Desperate Housewives
von Matthias Pohlmann Diskutiert über Desperate Housewives : Besucherkommentare (6)
| Desperate Housewives |
In TVision: #008 vom 05.09.2005 #014 vom 28.11.2005
Originaltitel: Desperate Housewives
Deutscher Titel: Desperate Housewives
Produktionsland: USA
Genre: Dramedy
Erstausstrahlung: 03.10.2004 (abc)
Status: Staffel 3 (USA)
Darsteller: Brenda Strong als Mary Alice Young Marcia Cross als Bree van de Kamp Eva Longoria als Gabrielle Solis Felicity Huffman als Lynette Scavo Teri Hatcher als Susan Mayer Nicolette Sheridan als Edie Britt Steven Culp als Rex van de Kamp Jamie Denton als Mike Delfino
Crew: Michael Edelstein Executive Producer Charles Pratt Jr. Executive Producer Tom Spezialy Executive Producer Marc Cherry Executive Producer Creator
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In einem schönen, nein wunderschönen, nein pittoresken und idyllischen amerikanischen Vorort, genauer in der Wisteria Lane dieses Vororts spielt DIE Serie der TV-Season 2004/05. Hier ist alles absolut perfekt und alle Leute sind glücklich. Besonders glücklich scheint Mary Alice Young zu sein, deshalb erschießt sie sich auch gleich zu Beginn des Pilotfilms - zum Erstaunen ihrer Freundinnen Bree van de Kamp, der absolut perfekten Ehefrau (von Rex) und Mutter, Gabrielle Solis, die mit Carlos kinderlos verheiratet ist, der wiederum mehr Geld ausgibt als sie ausgeben kann, Lynette Scavo, die dafür gleich vier Kinder hat und deshalb als einstige Karrierefrau mittlerweile auch Hausfrau ist und Susan Mayer, die als Einzige ein Problem zu haben scheint - denn sie wurde mit ihrer Tochter von ihrem Mann sitzen gelassen.
Auf Mary Alice Young muss der Zuschauer zum Glück trotz ihres frühen Todes nicht verzichten - sie kommentiert fortan nämlich das Geschehen in der Wisteria Lane mit beißendem Spott. So zeigt sich auch sehr schnell, dass Bree mehr Albtraum als Traumfrau ist, die mangels eigener Identität zur Inkarnation der perfekten Hausfrau zu werden versucht. Nichts ist wichtiger als die Fassade - deshalb versucht sie ihren Mann auch zu vergiften, als dieser ihr entnervt erklärt, dass er die Scheidung wolle.
Gabrielle ist das Muster einer gelangweilten reichen Ehefrau, die von ihrem "Göttergatten" gerne mal gedemütigt wird und sich daraufhin einen Liebhaber (natürlich den jungen Gärtner) zulegt. Selbstverständlich darf von dieser Affäre niemand etwas mitkriegen und Gabrielle kennt bei ihren Vertuschungsversuchen weder Skrupel noch Grenzen. Lynette hingegen ist als Mutter unter anderem zweier hyperaktiver Zwillinge überfordert und kämpft sich durch jeden einzelnen Tag. Immerhin schafft sie es abends noch, ihren hormongesteuerten Ehemann nach dessen Rückkehr von der x-ten Geschäftsreise k.o. zu boxen, als dieser sie mit den Worten "Let´s risk it" ohne Kondom "beglücken" will.
Susan hingegen versucht verzweifelt, den neu hinzugezogenen Junggesellen Mike Delfino für sich zu gewinnen - dass dabei nebenher auch mal das Haus der Rivalin Edie in Flammen aufgeht, kann man getrost als Kollateralschaden verbuchen.
Als die vier Freundinnen den Nachlass von Mary Alice verräumen, fällt ihnen ein mysteriöser Brief in die Hände, den diese am Tag ihres Selbstmordes erhalten haben muss. Auch der Witwer verhält sich sehr seltsam - da wird im Pool gegraben, dann eine Kiste wo-auch-immer versenkt, um dann doch gefunden zu werden (Was mag da drin sein?). Der Sohn der Verblichenen bricht mal eben ins Haus der van de Kamps ein - nur um dieses mit perfektem Weihnachtsschmuck zu versehen, kurze Zeit später ist er verschwunden. Nur sein Vater scheint zu wissen, wo sich sein Sohn aufhält, sagt der aber die Wahrheit?
Fast ausnahmslos jede Handlung der Folgen wird dabei mit beißendem, ja ätzendem Spott von Mary Alice aus dem Off kommentiert, böser geht es wirklich nicht mehr. Und so gesellt sich zu ja durchaus als gelungen und als "spannend angelegt" zu qualifizierenden Charakteren und ebensolchen Plots (z.B. "Das Geheimnis der Mary Alice") ein Humor, der einen mal in schallendes Gelächter ausbrechen lässt, mal aber einem das Lachen im Halse stecken bleiben lässt. Die erste Staffel Six Feet Under wird manchmal als Vergleich hergezogen - "Desperate Housewives" ist aber eher noch bösartiger. Auch wenn (im Unterschied zu "Six Feet Under") "Desperate Housewives" nicht von "American Beauty"-Schöpfer Alan Ball stammt, so ist doch dessen Kinofilm am ehesten geeignet, die Richtung von "Desperate Housewives" zu beschreiben. Entgegen mancher (auch eigener) Befürchtungen nutzt sich diese Serie nicht ab, sondern gewinnt im Verlaufe der Folgen eher noch an Fahrt - hier hat Autor Marc Cherry (Golden Girls (!)) wirklich eine ideale Mischung aus Komödie, Drama und (ein wenig) Mystery geschaffen - verdientermaßen gab es im ersten Jahr neben anderen Preisen gleich zwei Emmys - für die Serie als Ganzes und für Teri Hatcher.
Fazit
Wie die Synchronisation gelungen ist, lässt sich zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht sagen - anlässlich des Starts auf Premiere im vergangenen Jahr (dort in OV, zeitnah zur US-Erstausstrahlung) schrieb die österreichische Tageszeitung "Der Standard":
Launige Geschichten und herrlich boshafte Dialoge machen das zu einem ziemlich genialen TV-Vergnügen. Und das allerbeste: zu sehen in englischer Originalfassung."
So ist es. Einschalten!
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