Regie:
Jack Bender
Drehbuch:
Carlton Cuse, Damon Lindelof
Hauptdarsteller:
Naveen Andrews (Sayid)
Matthew Fox (Jack)
Evangeline Lilly (Kate)
Josh Holloway (Sawyer)
Terry O’Quinn (John Locke)
Dominic Monaghan (Charlie)
Daniel Dae Kim (Jin)
Jorge Garcia (Hurley)
Henry Ian Cusick (Desmond)
Michael Emerson (Ben)
Elizabeth Mitchell (Juliet)
Gaststars:
M.C. Gainey (Tom)
Tania Raymonde (Alex)
Nestor Carbonell (Richard Alpert)
Blake Bashoff (Karl)
Andrew Divoff (Mikhail)
Ariston Greene (Jason)
Sonya Walger (Penny)
Mira Furlan (Danielle Rousseau)
Brian Goodman (Pryce)
Marsha Thomason (Naomi)
L. Scott Caldwell (Rose)
Sam Anderson (Bernard)
Lana Parilla (Greta)
Tracy Middendorf (Bonnie)
James Lesure (Dr. Hamill)
Nigel Gibbs (Funeral director)
Loreni Delgado (Pharmacist)
Larry Clarke (Customer)
Kate Connor (Doctor)
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Als die Gruppe den Sendeturm erreicht, wartet Ben bereits auf sie. Er warnt Jack, zuzulassen, dass Naomi das Boot anfunkt denn sie sei nicht, wofür sie sich ausgäbe. Sie sei eine der "Bösen", die dann jedes Lebewesen auf dieser Insel sterben lassen würden. Jack ist allerdings nicht bereit, sich auf irgendeinen Deal einzulassen, selbst dann nicht, als Ben über sein Walkie Talkie befiehlt, Jin, Sayid und Bernard zu erschießen. Jack schlägt Ben daraufhin zusammen, will ihn aber nicht töten, sondern leiden lassen.
In der Unterwasserstation, in der sich Desmond immer noch vesteckt hält, hat Mikhail, angeblich auf Bens Befehl, die beiden Frauen tötlich angeschossen. Doch dann wird er von Desmond harpuniert. Charlie erfährt von der sterbenden Frau den Code für die Sendeanlage.
Unterdessen haben Sawyer und Juliet das Camp erreicht, in dem ihre drei Gefährten, quicklebendig, von den "Anderen" gefesslt in Schach gehalten werden. Da die beiden unbewaffnet sind, haben sie keine Chance, einzugreifen. Da kommt Hurley plötzlich mit Roger Workmans VW-Bully angebraust, während Locke am Turm erscheint, um Jack mit vorgehaltener Pistole an der Kontaktaufnahme zu hindern.
Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.
von Gisa von Delft
Ich musste fast ein bisschen grinsen über dieses absolut LOST-würdige Staffelfinale. Ich hatte mich weitestgehend der Spoileritis enthalten und somit eigentlich keine Hinweise, wohin es gehen würde in diesen letzten zwei Folgen. Es hat mir sehr gefallen, dass es nicht irgendein Abklatsch der vorherigen Staffelfinale war und dass durch Zurückhalten von Antworten, die vielerseits gefordert wurden, genau die Spannung erhalten bleibt, die diese Serie ausmacht.
Über das große Geheimnis und die Hintergründe der Insel wissen wir genauso wenig wie zu Anfang. Es ist in den letzten Folgen aber auch einiges aufgedeckt worden, also nicht etwa, dass wir gar nicht schlauer würden. Wenn man aber zu viel verraten würde, könnte man sich wahrscheinlich allerhand dessen Weiteres zusammenreimen und das wäre wiederum der Spannung sehr abträglich. Wirklich beachtlich finde ich, dass die Macher es auch jetzt wieder geschafft haben, ein Staffelfinale zu bieten, dass man so nicht erwartet hat, dass aber trotzdem keineswegs an den Haaren herbeigezogen war.
Es scheint, wenn man Jacks Reaktionen und Zustand nach dem Zurückkommen betrachtet, etwas an Bens Warnung, den Frachter zu kontaktieren, dran zu sein. Ben sagt, auf dem Frachter seien die "Bösen", die versuchten, diese Insel zu finden. Jack hat alles, was nach diesem Insel-Tag passiert ist, offensichtlich nicht verarbeiten können. Vielleicht, weil er, durch das Durchsetzen seines Willens, eine Katastrophe herbeigeführt hat? Oder ist es gar nicht so dramatisch und hat Jack im Grunde seine alte Dickköpfigkeit behalten und das, was anders lief als er dachte ruft nur wieder seine Sturheit hervor und er kann davon einfach nicht loslassen.
Kate, die anscheinend das ganze Inselgeschehen weit hinter sich lassen möchte, gesteht er, er sei immer wieder in ein Flugzeug gestiegen in der Hoffnung, abzustürzen. Todessehnsucht? Ich schätze, dann hätte er doch die Brücke schon früher besucht. Er will unter allen Umständen zurück auf diese Insel, vielleicht, um etwas wiedergutzumachen. Anscheinend ist diese Insel auch (jetzt noch) nicht wiederzufinden, denn Jack brütet in seiner verkommenen Wohnung über einer Anzahl von Atlanten und Karten, was offenbar zu nichts führt. Er sagt, er sei krank von der Lügerei, er hätte einen Fehler gemacht. Das lässt natürlich einige Interpretationen zu: Dass er sich selbst belogen, indem er sich vorgemacht hat, dass er richtig gehandelt hat? Dass er lügen muss, also nichts von der Insel erzählen darf weil ihn jemand dazu zwingt? Egal wie wir es drehen, es bleibt Spekulation.
Jedenfalls ist für ihn jetzt klar, dass sie nicht weggehen durften und dass sie zurück müssen. Kate allerdings will jemanden nicht warten lassen - auch da kann man nur spekulieren wen, vielleicht jemand der Beteiligten. Und sie ist überzeugt, dass es richtig war, die Insel zu verlassen. Jack hat jetzt also anscheinend die gleiche Passion für die Insel, die Locke bisher hatte. Dann stellt sich die Frage, wer liegt in dem Sarg? Jemand, dessen Ableben Jack zutieft fertig macht und der Kate absolut kalt lässt. Den Vergrößerungen des Zeitungsschnipsels nach ist es eine männliche Person. Ob Kate dieser Person ablehnend oder nur "neutral" gegenübersteht, lässt sich schwer bestimmen. Für männlich und ablehnend fällt mir nur Sawyer ein, falls sie sich in absolutem Unfrieden getrennt hätten. Aber warum sollte dessen Tod dann Jack so unglaublich nahe gehen? Für neutral aus Kates Sicht könne einer der "Anderen" sprechen. Vielleicht jemand, der sich in einer ähnlichen Verzweiflungslage befand wie Jack, der auch nicht mehr lügen wollte. Vielleicht Ben... Seltsam im Übrigen, dass es da anscheinend nur Kate gibt, die Jack mehrmals zu kontaktieren versucht, obgleich sie anscheinend nicht mehr wirklich was mit ihm zu tun haben will.
Bemerkenswert waren die verschiedentlichen Verweise auf Christian Shephard. Haben die Leute in dem Krankenhaus einfach deshalb nicht darauf reagiert, weil sie Jack ganz schlicht für abgedreht halten, dass er über seinen toten Vater spricht, als gäbe es ihn noch? Oder war der Alte tatächlich gar nicht tot? Lief er wirklich höchst lebendig auf der Insel rum und war keineswegs Jacks Einbildung? Aber wenn ja, müsste er tatsächlich in der "Hintergrundorganisation" mit drinstecken. Ich halte diese Variante doch für recht unwahrscheinlich.
Beim Stichwort Hintergrundorganisation bleibt auch noch jede Möglichkeit für Spekulationen offen. Ich glaube ja nicht daran, dass Alpert und Co. tatsächlich "Eingeborene" sind. Vielleicht findet ja in der Tat ein gewaltiges Ringen um die Insel und ihre außergewöhnlichen Ressourcen statt. Vielleicht gibt es hier doch irgendetwas ganz Außerordliches, dass sich verschiedenste Firmen/Organisationen ect. zu Eigen machen wollen. Vielleicht war die DHARMA-Initiative tatsächlich ein friedlicher "Hippie-Haufen" der aber die Interessen (die Gier) mächtiger Konzernchefs durchkreuzte. Vielleicht sind Mr. Widmore und Mr. Paik (nur so als Beispiel) ja Gegenspieler im Kampf um die Inselressourcen.
Das eröffnet die Frage, 'wer' sitzt da jetzt auf dem Frachter? Wer sind in Bens Augen die Bösen? Naomi hatte angeblich den Auftrag von Penny - die sie allerdings nie gesehen hatte - und ein Bild von Penny und Desmond. Da scheint es einem am Naheliegensten, dass da doch Widmore seine Finger im Spiel hat...
Locke sagt, Jack soll das (Kontaktieren des Frachters) nicht tun. Das hört sich nach genau so einer Warnung an, wie Ben sie von sich gibt. Und Jack kommt ganz offensichtlich nicht damit klar, dass er sie nicht beherzigt hat. Eventuell hat Locke da ja inzwischen einen ähnlichen Zugang zu dem, was die Insel - oder Jacob, wo immer der in diesem möglichen Machtspiel wieder anzusiedeln ist - fordert. Ein Überraschungsmoment war dabei Walt/die Erscheinung von Walt, den Locke ja von Anfang an als etwas Besonderes eingeschätzt hatte. War das wieder eine Smoky-Gaukelei? Ist dieses Rauchmonster und die Erscheinungen vielleicht eine Ausdrucksmöglichkeit von Jacob, mit deren Hilfe er den Menschen etwas mitteilt oder sie vor etwas warnt?
Ben sagt auch zu Mikhail die Insel sei in größter Gefahr. Vielleicht will er ja tatsächlich nichts weiter als verhindern, dass profitgierige Konzernbosse die absolut wertvollen Gaben der Insel für ihre Gewinne ausbeuten oder sie irgendwie zerstört werden. Mag ja sein, dass er dabei irgenwie über's Ziel hinausgeschossen ist. Er spricht ja auch davon, Mist gebaut zu haben. Interessant und nicht wirklich zur Inselbeschützer-These passend die Bemerkung von Juliet Sawyer gegenüber, an der Baustelle, an der sie beteiligt waren, solle eine Landebahn entstehen.
Kommen wir zur Unterwasserstation: Die Aktionen hier waren sehr mitreißend in Szene gesetzt. Charlie, der einem im ersten Moment (als er von Juliet spricht) wie ein Verräter aus Dummheit vorkommt, macht das ziemlich rasch durch Geistesgegenwärtigkeit wieder wett. Warum hat er die Tür verschlossen und ist nicht vorher in den anderen Raum? Charlie machte wirklich den Eindruck, sein "Schicksal" annehmen zu wollen, damit alles so läuft, wie Desmond es gesehen hat. Außerdem scheint er in seinen letzten Szenen wirklich absolut hellwach zu sein. Die eingehende Transmission von Penny war ja völlig unvorhersehbar. Interessant übrigens, dass sie fragt, woher er die Frequenz hat...
Dann geht alles wahnsinnig schnell. Desmond entdeckt, dass Mikhail verschwunden ist. Zugleich sieht Charlie ihn am Bullauge mit der Granate. Desmond rennt auf den Raum zu. Charlie geht zur Tür, die aber (aus seiner Sicht) nach außen aufgeht. Er muss vor allem verhindern, dass Desmond in den Raum kommt und zum Bildschirm. Rauszulaufen und die Tür zuzuschieben hätte ungleich länger gedauert, als sie schnell zuzuziehen (schnellere Aktion, kürzerer Weg). Also hat er das Naheliegenste getan. Und Desmond auch noch die Warnung übermittelt. So wird Charlie wirklich auf seine letzten Stunden und Minuten ein echter Held. Ich finde diese Entwicklung auch gar nicht mal unglaubwürdig.
Die Unterhaltung von Sawyer und Juliet auf dem Weg zum Camp hat mir auch sehr gefallen. Im Strandcamp ist natürlich das Auftauchen von Hurley und dem DHARMA-Bus der Hammer. Hatte man sich doch schon hier und da gefragt, ob und wann die Rostlaube nochmal auftaucht. Und so waren alle Inselgeschehnisse wohlgeordnet angelegt. Auch Sawyers "Das war dafür, das Kind vom Raft zu holen", hat mich beeindruckt.
Ich könnte mir für die nächsten Staffeln, was auch immer jetzt passiert (darüber will ich jetzt nicht auch noch anfangen ;)), sehr gut ein Umschwenken der "Erzähltaktik" vorstellen. Über 'Futureflashs' könnte jetzt sehr gut die Geschichte der Insel aufgezäumt werden. Es könnten alle Geheimnisse aufgeklärt und außerdem geschildert werden, was mit den (oder auch nur einigen?) Losties nach der/einer "Rettung" von der Insel geschieht.
Ich bin mit diesem Staffelfinale durchaus zufrieden, obwohl die Zeit bis zur nächsten Staffel verdammt lang werden könnte. |