Lost


:: Staffel Eins
:: Staffel Zwei
:: Staffel Drei
:: Staffel Vier
:: Staffel Fünf
:: Staffel Sechs


:: 6x01 LA X Part 1
:: 6x02 LA X Part 2
:: 6x03 What Kate does
:: 6x04 The Substitute
:: 6x05 Lighthouse
:: 6x06 Sundown
:: 6x07 Dr. Linus
:: 6x08 Recon
:: 6x09 Ab Aeterno
:: 6x10 The Package
:: 6x11 Happily ever after
:: 6x12 Everybody Loves Hugo
:: 6x13 The last Recruit
:: 6x14 The Candidate
:: 6x15 Across the Sea
:: 6x16 What they Died for
:: 6x17 The End, Part 1
:: 6x18 The End, Part 2


Episodenguide


6x18 "The End, Part 2"

[dt. Titel noch nicht festgelegt]


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Regie:
Jack Bender
Drehbuch:
Damon Lindelof, Carlton Cuse

Hauptdarsteller:
Naveen Andrews (Sayid)
Matthew Fox (Jack)
Evangeline Lilly (Kate)
Josh Holloway (Sawyer)
Terry O’Quinn (John Locke)
Yunjin Kim (Sun)
Jorge Garcia (Hurley)
Michael Emerson (Ben)
Daniel Dae Kim (Jin)
Emilie de Ravin (Claire)
Ken Leung (Miles Straume)
Nestor Carbonell (Richard Alpert)
Jeff Fahey (Frank Lapidus)

Gaststars:
Dominic Monaghan (Charlie)
Ian Somerhalder (Boone Carlyle)
Maggie Grace (Shannon Rutherford)
Henry Ian Cusick (Desmond)
Elizabeth Mitchell (Juliet)
Cynthia Watros (Libby)
Sam Anderson (Bernard)
L. Scott Caldwell (Rose)
Jeremy Davies (Daniel Faraday)
Rebecca Mader (Charlotte)
Sonya Walger (Penelope Widmore)

 Kurzinhalt
Insel: Desmond findet einen Teich, der offenbar ĂŒber einem der elektromagnetischen Sammelpunkte liegt. Er steigt hinein und entfernt unter Schmerzen eine Art mannsgroßen Steinstöpsels aus dessen Mitte. Das Wasser lĂ€uft ab, das Licht erlischt. Statt dessen breitet sich ein glutrotes Licht aus. Doch die Erwartungen beider End-KĂ€mpfer erfĂŒllen sich nicht so, wie erwartet. Zwar wird Schmock sterblich und nach einem Kampf mit Jack, bei dem auch Jack schwere Stichverletzungen davontrĂ€gt, schließlich von Kate erschossen, doch die Insel droht tatsĂ€chlich zu zerfallen und unterzugehen. Jack geht mit Hurley und Ben zur Höhle zurĂŒck, wĂ€hrend sich Kate und Sawyer in die Fluten stĂŒrzen, zum Segelboot schwimmen und damit zur Hydra-Insel ĂŒbersetzen.

Dort angekommen treffen sie auf auf eine völlig desillusionierte Claire, die sie dennoch ĂŒberreden können, mit nach Hause zu kommen. Der Ajira-Flieger wurde unterdessen wieder flott gemacht und Frank bricht den Start noch einmal ab, um die 'NachzĂŒgler' an Bord zu lassen. Er gelingt ihm knapp, die Maschine ĂŒber das kurze Rollfeld in die Luft zu bringen. WĂ€hrenddessen reicht Jack, dem klar ist, dass er diese Mission kaum ĂŒberleben kann, den Kelch (in Form einer alten Plastikflasche mit verschmutztem Bachwasser) weiter an Hurley, der ihn etwas widerstrebend ĂŒbernimmt. Dann lassen er und Ben Jack an dem Seil in den Schlund hinunter. Jack knotet das Seil um Desmond, der schließlich von Hurley und Ben hinaufgezogen wird, bevor er zu dem leeren Teich geht.

Durch seine Verletzung nun sehr geschwĂ€cht, schafft er es mĂŒhsam, den Stein wieder in die Öffnung zu stecken. Es dauert einen Moment, doch dann lĂ€uft neues Wasser und der Teich beginnt wieder, strahlend zu leuchten. SpĂ€ter erwacht Jack irgendwo am Bach, schleppt sich ein StĂŒck durch den Bambuswald und bleibt schließlich liegen. Vincent kommt heran und legt sich neben den Sterbenden, der am Himmel ein Flugzeug ĂŒber sich hinwegfliegen sieht.

Parallel-LA: David hat Jacks Konzertkarte an Claire weitergegeben. Sie mĂŒssen ohne Juliet hineingehen, da sie einen Notruf aus dem Krankenhaus bekommt. Kate setzt sich zu ihnen an den Tisch, bevor Daniel und Drive Shaft zu spielen beginnen. Doch bei Claire setzen urplötzlich heftigste Wehen ein. Sie schafft es gerade noch hinter die BĂŒhne, gefolgt von Kate, da kommt das Baby auch schon zur Welt. Charlie, der ebenfalls dazukommt, wird, wie die Frauen, von Inselszenen ĂŒberrollt. Unterdessen ist Lockes OP beendet und, ebenso schnell wie Aarons Geburt vonstatten ging, von Erfolg gekrönt. Und mit Inselbilden garniert. Auch James befindet sich im Krankenhaus, weil er Sun vor Sayid beschĂŒtzen wollte, was sich aber als unnötig erweist. Als er aus dem Automaten auf dem Korridor einen Apolloriegel ziehen will, begegnet er Juliet und auch hier findet ein ĂŒberaus freudiges Wiedererkennen statt.

Schließlich erreicht Jack die Kirche, in der die Trauerfeier fĂŒr seinen Vater stattfinden soll. Doch dessen Sarg ist leer. Vielmehr empfĂ€ngt Christian seinen nunmehr auch gestorbenen Sohn liebevoll. In der Kirche sind seine InselgefĂ€hrten - diejenigen, mit denen er die wichtigste Zeit seines Lebens teilte. In dieser Zwischenwelt haben sie alle aufeinander gewartet. Nach freudigem BegrĂŒĂŸen und Umarmen lassen sie sich schließlich von Christian durch eine TĂŒr in ein strahlendes Licht fĂŒhren.


 Episodenreview
von Gisa von Delft

Und der Ă€lteste Hirte öffnete das Tor zum strahlendweißen Licht und alle Schafe - ÀÀhm... SchĂ€fchen folgten ihm freudig nach.
Nein wirklich, da hat Team Darlton mich tatsĂ€chlich am Ende noch ĂŒberraschen können. Mit solch einem einfallslosen Serienende hatte ich denn doch nicht gerechnet (zumal gerade zwei Tage zuvor auch die BBC-Serie Ashes to Ashes mit dieser absolut innovativen Idee aufwartete, sie jedoch besser umsetzte). Geschickterweise hatten die Verantwortlichen jedoch bezeiten immer wieder darauf hingewiesen, dass es sich um eine Charakter-Serie handele. Damit haben sie wohl versucht, zu vertuschen, dass sie keine Ahnung hatten, wie sie die Inselereignisse aufklĂ€ren sollten. Da muss es dann schonmal reichen, wenn einer den Stöpsel aus der Badewanne zieht, damit ein Rauchmonster sterblich werden kann und der nĂ€chste ihn wieder reinstopft, damit eine Insel ĂŒberlebt. (Ach ja, wieso war die eigentlich bei 'LA X' im Meer versunken?)

Doch selbst fĂŒr eine Charakter/oder besser: Drama-Serie, wĂ€re das Ende einfach nur Ă€rgerlich gewesen. Mehr ClichĂ© ging nun wirklich nicht. Erst siegt in plumper schwarz-weiß Malerei tatsĂ€chlich das Gute ĂŒber das Böse und dann wird die UnfĂ€hikeit, ein fantasievolles, innovatives Ende zu schreiben, mit jeder Menge rosa Zuckerguss kaschiert. Bis sich am Ende alle in den Armen liegen. Ob nun Desmond (ĂŒber dessen Besonderheit man natĂŒrlich nichts aussagekrĂ€ftiges mehr erfahren hat) und Penny (die ja eigentlich gar nicht tot war) oder Kate und Jack (das musste ja so kommen, aber war sie nicht mit Frank und Co. dem Inseltod entkommen?) - alle, ob sie nun tatsĂ€chlich gestorben waren (siehe Aaron, der bei seiner quicklebendig Großmutter sein sollte) oder was auch immer, alle durften vom Insel-Licht ins Ewigkeits-Licht. Halleluja. Nur Ben musste draußen bleiben - weiß der Geier, warum. Und Charles Widmore - der durfte nicht mal draußen rumlungern...

Aber das spielte ja auch gar keine Rolle mehr. Es ging hier ja nur um die Charaktere, sonst nichts. Nur darum, dass sie noch einen Auftritt haben durften (soweit man sie noch zusammenbekommen hat). Da kann man doch vor lauter Zuckerguss und grellem Licht schonmal ĂŒbersehen, oder zumindest darĂŒber wegsehen, dass der Krempel vorne und hinten nicht passte. Man kann es natĂŒrlich auch damit erklĂ€ren, dass im Aufenthaltsraum zum Jenseits andere Gesetze gelten. Großartig! Die ganze Parallelwelt war ein riesiges Ablenkungsmanöver, das sogar mir bis zu der Szene, wo sich Juliet und James am SĂŒĂŸkram-Automaten gegenĂŒberstehen, zunehmend gut gefallen hat. Bis ich schließlich das BedĂŒrfnis verspĂŒrte, die Frau Doktor um eine Nierenschale zu bitten, weil mir zunehmend schlecht wurde.

Aber was soll's, Charakterserie, da sind Antworten doch Nebensache. Sprich: wir haben uns sechs Jahre lang mit NebensĂ€chlichkeiten befasst wenn wir versucht haben, die Dinge zu ergrĂŒnden und unsere Theorien zu teilen. Einzig die Frage, wie wohl das Love-Triangle enden wird war wirklich wichtig. Nicht dass ich den Verantwortlichen jetzt vorwerfen wollte, sie hĂ€tten uns verarscht, nein! Sie konnten es offenbar einfach nicht besser.

Wenn sie hÀtten wissen wollen, wie man eine Charakter/Drama-Serie zu einem fantastischen Abschluss bringt, hÀtten sie besser mal bei 'Six Feet Under' nachgeschaut. Wenn sie hÀtten lernen wollen, wie man in einer genregemischten Serie sowohl die Charakterparts, als auch die geheimnissvollen Begebenheiten und obendrauf auch noch den vermeindlichen Gut-Böse-Kampf zufriedenstellend auflöst, hÀtten sie sich 'Babylon 5' ansehen sollen.

Wer sich daranmacht, eine Mysteryserie ins Werk zu setzen, darf sich am Ende nicht so davonstehlen, wie es Team Darlton getan hat. Ich mag gar nicht anfangen, aufzuzĂ€hlen, was alles ungeklĂ€rt blieb. Allein das Beispiel der Insel-Schwangerschaften sollte reichen. Jetzt höre ich schon die 'Schönreder': Jeder kann doch jetzt selbst seiner Fantasie freien Lauf lassen, solche Sachen mĂŒssen doch nicht aufgeklĂ€rt werden. Als hĂ€tten wir das nicht jahrelang getan! Wir haben unsere Fantasie bemĂŒht, noch und nöcher. Wir haben aufgeschrieben und diskutiert, was uns dazu eingefallen ist. Ich weiß nicht, wie viele Internet-Foren davon gelebt haben. Und jetzt belĂ€sst man es dabei? Das ist, als wenn ich einen Krimi lese in dem am Ende der Mörder nicht verraten wird. Es gehört sich einfach nicht, in einer Mystery-Serie Mengen von Geheimnissen einzustreuen, wenn man selber keine Idee hat, was da eigentlich dahinter stecken soll. Und es gehört sich eben so wenig, in einer Charakter-Serie Personen einzubringen, die offenbar eine bewegte Geschichte haben, nur um sie dann nicht auch zu erzĂ€hlen, bevor man die Personen wieder entsorgt - hier will ich nur mal Ilana erwĂ€hnen.

Leider hat sich genau das bewahrheitet, was ich schon seit den ersten Folgen der Endstaffel befĂŒrchtet habe: Der große Masterplan war nicht vorhanden. Und in der gesamten Staffel hat man versucht, das zu vertuschen. Wenn man sich das Potential anschaut, das diese Serie hatte, ist das Ende einfach nur billig und im wahrsten Sinne des Wortes enttĂ€uschend. Schade, wirklich jammerschade.