Numb3rs
von Kristin Lenk Diskutiert über Numb3rs : Besucherkommentare (7)
| Numb3rs |
In TVision: #007 vom 25.07.2005
Originaltitel: Numb3rs (Numbers)
Deutscher Titel: Numb3rs (Numbers)
Produktionsland: USA
Genre: Krimi
Erstausstrahlung: 23. Januar 2005 auf CBS
Deutsche Erstaustrahlung: 4. September 2005 auf Pro 7
Status: Staffel 3 (USA)
Darsteller: Rob Morrow als FBI-Agent Don Eppes David Krumholtz als Prof. Charlie Eppes Peter MacNicol als Dr. Larry Fleinhardt Sabrina Lloyd als FBI-Agent Terry Lake Judd Hirsch als Alan Eppes Alimi Ballard als FBI-Agent David Sinclair Navi Rawat als Amita Ramanujan
Crew: Ridley & Tony Scott Executive Producers
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Numb3rs - Überraschungshit mit Spannung und Grips
Als Numb3rs in der Mitte der letzten Fernseh-Saison (Januar 2005) startete, gab man der Serie keine große Überlebenschance. CBS tauschte die Reihenfolge der ausgestrahlten Episoden mehrmals aus und auch der Programmplatz Freitagabend (in den USA besser bekannt als Timeslot of Death/Doom) ließ keine großen Hoffnungen zu. Doch ausgerechnet diese eigenwillige Serie vom namhaften Gespann Ridley und Tony Scott fuhr in einem der härtesten Sendeplätze unerwartet gute Quoten ein. Nicht nur liefen alle 13 Folgen der 1. Staffel weit besser als erwartet, Numb3rs pendelte sich schon nach kurzer Zeit auf einen stabilen Marktanteil ein. CBS reagierte schnell und orderte für die nächste Fernsehsaison eine volle 2. Staffel mit 22 Episoden.
Aber worum geht es eigentlich? Numb3rs dreht sich um das Ermittlerteam des FBI-Agenten Don Eppes, der seinen mathematisch hochbegabten Bruder Charlie zur Verbrechensbekämpfung heranzieht. Mithilfe seiner kriminalistischen Fähigkeiten und Charlies analytisch-scharfem Verstand gelingt es ihnen Formeln zu entwickeln, die kriminelle Verhaltensmuster aufdecken und vorhersehen können, ohne dabei jemals den menschlichen Faktor aus den Augen zu verlieren.
HAUPTCHARAKTERE:
Don Eppes ist FBI-Agent in Los Angeles und spezialisiert auf große Fälle. Vom Serientäter über Entführungen bis hin zur Terrorbekämpfung, als engagierter Ermittler stürzt Don sich mit Eifer und persönlichem Engagement in jeden neuen Fall. Wie wir erfahren haben ihm diese Eigenschaften im Privatleben einige Nachteile gebracht. Eine frühere Beziehung mit seiner Kollegin Terry scheint daran zerbrochen zu sein, obwohl es zwischen den beiden auch während der Arbeit noch heftig knistert. Seine familiäre Anbindung an seinen jüngeren Bruder und seinen Vater hat sich nach dem Krebstod der Mutter vor einigen Jahren deutlich verstärkt. Trotzdem fällt es Don zunächst nicht leicht zu akzeptieren, dass Charlies mathematische Fähigkeiten tatsächlich auch auf seine Arbeit anzuwenden sind. Erstmal davon überzeugt, zieht Don Charlie jedoch immer öfter als Hilfe heran, was das komplizierte Verhältnis zwischen den beiden Brüdern verbessert.
Charlie Eppes ist sicherlich der jüngste Professor an der fiktiven Southern California Technical University (angelehnt an die tatsächlich existierende CALTECH-Uni von der diverse mathematische Ratgeber der Show stammen). Charlie ist ein mathematisches Wunderkind, das mit 13 Jahren zur selben Zeit wie sein älterer Bruder den Highschool Abschluss machte, um dann an der Princeton Universität zu studieren. Charlie ist nicht unbedingt ein weltfremder Wissenschaftler, kann sich aber nur allzu schnell für mathematische Probleme begeistern und wirkt dadurch manchmal abwesend. Im Laufe der Serie wird klar, dass Charlie in vielen unterschiedlichen Sparten der Mathematik sehr begabt und bewandert ist. Sogar die NSA hat den jungen Mathematiker schon als Berater herangezogen. Trotz seiner Begeisterung für analytische Fragen sieht Charlie, wie sein Bruder, auch immer das menschliche hinter Opfern und Tätern.
Alan Eppes ist der verwitwete Vater des Bruderpaars, der eigentlich seinen Ruhestand genießen möchte, wären da nicht seine beiden Söhne, die ständig in seinem Haus herumhängen. Während Charlie noch im Hause seines Vaters wohnt, hat Don eigentlich ein eigenes Apartment - trotzdem ist er ständig im Elternhaus anzutreffen. Als Alan das Haus verkaufen will, kauft Charlie es heimlich, damit sich an der Situation nichts ändert. Weise und gutmütig, aber mit Nachdruck, muss Vater Eppes seine Söhne oft daran erinnern, dass es neben der Arbeit auch ein Privatleben geben sollte.
Larry Fleinhardt ist der Mentor, Freund und Kollege von Charlie Eppes und nicht selten der Archetyp eines zerstreuten Wissenschaftlers. Oft und gern lässt er sich von Charlie bei seiner Arbeit an der sog. "String-Theory" helfen. Charlies Beteiligung an Dons Arbeit sieht Larry jedoch oft mit Besorgnis, da er sich von seinem jungen Freund noch diverse mathematische Geniestreiche erhofft. Nicht selten helfen Charlie seine hingeworfenen Bemerkungen bei der Lösung eines kriminalistischen Problems. Larry bleibt, was die mathematische Vorhersage von menschlichem Verhalten angeht, allerdings recht skeptisch.
Agent Terry Lake ist Don Eppes Partnerin beim FBI und gleichzeitig seine Ex-Freundin. Die beiden arbeiten jedoch ohne Probleme freundschaftlich zusammen. Die zierliche Profilerin reagiert kurz skeptisch auf Charlies Mitarbeit, respektiert aber sowohl Dons als auch Charlies Kompetenz auf ihrem Gebiet. Auch mit dem jungen Mathematiker verbindet sie eine lockere freundliche Beziehung. Die Rolle von Terry Lake ist nur in der ersten Staffel vorhanden. In der demnächst startenden zweiten Staffel wird sie durch die FBI-Agentin Megan ersetzt.
David Sinclair ist der Neuling in Dons FBI-Team. Schon in der ersten Folge bekommt er Gelegenheit seine Teamfähigkeit und Nützlichkeit zu beweisen. Auch er ist von Charlies Methoden zunächst nicht überzeugt, fügt sich später jedoch nahtlos in das Team ein. Er stellt sich als zuverlässiger Partner heraus, der Don notfalls den Rücken freihält und sich nicht scheut sein Leben für andere aufs Spiel zu setzen.
Amita Ramanujan ist eine junge indische Doktorandin, die sich von Charlie bei ihrer Arbeit beraten lässt und ihm bei diversen mathematischen Problemen zu Seite steht. Zwar gesteht sie, dass ihre Eltern in Indien schon lange eine Heirat für sie arrangiert haben, sie aber nicht die geringste Absicht hat, diesen Mann auch wirklich zu heiraten. Die Freundschaft zwischen ihr und Charlie scheint nur eine Vorstufe zu einer Liebesbeziehung zu sein, auch wenn beide scheinbar nicht wissen, wie sie es anstellen sollen. Die ehrgeizige Studentin hat vor, auch noch in einem anderen Fach zu promovieren und deshalb an der Universität zu bleiben.
FAZIT: Nach dem Genuss der gesamten ersten Staffel wundert es wenig, dass Numb3rs sich in den USA als Hit herausstellte. Die eigenwillige Mischung aus Kriminalistik und Mathematik gibt Einblicke in Ermittlungsmethoden, die nicht nur vom FBI herangezogen werden. Gleichzeitig ist es erfrischend, dass Numb3rs diese Methoden nicht als unfehlbar hinstellt. Sicher, Zahlen lügen nicht, doch das menschliche Element 'freier Wille' ist nicht immer berechenbar und auch die Menschen, die diese Berechnungen anstellen können Fehler machen. Die Fälle sind vielfältig und spannend, doch vor allem die Interaktion der Charaktere und der Wechsel von Ermittlungen zu häuslicher Sphäre tragen viel zum besonderen Charme von Numb3rs bei.
Gerade die Interaktion des ungleichen Bruderpaares Don und Charlie und das Zusammenspiel ihrer Darsteller macht einen großen Teil von dem aus, was die Serie von anderen Krimiserien abhebt. Nicht selten müssen sich Don und Charlie damit auseinandersetzen, dass der eine den anderen nicht versteht. Oft kann Don den Geistessprüngen seines genialen Bruders nicht folgen und Charlie ist enttäuscht, weil Don ihn missversteht. Das gemeinsame Zueinander finden durch die Verbrecherjagd wird gleichzeitig auch als Arbeit an der geschwisterlichen Beziehung betrachtet.
Aber von Ridley Scott hatte man ja eigentlich auch keine seichte Unterhaltung erwartet. Jeder einzelne Charakter hat Tiefe, die über jede Episode herausgearbeitet wird. Eine reizvolle Serie, die eine neue Herangehensweise an das Genre und viel Unterhaltung und Spannung bietet. Hoffen wir, dass der Weggang von Sabrina Lloyd und die Addition von zwei neuen Charakteren in Staffel 2 das fragile Gleichgewicht der großartigen Chemie zwischen den Darstellern nicht durcheinander bringt.
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