Fringe
von Gisa von Delft Diskutiert über Fringe : Besucherkommentare (4)
| Fringe |
Originaltitel: Fringe
Produktionsland: USA
Genre: Science fiction, Mystery, Crime
Erstausstrahlung: 09. September 2008
Darsteller: Joshua Jackson als Peter Bishop John Noble als Dr. Walter Bishop Anna Torv als Olivia Dunham Jasika Nicole als Astrid Farnsworth Blair Brown als Nina Sharp Lance Reddick als Phillip Broyles Kirk Acevedo als Charlie Francis Mark Valley als John Scott
Crew: J.J. Abrams Exe. Producer Bryan Burk Exe. Producer Alex Kurtzman Exe. Producer Roberto Orci Exe. Producer Alex Graves Exe. Producer Jeff Pinkner Exe. Producer
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Das Flugzeug des Grauens - J.J. Abrams schlägt wieder zu
Fast könnte man schon eine Quizfrage daraus basteln: 'Woran erkennt man eine Serie von J.J.
Abrams?' Antwort: 'Sie beginnt mit einer Flugzeugkatastrophe.' Die ersten Szenen von
Fringe spielen, wie die seiner Erfolgsserie Lost, während eines Fluges und zwar von Hamburg nach Boston. Wahrhaft grausige Szenen spielen sich auf Flug 627 ab und nach der Landung via Autopilot bekommt das FBI entsetzliche Bilder zu Gesicht. Unter den Agenten befindet sich Olivia Dunham (Anna Torv) die bemüht ist, die Affaire mit ihrem Partner John Scott (Mark Valley) geheimzuhalten. Als die beiden von Homeland Security-Agent Phillip Broyles (Lance Reddick) auf den Fall angesetzt werden, gerät Scott in
einen lebensbedrohlichen Zustand, ausgelöst von einer Chemikalie, mit der er in Berührung kommt.
Rettung für Scott kann es nur noch durch Dr. Walter Bishop (John Noble) geben. Er ist ein genialer
Wissenschaftler, der früher in Sachen Randzonen-Wissenschaft für die Regierung arbeitete. Dummerweise
befindet er sich aber seit 17 Jahren in einer Psychiatrischen Anstalt. Die Kontaktaufnahme ist nur
über dessen Sohn Peter (Joshua Jackson) möglich, der zwar offenbar die Genialität seines Vaters
geerbt hat, jedoch völlig andere, nicht immer ganz gerade Wege gegangen ist. Außerdem hat er seit
Jahren nichts mehr mit seinem Vater zu tun gehabt. Olivia gelingt es allerdings, Peter dazu
zu bewegen, seinen Vater aus der Anstalt zu holen und sich in der nun beginnenden Zeit der
Untersuchungen um ihn zu kümmern und letztlich auch mit ihm und Olivia zusammenzuarbeiten.
Die Ermittlungen des Teams drehen sich schließlich um grenzwertige Technologien, mit denen irgendwer
zu experimentieren scheint. Dieses Mysterium, so erfahren sie, hat einen Namen: The Pattern.
Irgendeinen Zusammenhang gibt es anscheinend auch mit der weltweit führenden Forschungsgesellschaft
Massive Dynamic, die die Patente für eine Reihe neuer und wichtiger Technologien besitzt.
Die Sendung mit der Kuh
Wie von ihren Erfindern erwähnt, nimmt Fringe Anleihen bei Serien wie The X-Files oder
The Twilight Zone. Darüber hinaus ist diese Serie einerseits procedural (es gibt also pro
Folge gewissermaßen einen 'Fall' wie beispielsweise bei einer Justizserie), dann aber auch wieder extrem fortsetzungsorientiert, denn die Hintergründe, Motive und Verursacher der Geschehnisse bleiben zunächst im Dunklen und lassen Raum für allerlei Spekulationen - hier lässt Lost grüßen. Es kann also nur zum wiederholten Male festgestellt werden, dass es nichts wirklich Neues mehr gibt. Die Qualität einer Serie kann nur durch die Zusammen- und Umsetzung bekannter Ideen bestimmt werden. Und natürlich durch die Schauspieler und die Produktion. Alles in allem ist das hier recht gut gelungen. Die Mischung von Sience, Sience Fiction, Mystery und Crime ist wohldosiert und auch ein angemessener Schuss Comedy fehlt nicht.
Was für mich den eigentlichen Reiz der Serie ausmacht ist aber vor allem das seltsame Ermittlungsteam. Bereits in der 2. Episode fühlte man sich sehr vertraut mit Olivia und den Bishops. Dieses familiäre Gefühl ermuntert einen, wieder einzuschalten. Sehr gelungen ist der Charakter Dr. Walter Bishop. In seine Genialität funken immer wieder die Restbestände des langen Aufenthalts in der Psychatrie hinein, was den Charakter wirklich einzigartig macht. So
vergisst er oft Dinge total wieder, was zu schönen Schmunzelszenen führt.
Ein Beispiel sei erlaubt: Dr. Bishop beantragt für die Untersuchung des dritten Falles ein Labor. Er habe bereits eines, ob er das
vergessen hätte, fragt sein Sohn. Vater Bishop bestätigt das, stellt dann aber strahlend fest,
das sei eine gute Neuigkeit. Bei der Umsetzung seiner Untersuchungs-Ideen - wohlgemerkt geht es hier
um grenzwertige Phänomene (woher die Serie ihren Namen hat) - kommt dann mitunter ein Hauch
Frankenstein mit ins Spiel, wenn er sein Improvisationstalent unter Beweis stellt. Gleich zu Anfang
verlangt er, eine Kuh für sein neues Labor zu bekommen. Da klar ist, dass der Mann ansonsten keinen
Finger krümmen würde, wird ihm sein Wunsch erfüllt. So gehört das Tier fortan zum Team. Auch das Vater-Sohn-Verhältnis ist sehr schön
dargestellt. Peter, der anfänglich nicht begeistert ist von der Idee, seinen alten Herrn aus der
Anstalt zu holen, beweist doch ein sehr gutes Händchen für ihn und entwickelt viel
Einfühlungsvermögen in seinen Vaters. Ebenso gelungen ist die Figur der FBI-Agentin, die
mit Anna Torv eine überzeugende Darstellerin gefunden hat und das Team wunderbar ergänzt.
Fazit:
Eine gelungene Genremischung mit besonderen, einwandfrei dargestellten Charakteren. Der Main Cast ist
überschaubar und einem schnell vertraut was bei einer Serie eindeutig große Vorteile bringt, weil man
vertraute Personen gerne wieder 'zu sich einlädt'. Ebenso positiv ist der Hauch Comedy, in der
ansonsten spannenden, doch mit gemäßigtem Tempo erzählten Story, was mir persönlich besser gefällt als ein Voranhetzen, das der Charakterentfaltung keinen Spielraum lässt. Das kann was werden -
dieser vorsichtige Optimismus muss zum Schluss noch geäußert werden, nach erst drei Episoden. Alles
weitere wird die Zeit zeigen.
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