der typische deutsche Durchschnittszuschauer lässt sich halt am liebsten von explodierenden Autos (so ziemlich alle RTL-Trash-Eigenproduktionen), Frauen beim Sextratsch (Sex&the City , Desperate Housewifes) und billigen Impro-Comedies/Spielshows vor die Flimmerkiste locken.
    Andere Serien interessieren ihn nur kurzzeitig während der Hauptwerbekampangne .

    Was ausser oben genannter Sendungen noch zieht , sind die Crime-Scene-Serien , bei denen trotz hoher Qualität praktisch kein roter Faden vorhanden ist und die irgendwie ausser Konkurenz laufen .

    Vieleicht liegt der schlechte Stand der anderen , anspruchsvolleren Serien auch daran , das Fernsehen in Deutschland primär zum Gehirn abschalten und breiseln lassen dient . Die wenigsten haben Lust sich nach 20:00 Uhr noch geistig auf eine fiktive Handlung zu konzentrieren , geschweige denn ihr über Monate zu Folgen .
    Hierzulande werden Serien halt als völlig trivial empfunden . Es existiert keinerlei Fankult oder weitergehende Promotion der Serien seitens der Sender . Man bekommt nie mitgeteilt in welcher Staffel oder Episode man sich grade befindet und die wenigsten Zuschauer kennen überhaupt die Namen der Darsteller .
    In Anbetracht mancher Drehbücher , Denkansätze und Schauspielerleistungen in vielen Serien sehr schade .

    Man könnte glatt mal die Frage stellen :

    Nimmt man Serien hierzulande nicht ernst genug oder in den USA einfach viel zu ernst und nehmen Serien ausser Unterhaltung noch einen weiteren gesellschaftlichen Stellenwert ein ?

    Beitrag geändert von Ryld [18.10.06, 01:39 Uhr]
    18.10.06, 01:47 Uhr
    Jeremy
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    "vor zwei Jahren war Jack Bauer schon mit seinem dritten Terroristen beschäftigt."

    Der Satz ist genial.
    Captain Jack: So, how was rehab?
    Captain John: Rehabs. Plural.
    Captain Jack: Drink, drug, sex and...
    Captain John: Murder.
    Captain Jack: Haha, you went to murder rehab?!
    Captain John: I know. Ridiculous. We all kill. What is it man?
    Captain Jack: You clean now?
    Captain John: Yeah, kicked everything. Living like a priest.
    18.10.06, 02:25 Uhr
    Honk
    Moderator/in
    Dauernörgler
    SF-Radio Team




    registriert seit:
    Jul 2006
    Weitere Möglichkeiten: 1. Downloads: Man will wissen, wie's weitergeht und nicht ewig warten und lädt sich die englischen Folgen dann runter. Damit ist man dem deutschen Fernsehen 1-2 Jahre vorraus (es sei denn, man kann/will sich Premiere leisten, dann nur ein paar Monate). Für Englisch-Liebhaber zusätzlich noch die Möglichkeit, es im Originalton zu sehen. Außerdem ohne Werbeunterbrechungen. Nachteil: Leider gibt es keine legale Möglichkeit zum Download zeitnah zur US-Ausstrahlung (sollte ich mich da irren, bitte berichtigen). Gerade bei Serien mit durchgehender HAndlung will man möglichst bald wissen wie's weitergeht, während bei Serien ohne jener einfach mal so einschalten kann...
    2. DVDs. Haben den Vorteil, dass man die Serien am Stück und ohne Verbeunterbrechung sehen kann. Viele US- Serien kann man in Videotheken leihen (oder natürlich auch kaufen). Außerdem kann man hier zwischen Deutsch und Englisch wählen. Außerdem legal.

    Ich persönlich hab mich früher aber auch oft von durchgehenden Serien im Fernsehen ferngehalten, weil ich mich damit quasi festlege, immer am selben Tag um die selbe Uhrzeit genau diese Serie zu sehen. Ich habe aber oft was anderes vor. Mittlerweile gibt es aber kaum noch Serien, die ich sehe, ohne durchgängige Handlung (Ausnahmen: How I Met Your Mother und Boston Legal, gelegentlich Simpsons).
    If complete and utter chaos was lightning,
    then he'd be the sort to stand on a hilltop in a
    thunderstorm wearing wet copper armour and
    shouting "All gods are bastards".
    - Rincewind
    18.10.06, 08:25 Uhr
    klotzwotz
    unregistriert


    So wie das deutsche Fernsehn Serienfans teilweise verar..
    müssen sie sich auch nicht wundern das sich Fans anders orientieren.
    Plötzliche Verschiebungen mit extrem kurzer Ankündigung, plötzliches absetzen nach 2-3 Folgen , Grotensyncro( Z.B. Avery Brooks im Orginal gg Sync) oder gar das verheizen einer neuen Serienstaffel in täglicher Auststrahlung nachmittags um 16:00 (war 4.Staffel DS9 so).
    Da besorgt der geneigte Fan sich doch seine Episoden lieber woanders, bei DS9 wars damals englische Videokasette heute ist es das Internet.

    klotzwotz
    PS Bin mal gespannt wie RTL mit ROME umspringt.
    Ich tipp auf spät abends oder um sämtliche Sex und Gewaltszenen gekürzt bis zu Unkenntlichkeit verstümmelt im Vorabend bzw Abendprogramm.
    Glaub auch nicht das sie es komplett zeigen - Absetzung folgt

    18.10.06, 09:35 Uhr
    Luked
    unregistriert


    Ja da stimme ich Honk zu. Wenn es zeitnah, d.h. höchstens 2 Tage später in Deutschland käme, dann sehe es wohl schon ganz anders aus. Ich denke, viele Folgen sind schon monate im vorraus vorproduziert. In der globalisierten Welt, sollten sich mal die deutschen Serienverantwortlichen mal mit den Produzenten an den Tisch setzen und erörtern, ob man die Synchros nicht vor der US-Ausstrahlung vorbereiten kann. Oder in D senden mit Untertitel. Das hätte auch was avangardistisches^^ Soweit ich weiß, soll ja Stargate auch schon Anfang Oktober zuende gedreht worden sein. Ich weiß zwar nciht, wie die PRoduktionsroutinensiondmit Schnitt oder letzte Änderung, aber da sollen die sich halt ins Zeug legen und um den Kunden werben.

    Für mich ist es sehr schwer, eine Woche oder noch länger zu warten, (bzw. zu zittern ob es abgesetzt/bis auf weiteres verschoben wird) und zu wissen, das es das schon seit 1 oder 2 Jahren woanderst gibt.

    my 2cents
    18.10.06, 09:39 Uhr
    Kurdwubel
    unregistriert


    Zitat:
    ... deutsche Fans seinen zu dumm dem roten Faden in der Handlung einer Serie zu folgen. ... Naja, vielleicht nicht so direkt, aber viele Zuschauer denken so – dies konnte ich nicht zuletzt in den Kommentaren bei SF-Radio wiederholt feststellen.

    Das kann man jetzt aber auch falsch verstehen... der SF-Radio-Durchschnittskommentierer beschwert sich ständig, dass er den Roten Faden nicht kapiert.

    Eine These zur Akzeptanzschwierigkeit solcher Serien in Deutschland wäre das beliebte nebenbei laufenlassen des Fernsehers. Aber das ist in den USA ja noch viel schlimmer. Nun weiß ich nicht, in wie sehr die Amerikaner sich nur beplätschern lassen wollen, in Deutschland sind es wohl nicht wenige. Und dann kommt noch die Sache mit der Quotenerfassung ins Spiel: Wie viele Leute haben denn so eine Quotenbox? Vor allem, ist das wirklich der Bevölkerungsdurchschnitt? Stellt Euch mal vor, nur die SF-Radio-Fans hätten eine Quotenbox... und wie werden die Quoten in den USA erhoben?
    18.10.06, 10:02 Uhr
    Ebenherz
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    Ich finde es etwas übertrieben von "zu dumm" in diesem Zusammenhang zu sprechen. Aber DAS US Serien es immer schwerer haben, das denke ich auch. Und ich bin auch überzeugt davon, das einer der Gründe, der rote Faden ist.
    Du hast das schon richtig angesprochen: Die meisten haben einfach keine Lust, jede Woche einzuschalten. Bei den jüngeren (Teenager, Studenten) ist das noch etwas anderes. Die lassen sich gern von einem aktuellen Kult mitreissen. Bei den älteren (und Deutschland wird immer älter) ist das aber schon anders. Ich brauche mich doch nur in meinem Bekanntenkreis umsehen. Dort sieht sich niemand eine Serie an, die über einen Dreiteiler hinausgeht. "24", "Lost"? Ja, da haben sie schon von gehört. Ist aber ja fortsetzungsmässig, oder? Ne, das sehen sie nicht. Und ich selbst? Ich sehe überhaupt kein fern. Ich leihe oder kaufe ausschließlich DVDs. Wenn ich also zwar Lost und 24 sehe, dann haben die Fernsehsender davon nichts. Und letztlich kommt es denen da ja drauf an. Man umgeht heute eben einfach das Fernsehen. Aber das kann so eine Fernsehchefin natürlich nicht laut sagen, als spricht sie lieber von "die sind zu dumm". Die sind zu dumm, sich die Werbung reinzuziehen. Die sind sogar so dumm, das sie sich die Folgen aus dem Netz ziehen oder auf DVD ansehen :-)
    18.10.06, 10:09 Uhr
    Kevin Dax
    Moderator/in
    Chefredakteur
    SF-Radio Team




    registriert seit:
    Jul 2006
    Zitat:
    Zitat von Kurdwubel
    Zitat:
    ... deutsche Fans seinen zu dumm dem roten Faden in der Handlung einer Serie zu folgen. ... Naja, vielleicht nicht so direkt, aber viele Zuschauer denken so – dies konnte ich nicht zuletzt in den Kommentaren bei SF-Radio wiederholt feststellen.

    Das kann man jetzt aber auch falsch verstehen... der SF-Radio-Durchschnittskommentierer beschwert sich ständig, dass er den Roten Faden nicht kapiert.


    Webseitenbetreiber haften nicht für Ihre Besucher...

    Zitat:
    Stellt Euch mal vor, nur die SF-Radio-Fans hätten eine Quotenbox...


    Soweit ich weiß hat zumindest in der Redaktion keiner eine solche Box. Aber wir sind wohl auch nicht repräsentativ, da wir uns jeden Mist anschauen und darüber berichten
    Wie es bei den Fans aussieht, weiß ich nicht. Ich bin mir aber auch nicht so wirklich sicher, ob eine solche Messung für die komplette Bevölkerung gelten kann.
    Pro 7 - we love to disappoint you
    18.10.06, 10:19 Uhr
    Kevin Dax
    Moderator/in
    Chefredakteur
    SF-Radio Team




    registriert seit:
    Jul 2006
    Zitat:
    Zitat von Ebenherz
    Ich finde es etwas übertrieben von "zu dumm" in diesem Zusammenhang zu sprechen.


    Ich sollte an dieser Stelle vielleicht klarstellen, dass Frau Schäferkordt das nie gesagt hat. Das war eine Theorie von mir, die ich ein paar Sätze weiter wiederlegt habe.
    Ob sie das nicht aber vielleicht gedacht hat, kann ich nicht ausschließen
    Pro 7 - we love to disappoint you
    18.10.06, 11:19 Uhr
    Cody
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    Ich denke die Diskussion läuft in eine falsche Richtung. Die Frage lautet vielmehr "Haben US-Serien mit rotem Faden im deutschen Fernsehen keine Chance?"

    Das kann man wohl mit JA beantworten.

    Erstens: Die deutsche Ausstrahlung kommt jedesmal viel zu spät. Ich erinnere da nur an den FreeTV-Start von BSG'03. An der Synchro liegts nachweislich nicht, die ist meist Monate, wenn nicht sogar ein Jahr vorher fertig. Die Sender wollen immer auf Nummer Sicher gehen bei neuen US-Serien und warten erst mal ab ob die Serie in den USA eine zweite Staffel erlebt.

    Zweitens: Die deutsche Einzigartigkeit der Videomarktbindung. Die aberwitzige Idee, eine Serie zuerst in den Videomarkt zu geben und dann den TV-Start deswegen zu verzögern ist einfach nicht nachvollziehbar. Eine neue Serie bringt im Videomarkt nur wenig, genauer gesagt in der Zielgruppe der Fans. Kommt diese Serie dann ins TV, so schaltet genau diese Zielgruppe nicht mehr ein. Es fehlt der "Weiterempfehlungseffekt".

    Drittens: Die selbsternannte Expertin für das Fernsehverhalten der deutschen Unterschichtsdummbratzen sollte mal lieber vorsichtig sein mit ihren Äußerungen. Immerhin ist eine RTL-Produktion mit rotem Faden sehr erfolgreich: Hinter Gittern. Über Geschmack läßt sich streiten, über Quoten nicht.

    Viertens: Wenn einem regelmäßig der Spaß an einer US-Serie mit rotem Faden verleidet wird, unterscheidet man unterbewußt nicht mehr zwischen dem "Mist" der von den deutschen Sendern verbrochen wird und der Qualität der Serie. Die ständigen Laufschrift-Einblendungen bei RTL2 sind nämlich echt nervend. Man muß sich schon fragen ob die Einnahmen aus Klingelton-Verkäufen die Verluste an Zuschauern kompensieren können welche wegzappen wenns mal wieder Laufschriftwerbung gibt.

    Viertens: Die Frage, ob die deutschen Sender den Zuschauern zu wenig zutrauen. Das ist ein Henne-und-Ei-Problem. Das ZDF war ursprünglich mit einer Justiz-Show sehr erfolgreich. Also haben es die Privaten nachgemacht und konnten damit auch Quote erzielen. Das ngebot an Justizshows wurde immer breiter und spezialisierter. Es wurden Formate für Jugendliche (Jugendgericht), kinderlose Paare (Zwei bei Kallwas) und so weiter erfunden. Daraus ergibt sich ein nicht zu unterschätzendes Gewöhnungs- (um nicht zu sagen Verdummungs-) potential. Denn kaum etwas ist weiter von der Realität entfernt als diese Jurashows. Gleiches gilt natürlich auch für die Heimwerker- und neuerdings Dinnershows. Ein derart konditionierter Zuschauer empfindet das Vorhandensein anspruchsvoller (US-) Serien mitunter sogar als störend. Die Frage ist also hier: Was war zuerst da? Die mangelnde Akzeptanz anspruchsvoller Serien durch den deutschen Zuschauer oder die Konditionierung auf TV-Fastfood durch die deutschen Sender?

    Die Ursache aller Probleme liegt an einer weiteren deutschen Einzigartigkeit. In kaum einem anderen Land der Welt gibt es ein derart breites Angebot an frei zugänglichen Sendern. Der Vergleich mit den USA hinkt, denn dort sind die meisten Sender nur verschlüsselt und/oder über regional begrenzte Kabelnetworks zu empfangen. Satelliten-Direktempfang ist in den USA nicht üblich. So streut sich die begrenzte Ressource "Zuschauer" über ein wachsendes Feld von Sendern. Die Folge ist, daß die Quoten kontinuierlich sinken. Dies drückt auf die Finanzkapazität der großen deutschen Sender. Dadurch werden teure US-Importe weniger lukrativ. Denn in absoluten Zahlen kostet der Import wohl mehr als man an Werbeeinnahmen in Relation zur Quote einnehmen kann.

    In Bezug auf seinen Bedarf an TV-Unterhaltung kann man sagen: Der Deutsche ist fett, faul und satt. Selbst das beste Dessert der Welt würde Brechreiz auslösen wenn es einem ohnehin schon bis oben steht.
    18.10.06, 11:56 Uhr
    Anubiz
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    hehe, und wenn ne serie keinen roten faden bekommt, greift pro7 sofort zu

    ein grund dürfte allerdings auch die gewohnheit sein: die heutigen 30jähren "mußten" sich in ihrer jugend mit den eltern vor der einzigen glotze wetten daß, Tatort & Co ansehen.
    und so, wie man es in bayern mit dem wählen hält (das ham die eltern schon gewählt, also mach ich das auch *g*), wird heutzutage das gesehen, was man früher gesehen hat
    18.10.06, 11:58 Uhr
    °655321
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Okt 2006
    Tja, Cody, da habe ich nicht viel hinzu zu fügen.

    Zitat:
    Bei unseren Kollegen Serienjunkies.de konnte ich vor kurzem die Theorie lesen, es könnte daran liegen, dass der US-Zuschauer viel mehr Möglichkeiten hat eine verpasste Episode zu sehen,

    Eine der Hauptgründe würde ich sagen. Ein durchschnittlich arbeitender Deutscher wird sich kaum die LOST-Wiederholung um 0:45 Uhr ansehen, wenn um 6:00 der Wecker schellt. Und von den vielen wechselschichtarbeitenden potenziellen Konsumenten gar nicht erst zu sprechen.

    @Ryld: Aber auch Deperate Housewives ist roterfadentauglich - und gerade deshalb sinken hierzulande mal wieder die Quote bei einer anspruchsvollen Show. Armes Deutschland... kleiner Fuchs...
    18.10.06, 12:06 Uhr
    Cody
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    Anubiz: Dem kann ich so nicht zustimmen. Ich wurde früher auch mit dem Musikantenstadl vergewaltigt, trotzdem geht mir das heute voll am Heck vorbei.
    18.10.06, 12:08 Uhr
    Kevin Dax
    Moderator/in
    Chefredakteur
    SF-Radio Team




    registriert seit:
    Jul 2006
    Zitat:
    Zitat von Cody
    Immerhin ist eine RTL-Produktion mit rotem Faden sehr erfolgreich: Hinter Gittern. Über Geschmack läßt sich streiten, über Quoten nicht.


    Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege. Aber fährt Hinter Gittern nicht seit Monaten mieserable Quoten ein? Die Episode vor zwei Wochen hatte die wenigsten Zusschauer in der Geschichte der Serie.
    Pro 7 - we love to disappoint you
    18.10.06, 12:27 Uhr
    Cody
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    @Dax: Kann schon sein, trotzdem ist Hinter Gittern bereits in der sechzehnten Staffel. Das allein kann man schon als großen Erfolg verbuchen. Wenn die Quoten in den letzten zwei Jahren runter gingen kann man das wohl kaum auf die Verblödung der Zuschauer schieben. Denn so schnell verblöden 2 Millionen Leute nicht ^^
    18.10.06, 12:31 Uhr
    einloggfauler Saftwürstel
    unregistriert


    Unterschicht? Sowas gibt es doch gar nicht. Das hat einer von der SPD gesagt, also muss es doch stimmen.
    ---
    Ansonsten: Vielleicht liegen die Gründe für Erfolg/Mißerfolg (gute Quoten/schlechte Quoten) einfach im Zeitpunkt. Die Leute schauen aus irgendwelchen zeitlichen (gemeint: etwa saisonelle) Gründen eine Serie (und bleiben bei ihr), andere sehen sie nicht; das alles unabhängig von Inhalt und Qualität. Purer Zufall.

    Ja, seeehr tiefsinnig. *achselzucken*
    18.10.06, 12:32 Uhr
    Kevin Dax
    Moderator/in
    Chefredakteur
    SF-Radio Team




    registriert seit:
    Jul 2006
    Zitat:
    Zitat von Cody
    @Dax: Kann schon sein, trotzdem ist Hinter Gittern bereits in der sechzehnten Staffel. Das allein kann man schon als großen Erfolg verbuchen. Wenn die Quoten in den letzten zwei Jahren runter gingen kann man das wohl kaum auf die Verblödung der Zuschauer schieben. Denn so schnell verblöden 2 Millionen Leute nicht ^^


    da wäre ich mir nich so sicher
    Aber es stimmt, die Serie war einst eine sehr gut deutsche Serie. Dieser mit einer betonung auf "war". Die Qualität nimmt von Folge zu Folge ab.
    Pro 7 - we love to disappoint you
    18.10.06, 12:33 Uhr
    Cody
    Benutzer/in


    registriert seit:
    Jul 2006
    Die Berechnung der Einschaltquoten ist sowieso eher ein Schätzeisen. Ich bin schon lange der Meinung daß sich nur eine ganz bestimmte Sorte von Leuten überhaupt an dieser Auswertgeschichte beteiligt.
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