Raumpatrouille Orion


:: Staffel Eins


:: 1x01 Angriff aus dem All
:: 1x02 Planet au├čer Kurs
:: 1x03 Die H├╝ter des Gesetzes
:: 1x04 Deserteure
:: 1x05 Kampf um die Sonne
:: 1x06 Die Raumfalle
:: 1x07 Invasion


Raumpatrouille Orion Episodenguide


1x06 "Die Raumfalle"

[Die Raumfalle]


 ź Kurzinhalt :: Inhalt :: Review :: Notizen :: Zitate :: Eure Meinung (1)  

Regie:
Theo Mezger
Drehbuch:
Rolf Honold, W.G. Larsen

Hauptdarsteller:
Dietmar Sch├Ânherr (Major Cliff McLane)
Eva Pflug (Leutnant Tamara Jagellovsk)
Claus Holm (Leutnant Hasso Sigbj├Ârnson)
Wolfgang V├Âlz (Leutnant Mario de Monti)
F. G. Beckhaus (Leutnant Atan Shubashi)
Ursula Lillig (Leutnant Helga Legrelle)
Benno Sterzenbach (General Wamsler)
Friedrich Joloff (Oberst Villa)

Darsteller:
Franz Schafheitlin (Sir Arthur)
Hans Cossy (Marschall Kublai Krim)
Thomas Reiner (M. Spring-Brauner)
Wolfgang B├╝ttner (Tourenne)
Reinhard Glemnitz (Pieter-Paul Ibsen)
Hans Epskamp (Minister)
Sigurd Fitzek (Henryk)

 Kurzinhalt
Die ORION-Crew ger├Ąt durch einen Gast, den sie an Bord nehmen musste, in ziemliche Schwierigkeiten. Seinetwegen m├╝ssen sie auf dem Asteroiden Mura, auf dem sich eine Strafkolonie der Erde befindet, landen. Dort geraten sie in die Gewalt eines gr├Â├čenwahnsinnigen Wissenschaftlers, der die Kolonie unter seine Herrschaft gebracht hat. Er will die ORION, um damit zu den Frogs ├╝berlaufen zu k├Ânnen.


 Inhalt
Bei dem Auftrag, Lichtsporen zu bergen, die m├Âglicherweise f├╝r die Verbreitung von Leben in der Galaxis verantwortlich sind, bekommt McLane zu allem ├ťberfluss auch noch einen Passagier f├╝r die ORION. Der bekannte Science Fiction-Autor Pieter-Paul Ibsen, der mit der Tochter eines Ministers verlobt ist, verschaffte sich ├╝ber diese Beziehungen die Erlaubnis, f├╝r den Flug.

Der m├Ąnnliche Teil der Besatzung ist ziemlich genervt ├╝ber den arroganten Schreiberling, der bei ihnen als "Pipo" bekannt ist und von dessen Romanen McLane findet, dass sie weltber├╝hmt seien spr├Ąche nicht gerade f├╝r die Welt. Doch Helga Legrelle ist ziemlich begeistert von ihrem Gast und Tamara findet ihn am├╝sant. Als sie das Zielgebiet erreichen ├╝berredet Ibsen McLane, ihn allein mit einer Lancet fliegen zu lassen, da das sein gro├čer Traum sei. Der unerfahrene Theoretiker hat zwar den Lancet-Flugschein mit Auszeichnung bestanden, doch dann schaltet er die Automatik ab, auf die McLane das Lancet gesetzt hatte und kommt promt vom Kurs ab. Er landet schlie├člich auf Mura. Dort befindet sich eine Straf- und Verbannungskolonie der Erde, auf der die Gefangenen die Macht ├╝bernommen haben.

Nachdem zwei Startversuche gescheitert sind, steigt Ibsen aus und wird sogleich von den Rebellen gefangen genommen. Ihr Anf├╝hrer ist Tourenne, ein gr├Â├čenwahnsinniger Wissenschaftler, dessen skrupellose Menschenversuche mit neuartigen L├Ąhmungsstrahlen ihn nach Mura gebracht haben. Er fordert Ibsen auf, die ORION herbeizurufen, was jener nach einer kleinen Folteraktion auch tut. Da der Asteroid Mura eigentlich nur vom GSD angeflogen werden darf und McLane nun wirklich keine Lust hat, wegen Pipo dort zu landen, startet er erst nach ausdr├╝cklicher Erlaubnis durch Lt. Jagellovsk, die ihm diese leider erteilt, damit sie beide nicht in Teufels K├╝che kommen, wenn sie ohne Ibsen zur├╝ckkehren w├╝rden.

Unterdessen wird auf der Erde der Minister ziemlich nerv├Âs, weil die Lichtspruchverbindung zur ORION aufgrund magnetischer St├Ârfelder abgebrochen ist.

Die ORION landet auf Mura. Dort meldet sich Tourenne und droht, Ibsen umzubringen wenn die ORION-Crew nicht unbewaffnet das Schiff verl├Ąsst. McLane hat keine Wahl. Die ORION-Crew wird von bewaffneten M├Ąnnern in Empfang genommen und getrennt, McLane wird zu Tourenne gebracht. Jener hat vor, mit Hilfe der ORION zu den Frogs ├╝berzulaufen, da die Erde ihn und seine Mitverbannten nicht mehr will und sie die Menschheit zutiefst hassen. Er freut sich besonders dar├╝ber, dass es nach langem beharrlichen Warten gerade die ORION ist, die ihnen in die H├Ąnde gefallen ist. McLane ist entsetzt, als er erf├Ąhrt, dass Tourenne den Exoterristen seine gef├Ąhrlichen L├Ąhmungsstrahlen anbieten will.

Inzwischen ist auf der Erde nicht nur der Minister au├čer sich, weil er nicht wei├č, was er seiner Tochter erz├Ąhlen soll. Auch Wamsler macht sich nun Gedanken, da man sechs Tage lang nichts von der ORION geh├Ârt hat, was mit St├Ârfeldern nicht mehr zu erkl├Ąren ist.

Helga Legrelle und Tamara Jagellovsk, die gemeinsam in einer Zelle sitzen, ist unterdessen auch klar geworden, dass die Rebellen es auf die ORION abgesehen haben, um damit zu verschwinden. Mit List, T├╝cke und einem kleinen Flirt, der den Wachmann durcheinanderbringt, gelingt es Helga und Tamara, aus der Zelle freizukommen und auch Mario, Hasso und Atan zu befreien.

McLane versucht unterdessen, Tourenne, der nicht ganz unbeeindruckt von dem Commander ist, klarzumachen, dass seine Leute, auch wenn sie etwas von der Materie verst├╝nden, gar nicht im Stande w├Ąren, ein modernes Gro├čraumschiff wie die ORION zu bedienen, da sich in den letzten Jahren im Stand der Technik Enormes ver├Ąndert habe. Tourenne will das nicht recht glauben, doch als McLane ihn dann als giftigen alten Mann bezeichnet, ├╝ber den die Frogs, so sie denn Humor bes├Ą├čen, nur lachen w├╝rden, verliert er die Geduld mit ihm. Eigentlich h├Ątte er vorgehabt, McLane einen schnellen, schmerzlosen Tod zu g├Ânnen, doch jetzt beginnt er, ihn zu qu├Ąlen.

Da ert├Ânt allerdings die Durchsage, dass es der restlichen ORION-Besatzung gelungen sei, auszubrechen. Tourenne n├Âtigt diese Aktion, die gelungen ist w├Ąhrend McLane ihn in ein Gespr├Ąch verwickelt hatte, sogar eine gewisse Bewunderung ab. Dar├╝ber hinaus stellt er fest, dass McLane ja wom├Âglich Recht habe und sie die ORION nicht alleine fliegen k├Ânnten. Einen jedoch brauche er sicher nicht, stellt Tourenne fest, den Dichter. Diesen w├╝rde er also als erstes liquidieren, wenn nicht alles pr├Ązise nach seinen Anweisungen geschehe. Dann n├Ąhme er sich den Rest der Besatzung, abgestuft nach Wichtigkeit, vor.

Auf der ORION, die sie inzwischen erreicht haben, m├Âchte Mario sofort starten und der ersten taktischen Raumflotte den Rest ├╝berlassen. Hasso jedoch f├╝rchtet um McLanes Leben und will den Asteroiden nicht ohne ihn verlassen. W├Ąhrend Tourenne gerade Ibsen festbinden l├Ąsst und McLane auffordert, sich dessen Sterben genau anzusehen, denn genauso w├╝rde es ihm ergehen k├Ânnen, trifft ein Funkspruch der ORION ein. Hasso w├╝nscht das Chefschwein, den Oberlumpen, den Hauptgangster zu sprechen. Er teilt ihm mit, dass er die ORION mit Energie geladen habe und sie in exakt 15 Minuten in die Luft ginge - und mit ihr der gesamte Asteroid - wenn McLane und Ibsen bis dahin nicht an Bord seien.

Tourenne gibt diesem Ultimatum verh├Ąltnism├Ą├čig gelassen nach. McLane ordnet einen sofortigen Alarmstart an, doch es klappt nicht, die Energie wird einfach abgeleitet. Es wird klar, dass sie sich in einer elektromagnetischen Raumfalle befinden, die ihre Kraft aus der Energie des Raumschiffs bezieht.

Tourenne schl├Ągt McLane nun einen Deal vor. Man solle seinen Leuten die Bedienung erkl├Ąren, daf├╝r wurde er McLane und seine Crew unversehrt zur├╝cklassen, wenn sie "verreisen" w├╝rden. McLane hat keine Wahl, als einzuwilligen. Tourenne empfiehlt ihm noch, nicht nach den Waffen zu suchen, die h├Ątte er. Doch Hasso zieht grinsend die Waffe, die sie dem Wachmann abgenommen hatten. Man bespricht eine Strategie und dann kommen die Rebellen auch schon an Bord und Tourenne hat die Srahlenwaffe keineswegs vergessen, die er McLane nun als erstes abnimmt.

Jetzt muss der Commander also zwangsl├Ąufig mit seiner Schulung beginnen. Er will den Rebellen einen Start vorf├╝hren. Doch dazu, erkl├Ąrt er Tourenne, m├╝sse er wissen, wie gro├č das Energiefeld sei, um die ORION kurz vor deren Scheitelpunkt abfangen zu k├Ânnen. Er erh├Ąlt die gew├╝nschte Auskunft. Als McLane Atan entsprechende Anweisungen gib, stellt jener sich zun├Ąchst etwas begriffsstutzig an, doch McLane gelingt es, die Unebenheit zu ├╝berspielen. Auch andere Anweisungen, die den Rebellen seltsam erscheinen kann McLane "v├Âllig schl├╝ssig" erkl├Ąren.

So gelingt es, zun├Ąchst eine Lancet zu starten, die durch eine Explosion ein Loch in das Energiefeld rei├čt, durch das die auf dem Fu├če folgende ORION der Falle entkommen kann. Vermittels einer kleinen Ruckelei der ORION gelingt es schlie├člich auch, Tourenne und seine M├Ąnner zu ├╝berw├Ąltigen und in die K├Ąlteschlafkammern zu verfrachten. Bei einem gro├čen Glas Whiskey, gegen das nun auch Tamara nichts mehr einzuwenden hat, feiert man noch an Bord den schlauen Sieg.

Nur Tamara denkt in der ausgelassenen Heiterkeit auch noch daran, einen Lichtspruch zur Erde zu senden, da sie seit sieben Tagen ├╝berf├Ąllig seien. Als der Minister gerade in h├Âchster Sorge mit General Wamsler dar├╝ber spricht, dass man McLane nachsage, dem Alkohol zuzusprechen, jener ihm aber versichert, dass Alkohol an Bord strengstens verboten sei, meldet sich McLane. Er erkl├Ąrt, sie bef├Ąnden sich auf dem R├╝cksturz zur Erde, alles weitere werde er Wamsler dann er├Ârtern. Als der Minister besorgt fragt, ob er seinen Schwiegersohn sprechen k├Ânne muss Cliff das verneinen, weil der stockbesoffen in seiner Kabine l├Ąge...


 Review
von Gisa von Delft

Auch in dieser Episode haben wir - wie in der vorherigen - Menschen unter sich. Es wird sich nat├╝rlich des SF-Umfeldes bedient, aber die Sache mit den Aliens oder Exoterristen (um mal bei dem m. E. wohl nicht ganz korrekten ORION-Jargon zu bleiben) auf jeden Fall nicht ├╝berreizt. Sie sitzen zwar als Feinde immer noch in der Hinterhand, Gegner zu denen man ├╝berlaufen kann wenn man mit den Machenschaften auf der Erde unzufrieden ist, aber das ist ja in diesem Moment nur ein Bild f├╝r "die andere Seite".

Ein durchgeknallter, gr├Â├čenwahnsinniger Wissenschafftler bietet immer den Stoff f├╝r Bedrohliches und das wurde auch hier genutzt - warum auch nicht, f├╝r sowas sind Klischees ja schlie├člich brauchbar. Was mir pers├Ânlich an dieser Episode aber noch viel besser gefallen hat als die ├ťberlegungen, welche Strafen man wohl human nennen kann, oder McLanes geschicktes Austricksen Tourennes, indem er dessen Unwissenheit ├╝ber den Stand der Technik ausnutzt, war die Geschichte um "Pipo" an sich.

Das war zum einen die Sache mit den Beziehungen, die ihn ├╝berhaupt auf die ORION bringen. Immer und ├╝berall zu erleben, dass Leute ohne irgendeine Qualifikation nur durch die richtigen Beziehungen irgendwas erreichen. Hier ist das nun sch├Ân auf die Schippe genommen. Auch an dem Umgang der einzelnen Crew-Mitglieder mit dem Schreiberling habe ich jedes mal auf's Neue meinen Spa├č. Allein schon McLanes Erkenntniss, wen er da mitnehmen soll 'aaach, Pipo' - kommt immer wieder gut.

Insgesamt gibt es auch in dieser Episode wieder den ORION-Ton, der mir so gut gef├Ąllt: die Unbeugsamkeit McLanes, wenn er einen Missstand anprangert, die freundschaftlichen Hakeleien der Crew untereinander und das unbedingte Einstehen f├╝reinander. Selbst das Ende mit dem alkoholisierten Schreiberling ist einfach lustig. Wobei man sich nat├╝rlich fragen kann, ob es okay ist, wenn Alkohol auch in einer Zukunftsvision immer noch als v├Âllig selbstverst├Ąndliche Volksdroge Nummer eins gehandelt werden muss - aber das sei nur mal am Rande in den Raum gestellt.

 Notizen am Rande...
Die f├╝r jene Zeit sehr futuristische Wirkung der Kunststoff-Kulissen in der Kommandokanzel der ORION verdanken sie einem damals ganz neu erfundenen Herstellungsprozess, dem sog. Tiefziehverfahren.

Trickszenen wie z.B. der Einstiegsschach der ORION, die Supernova in Planet au├čer Kurs sowie verschiedene Raumstationen wurden in Farbe gedreht, auch wenn es in Deutschland zu dem Zeitpunkt noch kein Farbfernsehen gab. Die Angaben ├╝ber Gr├╝nde variieren zwischen 'im Hinblick auf eine eventuelle Fortsetzung der Serie' und 'um den Tricktechnikern die Arbeit z.B. mit Blue Screen zu erleichtern'.

Obgleich das amerikanische Fernsehen an der Serie interessiert war, verhinderte die Tatsache, dass sie in schwarz-weiss gedreht wurde letztlich den Start der ORION im US-TV.

Die Raumpatrouille lief jedoch in Frankreich, ├ľsterreich, der Schweiz, Italien, Belgien, Holland, Schweden, Jugoslawien, Ungarn und besonders erfolgreich in S├╝dafrika.

In Deutschlang lag die Einschaltquote bei der Erstausstrahlung 1966 mit unglaublichen 44 % nur knapp hinter absoluten Strassenfegern wie Kuhlenkampffs Einer wird gewinnen oder den Durbridge-Krimis. 1968 folgte eine Wiederholung im Nachmittagsprogramm mit einer Sehbeteiligung von 13,7 %. Im Herbst 1975 lief die Serie erneut zur Primetime und erreichte die Traumquote von 38 %.