CSI:NY
von Matthias Pohlmann Diskutiert über CSI:NY : Besucherkommentare (4)
| CSI:NY |
In TVision: #003 vom 30.05.2005
Originaltitel: CSI:NY
Deutscher Titel: CSI:NY
Produktionsland: USA
Genre: Crime
Erstausstrahlung: September 2004 (USA)
Status: 3. Staffel (USA)
Darsteller: Gary Sinise als Det. Mac Taylor Melina Kanakaredes als Det. Stella Bonasera Carmine Giovinazzo als Detective Danny Messer Anna Belknap als Det. Lindsay Monroe (2005-) Vanessa Ferlito als Aiden Burn Hill Harper als Chief Medical Examiner Dr. Sheldon Hawkes Eddie Cahill als N.Y.P.D Homicide Det. Don Flack
Crew: Jerry Bruckheimer Executive Producer Danny Cannon Executive Producer Ann Donahue Executive Producer Andrew Lipsitz Executive Producer
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Im Herbst 2004 war es soweit: Auf CBS debütierte die dritte Serie des CSI-Franchises. Nach Las Vegas und Miami sollte dieses Mal New York der Schauplatz des Handelns sein. Und nachdem CBS jahrelang kein Rezept gegen die Mittwochsdominanz der nun schon im fünfzehnten Jahr laufenden Serie Law & Order finden konnte, sollte CSI: NY die lange gesuchte Wunderwaffe sein. Da auch alle Law & Order-Serien in New York spielen, war also die Schlacht "New York vs. New York" eröffnet. Am Ende der Season hatte CSI:NY sowohl bei den Gesamtzuschauern als auch bei den 18-49-Jährigen knapp die Nase vorn - aus dieser Warte ist CSI:NY also schon einmal gelungen.
Doch lohnt sich die Serie auch inhaltlich? Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Jein. In den ersten Folgen leisteten die Macher von CSI:NY Beachtliches. Mit ungewöhnlichen Bildern und wunderbarem Sound schufen sie schon abseits des Inhalts ein außerordentliches Stück Fernsehen. Düstere Bilder, oft fast schwarz-weiß, prägten die Serie. Die Büros der CSIs waren in einem dunklen, alten Gewölbe platziert, so dass die Serie insgesamt den Eindruck vermittelte, Fernsehen als eigene Kunstform zu begreifen und mit dessen Möglichkeiten zu spielen. Auch die erzählten Geschichten waren gleich deutlich anders als die aus Las Vegas oder Miami - sie waren "geerdeter" und in ihrer Stimmung - passend zu Ton und Musik - eher düster; man hatte tatsächlich das Gefühl, dass dieser Bild- und Tonsprache Storys auf den Leib geschrieben wurden.
Auch eine starke Darstellerriege hatte ihren Anteil daran, dass der Autor dieser Zeilen mit der ersten Folge schon Fan dieser Serie wurde.
Da wäre zuallererst Gary Sinise, unter anderem aus Forrest Gump und Der menschliche Makel bekannter Kinoschauspieler. Er kam zum CSI-Franchise über seinen alten Freund William Petersen (Gil Grissom aus CSI - Crime Scene Investigation), mit dem er eine gemeinsame Theatervergangenheit (Steppenwolf Company) hat. Sein Charakter, Detective Mac Taylor, ist wieder eine eigenständige Persönlichkeit und unterscheidet sich deutlich von seinen "Kollegen" in Las Vegas und Miami.
Mit Melina Kanakaredes alias Detective Stella Bonasera wird die "Nummer zwei" im Team von einer Schauspielerin dargestellt, die bereits eine Leadrolle in einer Fernsehserie hatte (Providence: Dr. Sydney Hansen). Wie bei vielen anderen US- Schauspielern lassen sich auch bei ihr Spuren zu NYPD Blue finden, wo sie 1995 mehrere Gastauftritte hatte. Ihre Figur in CSI:NY ist die wohl stärkste Frauenfigur im CSI-Franchise - gleichauf mit Marg Helgenbergers Catherine Willows aus der Mutterserie.
Eddie Cahill ist ein weiterer ehemaliger Hauptdarsteller einer Serie (Glory Days, zu deutsch CSL - Crime Scene Lake Glory: Mike Dolan) und hat in CSI:NY die Rolle des Detective John Flack, der nicht zum forensischen Team gehört, sondern zur "regulären" Polizei - er ist also sozusagen das Gegenstück zu Paul Guilfoyle.
Hill Harper ist der Pathologe im Team - Dr. Sheldon Hawkes, ein Mann mit sehr schwarzem Humor. Harper kennt man aus zahlreichen Gastauftritten in bekannten Serien von NYPD Blue bis E.R..
Vanessa Ferlito dürften diejenigen kennen, die die dritte Staffel von 24 verfolgt haben - dort war sie Claudia. Als Gastdarstellerin war sie auch schon in den Sopranos und in Law & Order zu sehen.
Carmine Giovinazzo ist der dem deutschen Zuschauer Unbekannteste im Team - sein Charakter ist der des Danny Messer, einem aufstrebenden Forensiker. Jeweils ein Gastauftritt in Buffy und Providence und Nebenrollen in den Kinoproduktionen No Way Home (dt. Unter Brüdern) und Black Hawk Down stehen in seinen Credits.
Der gesamten Cast ist extrem hoch anzurechnen, dass sie sehr unaufdringlich und doch eindrucksvoll spielen. Auch die von ihnen porträtierten Charaktere unterscheiden sich deutlich von denen der anderen CSI-Serien.
Und so war eigentlich alles perfekt - wenn die Verantwortlichen nicht der Mut verlassen hätte. Denn die besondere Bildsprache ging schon ab der fünften Folge Stück für Stück verloren, auch das Gewölbe verlor einiges von seiner dunklen Atmosphäre, indem man nachträglich Fenster einbaute. Und das anfangs durchgängig zu bewundernde "Thema" Schwarz-Weiß geht zu Gunsten einer fast schon übermäßigen Colorierung verloren. So bleibt in der zweiten Hälfte der ersten Staffel von einer außergewöhnlichen Serie nur noch eine sehr gute Cast mit guten (aber nicht mehr besonders düsteren) Geschichten übrig - und der Gewölbekeller, der ein eigenes Feeling verursacht. Doch dieser Keller wird in der zweiten Staffel ebenfalls weg sein, wenn das Labor in ein Hochhaus umzieht.
Natürlich macht CSI:NY auch noch im späteren Verlauf der ersten Staffel Spaß, insbesondere auf Grund der starken Cast. Doch wenn man die ersten Folgen kennt, dann blutet einem schon das Herz, wenn man die späteren Folgen ansieht und sich überlegt, was da möglich war.
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