Raumpatrouille Orion


:: Staffel Eins


:: 1x01 Angriff aus dem All
:: 1x02 Planet außer Kurs
:: 1x03 Die H√ľter des Gesetzes
:: 1x04 Deserteure
:: 1x05 Kampf um die Sonne
:: 1x06 Die Raumfalle
:: 1x07 Invasion


Raumpatrouille Orion Episodenguide


1x05 "Kampf um die Sonne"

[Kampf um die Sonne]


 ę Kurzinhalt :: Inhalt :: Review :: Notizen :: Zitate :: Eure Meinung (1) Ľ 

Regie:
Michael Braun
Drehbuch:
Rolf Honold, W.G. Larsen

Hauptdarsteller:
Dietmar Schönherr (Major Cliff McLane)
Eva Pflug (Leutnant Tamara Jagellovsk)
Claus Holm (Leutnant Hasso Sigbjörnson)
Wolfgang Völz (Leutnant Mario de Monti)
F. G. Beckhaus (Leutnant Atan Shubashi)
Ursula Lillig (Leutnant Helga Legrelle)
Benno Sterzenbach (General Wamsler)
Friedrich Joloff (Oberst Villa)

Darsteller:
Charlotte Kerr (General Lydia van Dyke)
Franz Schafheitlin (Sir Arthur)
Hans Cossy (Marschall Kublai Krim)
Thomas Reiner (M. Spring-Brauner)
Alfons Höckmann (Professor Rott)
Margot Trooger (Sie)
Herbert Fleischmann (Dr. Schiller)
Alexander Hegarth (Dr. Heine)
Sigfrit Steiner (Dr. Stass)
Vivi Bach (Ordonanz auf Chroma)
R. von Schach (Ordonanz auf Chroma)
Walter Gnilka (Wissenschaftler)
Wilfried von Aacken (Wissenschaftler)
Rolf Honold (Gärtner)

 Kurzinhalt
Die ORION-Crew entdeckt auf bisher unfruchtbaren Asteroiden niedere Vegetation. Wissenschaftler haben dar√ľber hinaus festgestellt, dass es St√∂rungen im Energiehaushalt der Sonne gibt, die eine Hitzewelle auf der Erde verursachen die in einer Klimakatastrophe gipfeln k√∂nnte. Bei der Erkundung eines weiteren Panetoiden finden sie zwei Personen vor, die mit einer unbekannten Lancet dort gelandet sind und Shubashi gefangen nehmen.

Die Fremden k√∂nnen √ľberw√§ltigt und zur Erde gebracht werden. Sie kommen vom Planeten Chroma, der nach dem ersten Galaktischen Krieg von Erdkolonisten besiedelt wurde. Da die eigene Sonne erkaltet und ihre Energieversorgung somit nicht mehr gew√§hrleistet ist, heizen die Chromaner die Sonne an um dieses Defizit auszugleichen.


 Inhalt
Die ORION ist wiedermal auf einer Routinemission, als die Crew niedere Vegetation auf einem bislang unfruchtbaren Asteroiden ausmacht. Die Wissenschaftler halten einen Zusammenhang mit ungew√∂hnlichen Sonneneruptionen die sie festgestellt haben, f√ľr denkbar. Diese Eruptionen haben bereits zu einer Hitzewelle gef√ľhrt und k√∂nnten in einer Klimakatastrophe auf der Erde gipfeln. Allerdings haben sie keine Erkl√§rung f√ľr das, was mit der Sonne geschieht.

Die Orion-Mannschaft erhält den Auftrag, weiter Ausschau zu halten und McLane und seine Leute entdecken bei der Suche auf einem weiteren Planetoiden eine unbekannte Lancet. Dann wird Shubashi, der sich etwas zu neugierig allein an die Lancet heranmacht, von zwei Männern gefangen genommen. McLane, de Monti und Sigbjörnson schaffen es aber, Atan zu befreien und statt dessen die beiden Männer gefangenzunehmen und zur Erde zu befördern.

Bei den M√§nnern handelt es sich um Wissenschaftler von dem weit entfernten Planeten Croma, auf dem sich ehemalige Erdkolonisten nach dem ersten Galaktischen Krieg angesiedelt hatten. Kublai Krim ist entsetzt, als er das erf√§hrt, denn es bedeutet, dass dort eine menschliche Kolonie besteht, die sich au√üerhalb des Einflussbereiches der Erdregierung befindet. Auf die Frage, wie soetwas m√∂glich sei, schiebt eine Beh√∂rde der anderen die Verantwortlichkeit daf√ľr zu. Von den fremden Wissenschaftlern erf√§hrt man schlie√ülich, dass die Sonnenprotuberanzen von Chroma aus gesteuert werden. Da deren eigene Sonne allm√§hlich erkaltet werden die Versuche unternommen, um die Energie der "Erd"-Sonne f√ľr sich nutzbar zu machen.

Unterdessen untersuchen Wissenschaftler die Gesteinsproben, die McLane von den Planetoiden mitgebracht hat und es wird festgestellt, dass sich aufgrund der Zusammensetzung auch diese Himmelsk√∂rper in kleine Sonnen verwandeln lie√üen. McLane √ľberredet Tamara, ihm einen Termin bei Oberst Villa zu verschaffen, wo er ihm erkl√§rt, dass dies auch f√ľr Chroma eine M√∂glichkeit sei und man die dortige Regierung von dieser Alternative, die einen Krieg verhindern k√∂nnte, in Kenntnis setzen m√ľsste. Villa will jedoch nichts davon wissen. Diese bisher unbekannte Gruppe von Rebellen habe immerhin ohne R√ľcksicht auf die Erdbev√∂lkerung ihre sch√§dlichen Versuche gemacht.

Schlie√ülich gelingt es McLane, Villa zu √ľberzeugen, dass er, als einfacher Commander der keine offizielle Stellung innehabe, in einer geheimen Mission versuchen k√∂nne, mit der Regierung auf Chroma zu sprechen. Er startet also mit einer Sondererlaubnis von Oberst Villa mitsamt der beiden Wissenschaftler nach Chroma. Zuvor weist Villa ihn darauf hin, dass er nicht viel Zeit habe, da es bereits zu einer Flutkatastrophe kam und bei einer weitern binnen 48 Stunden der Angriff erfolge.

Die ORION-Besatzung ist von Croma √ľberrascht und beeindruckt. Ihnen bietet sich ein paradiesischer Planet mit reicher Vegetation dar. In Begleitung eines der gefangenen Wissenschaftler sucht McLane die Verantwortlichen des Planeten auf. Er erf√§hrt als erstes, dass hier nur Frauen hohe Stellungen innehaben und es kaum - was so typisch sei f√ľr die Erde - Verbote und Vorschriften g√§be. Nur Frauen k√ľmmerten sich um Angelegenheiten von existenzieller Wichtigkeit. M√§nner verrichten die untergeordneten Arbeiten als Wissenschaftler, Techniker, G√§rtner oder Gardesoldaten, das habe man ihnen gelassen, da k√∂nnten sie wenig Unheil anrichten. McLane kann diesen Gedanken nur schwer verinnerlichen.

Die Herrscherin, schlicht 'Sie' genannt, empf√§ngt McLane, der sich immer noch wundert, und macht ihm klar, dass die von Frauen regierte Welt eine friedliche sei, die - im Gegensatz zur Erde - nicht nach Macht strebe. Die Versuche, von denen sie allerdings nicht wusste, was sie f√ľr Folgen haben, seien des √úberlebens ihres Planeten wegen gemacht worden. Mc Lane kann das so nicht gelten lassen, schlie√ülich w√ľrde die Erde, von der auch Sie abstamme, durch ihre Versuche vernichtet. Er wird m√§nnlich laut und echauviert sich √ľber den "Amazonenzirkus" - man k√∂nne ihn ja hinterher in die "Gartenzwergstrafkompanie" stecken.

Unterdessen erh√§lt Tamara Jagellovsk, die mit den anderen auf der ORION zur√ľckbleiben musste, eine verschl√ľsselte Nachricht des Galaktischen Sicherheitsdienstes: der Pr√§ventivschlag gegen Chroma werde in den n√§chsten Stunden erfolgen. Sie nimmt nun den zweiten Wissenschaftler mit und dringt in das Regierungsgeb√§ude ein, wo sie allerdings prompt verhaftet wird.

McLane ist sein kleiner Ausbruch nun doch etwas peinlich und und die beiden f√ľhren ein zivilisiertes Gespr√§ch in dessen Verlauf sie einige Gemeinsamkeiten feststellen. Sie will, nachdem er von den Planetoiden erz√§hlt, diese M√∂glichkeit untersuchen lassen. Doch McLane schiebt ein, dann sei es zu sp√§t f√ľr die Erde. Die Herrscherin fragt jetzt nach McLanes Befugnis und schlie√üt aus seiner inoffiziellen Mission, dass sie der Erde keine offiziellen Vertreter Wert seien. Dennoch will sie die Alternative beschleunigt untersuchen lassen.

McLane erz√§hlt ihr jetzt im Vertrauen, wie Ernst die Situation ist und dass die Erde bei jedem weitern Vorkommnis einen Pr√§ventivschlag durchf√ľhren w√ľrde - und zwar ohne R√ľcksicht auf die ORION. 'Sie' legt McLane nahe, der Erdregierung mitzuteilen, dass ein solcher Schlag sinnlos sei, da die Sonnenprotuberanzen nur von Chroma aus gesteuert werden k√∂nnten. Ob das der Wahrheit entspr√§che, will McLane wissen. Nicht ganz, gibt 'Sie' zu und McLane bewundert ihren Wagemut. Solche Frauen g√§be es suf der Erde nicht - noch nicht, relativiert er. Und M√§nner wie McLane g√§be es auf Chroma nicht mehr, erwidert 'Sie' mit leisem Bedauern.

'Sie' erf√§hrt nun, dass ein weiteres Besatzungsmitglied der ORION auf Chroma gelandet ist und f√ľhlt sich hintergangen. So landet auch der Commander in der Zelle, wo er Tamara zur Rede stellt. Die aber kann ihm versichern, dass sie sehr gute Gr√ľnde hatte, diese, leider missgl√ľckte, Aktion durchzuf√ľhren. Angesichts der nun nahenden Vernichtung wagt Tamara es, McLane zu k√ľssen - was der nicht ungern erwidert. Doch dann taucht 'Sie' unvermittelt auf und Tamara und McLane springen auseinander.

Die Regierungschefin verk√ľndet, dass Chroma seine Versuche gestoppt habe. Sie h√§tte nat√ľrlich wahrgenommen, unter welchem Druck McLane seine Mission ausf√ľhrte, doch sie habe gehofft, dass das Erd-Milit√§r nicht losschlagen w√ľrde, solange die ORION hier sei. Sie h√§tte sich get√§uscht, es habe sich in den letzten 500 Jahren nichts ge√§ndert auf der Erde. Sie h√§tten keine Wahl gehabt, als nachzugeben und auf das Ergebnis der Analyse zu hoffen.

Die ORION d√ľrfe Chroma nun auch verlassen, gibt 'Sie' bekannt, doch McLanes Aufenthalt finge gerade erst an. 'Sie' habe die Erdregierung gebeten, f√ľr die langwierigen Verhandlungen, die bevorst√ľnden, McLane als Verbindungsoffizier auf Chroma zu stationieren. F√ľr einen Mann wie ihn g√§be es viel zu tun, erkl√§rt sie, Beratung, Schulung, Offizierslehrg√§nge und anderes. Er k√∂nne vielleicht die etwas √ľbertriebene Einseitigkeit der Entwicklung auf Chroma ein wenig korrigieren.

Im Starlightcasino am√ľsieren sich Wamsler und Sigbj√∂rnsen k√∂niglich √ľber die Vorstellung, dass McLane vorerst in der "Frauenwelt" bleibt. Tamara und Helga allerdings scheint es eher ein wenig mit Eifersucht zu erf√ľllen. Und Mario ist schlicht sauer, dass 'Sie' sich nicht die gesamte Mannschaft angesehen h√§tte, denn sonst, verk√ľndet er, s√§√üe eindeutig er jetzt da oben. Dieser Aussage folgt nat√ľrlich schallendes Gel√§chter...


 Review
von Gisa von Delft

In dieser Episode fallen zwei Sachen auf: zum einen das Thema Erw√§rmung der Erde, zum anderen das Thema Emanzipation. Man mag es ja fast schon vision√§r nennen, was da in diese Folge eingebracht wurde. Klimakatastrophe auf der Erde - wenn ich derzeit so in die Nachrichten schaue, m√ľssen wir wohl gar nicht bis zum Jahre 3000 warten...

Nun, in dieser Episode wird die drohende Katastrophe von den Menschen selbst heraufbeschworen - wie im "wirklichen" Leben der Jetztzeit. Es sind nicht etwa die Frogs, die da so unsch√∂n mit der Erde umgehen, sondern Menschen, die dem Planeten den R√ľcken zugekehrt haben. Es wird auch sehr schl√ľssig begr√ľndet, warum und schauen wir uns den Verlauf der Menschheitsgeschichte an, so scheint "Sie" wohl Recht zu haben: offensichtlich kommen wir nicht ohne kriegerische Auseinandersetzungen klar.

Eine Menge Wahrheit liegt auch in McLanes Feststellung, dass bei neuen Erfindungen/Entdeckungen nicht lange nach Schaden, den sie bringen können, gefragt wird. Da sind eigentlich immer Skupellosigkeit (man will einfach beweisen, dass es funktioniert oder machbar ist) oder vor allem auch Profitgier davor.

Als es dann an das Thema Emanzipation ging, schl√ľpfte doch punktuell fix noch mal der Zeitgeist in den Vordergrund. Da geht der Chauvi in McLane dann doch ganz sch√∂n mit ihm durch, als er "Sie" bez√ľglich ihres Amanzonenzirkus' anblafft. Da wird er doch verdammt laut und m√§nnlich-√ľberheblich. Andererseits legen die Ladies auf Chroma ja doch eine √§hnliche, allerdings dem Zeitgeist v√∂llig kontr√§ire, √úberheblichkeit an den Tag. Sch√∂n gel√∂st wird dieser Konflikt schlie√ülich, indem im Grunde beide Seiten zugeben, ein bisschen zu weit gegangen zu sein in ihrer Abgrenzung und bemerken, dass sie doch auch voneinander lernen und profitieren k√∂nnen. Damit w√§ren sie dann wohl auf dem einzig gangbaren Weg des m√§nnlich/weiblich-Konflikts angelangt. Viele andere sind bis heute noch nicht an diesem Punkt angekommen.

Tja, und dann der Kuss - das musste an dieser Stelle nat√ľrlich auch sein, darauf wartete das geneigte Publikum schlie√ülich. Ich muss sagen, dass ich es bis heute recht gelungen finde, wie diese kleine Love-Story da eingearbeitet wurde. Denn ein bisschen Romantik steht im Grunde jeder Serie ganz gut zu Gesicht und sie ist hier doch nur eine nette Nebenhandlung. Au√üerdem gleitet sie durch Tamaras sachliche Feststellung, dass der Kuss nun so toll auch nicht gewesen sei, nicht ins soapige ab. Der Humor der der Serie beigegeben wurde, tut doch immer wieder gute Dienste.

 Notizen am Rande...
Von den 80 Tagen, die die Dreharbeiten in Anspruch nahmen, wurden nur drei Tage f√ľr Au√üenaufnahmen verwendet. Urspr√ľnglich war geplant, in einer entsprechend √∂den Landschaft Islands zu drehen, doch letztlich wurde eine deutlich preiswertere Variante in einer Schutthalde in Peissenberg bei M√ľnchen gefunden, die diese Anforderungen, sehr zum Bedauern der Schauspieler, ebenfalls erf√ľllte. F√ľr den Regierungssitz auf Chroma w√§hlte man das Schloss Tutzing am Starnberger See.

Brausetabletten-Start
Die Postproduktion der Serie dauerte wegen der umfangreichen Trickszenen fast ein Jahr.

Die Unterwasseraufnahmen f√ľr den Start der ORION wurden in einem Labor f√ľr Str√∂mungsversuche der Technischen Hochschule gedreht. Die Aufnahmen geh√∂ren mit Sicherheit auch zu den Aufw√§ndigsten, die man sich vorstellen kann, da alleine 13 Kameraeinstellungen miteinander kombiniert werden mussten. Der Effekt der aufsteigenden Orion unter Wasser wurde mit Hilfe einer Alka-Selzer-Tablett ein einem Aquarium erzeugt. Damit die Blasen auch in die richtige Richtung verliefen, von oben nach unten, wurde das Ganze mit einer auf dem Kopf stehenden Kamera gefilmt.