Regie:
Paul Edwards
Drehbuch:
Steven Maeda, Craig Wright
Hauptdarsteller:
Naveen Andrews (Sayid)
Matthew Fox (Jack)
Evangeline Lilly (Kate)
Josh Holloway (Sawyer)
Terry O’Quinn (John Locke)
Dominic Monaghan (Charlie)
Daniel Dae Kim (Jin)
Maggie Grace (Shannon)
Harrold Perrineau (Michael)
Jorge Garcia (Hurley)
Yunjin Kim (Sun)
Emilie de Ravin (Claire)
Michelle Rodriguez (Ana Lucia)
A. Akinnuoye-Agbajea (Mr.Eko)
Cynthia Watros (Libby)
Gaststars:
Sam Anderson (Bernard)
L. Scott Caldwell (Rose)
Francois Chau (Dr. Marvin Candle)
Beth Broderick (Diane)
Michael Cudlitz (Big Mike)
Lindsey Ginter (Austen)
James Horan (Wayne)
F. Lehne (Marshal Edward Mars)
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Während Kate im Dschungel Früchte für Sawyers Verpflegung sammelt, begegnet sie einem Pferd, das jedoch sofort wieder im Dickicht verschwindet. Unterdessen hebt Sayid am Strand ein Grab für Shannon aus, die kurz darauf dort unter Anteilnahme der meisten Gestrandeten beigesetzt wird.
Als die anderen von der Trauerzeremonie zurückkommen, ist Kate, die bei Sawyer geblieben war, verschwunden und der Resetalarm laut vernehmbar. Locke eilt an die Konsole. Da die Zeit nahezu abgelaufen ist, gibt er hektisch den Zahlencode ein, während Jack Sawyer vor seinem Lager auf dem Bauch liegend vorfindet.
Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.
von Kristin Lenk
Diese emotionsgeladene Folge brachte uns nicht nur die Beerdigung Shannons und somit den endgültigen Abschied, sondern auch endlich die Wahrheit über Kates ominöses Verbrechen. Darüber hinaus konnte der Zuschauer auch endlich mehr über die Motive und Beweggründe erfahren, die hinter Kates manchmal fragwürdigem Verhalten stehen.
Dass Kate jemanden ermordet hat, war dem Zuschauer spätesten seit "Outlaws" klar. Doch die Tatsache, dass ihr Stiefvater auch gleichzeitig ihr biologischer Vater war und sie den guten Wayne durch einen recht kaltblütigen und von langer Hand geplanten Anschlag ins Jenseits befördert hat, hat nun doch ein bisschen überrascht. Trotzdem erklärt die Tatsache, dass Kate ihren Vater in die Luft gesprengt hat, das stumme Entsetzten, das zu sehen war, als Kate ihre sterbende Mutter im Krankenhaus besuchte. Offensichtlich hat Kate den Mord begangen um ihre Mutter zu schützen, auch wenn das Ziel sicher nicht so drastische Mittel heiligt.
Doch vor allem die Hintergründe der Tat und alles was danach geschah, erhellen Kates aktuelles Verhalten und der Mensch, zu dem sie geworden ist. Ganz offensichtlich hat die Tat Kate verändert, so wie die Vergangenheit jeden der Gestrandeten auf besondere Weise geformt hat. Vieles was den Zuschauer bei Kate in den Wahnsinn treibt, lässt sich dadurch erklären.
1. An Kates Zögern, als sie auf das Motorrad steigt, bevor das Haus explodiert, ist zu sehen, dass Waynes Ermordung der letzte Ausweg war. Doch als sie die Entscheidung erst einmal getroffen hatte, zog sie ihr Vorhaben zielstrebig und wohlüberlegt durch. Zwar gibt sie später an, dass sie Wayne nicht getötet hat, weil er ihre Mutter schlug oder sie misshandelt hat, sondern weil sie ihn gehasst hat und hasste, dass er als ihr Vater ein Teil von ihr war. Fast so, als würde sie mit seinem Tod diesen Teil auslöschen. Dennoch kam es mir so vor, als wäre Kates Hass und Verachtung der Grund gewesen, der ihr den Mord leichter gemacht hat. Doch der endgültige Auslöser war sicher etwas anderes, von dem wir jetzt noch nichts wissen. Hätte sie Wayne wirklich so gehasst, hätte sie nie diesen Bruchteil einer Sekunde gezögert, bevor sie ihr Motorrad anließ.
2. Sicher ist nicht alle Schuld Kate anzulasten. Okay, sie hat die Explosion ausgelöst und eine Versicherung abgeschlossen, aber alles geschah in dem Bemühen ihre Mutter zu schützen. Eine Mutter, die wie wir erfahren jahrelangen Missbrauch durch Kates Vater/Stiefvater erduldet hat. NUR Kates Mutter wird eindeutig als schwach gezeigt. Hätte sie die Stärke gehabt Wayne zu verlassen, wäre Kate gar nicht erst in diese Situation geraten. Hätte sie Sergeant Austin nicht für Wayne verlassen, hätte Kate wohl ein anderes Leben haben können. So oder so hat Kate einen hohen Preis für die Schwäche ihrer Mutter bezahlt. Es ist daher durchaus anzunehmen, dass Kate bei ihrer Mutter weder in ihrer Kindheit noch Jugend großen Rückhalt gefunden hat.
3. Auch der Mann den Kate für ihren Vater hielt und den sie, wie in der Folge zu sehen ist, von ganzem Herzen liebt, ist ihr weder eine Stütze noch eine Hilfe. Seine Liebe zu Kate scheint sich auch in Grenzen zu halten. Wer den Austausch zwischen ihm und Kate im Rekrutierungsbüro genau beobachtet, dem wird schnell klar, dass er das kleine Mädchen zwar einst geliebt haben muss, doch als sie zu ihm kommt, und ihm gesteht was sie getan hat, ist in seinem Gesicht deutlich zu lesen, dass er nicht mehr seine, sondern Waynes Tochter vor sich sieht. Wie moralisch fragwürdig Kates Tat auch gewesen sein mag, sie war auf ihre Art ein Werk der Liebe, etwas von dem sie glaubte, dass sie es tun musste, um sich und ihre Mutter zu befreien. Mit der Ablehnung, die ihr dafür von Menschen, die sie liebt, entgegen schlägt, kann sie jedoch nicht gut umgehen. Es scheint eher, als würde sie es unterdrücken.
4. Es ist schlimm genug, dass Sergeant Austen wusste, dass Wayne kein guter Mensch war. Sicher, seine Frau verließ ihn wegen dieses Mannes, doch ganz offensichtlich hätte es in seiner Macht gelegen, wenigstens zu versuchen, sie und Kate zu schützen. Seiner vermeintlichen Tochter, die bei ihm Trost und Liebe sucht, dann mit einem Satz wie "I don't have murder in my heart" vor den Kopf zu stoßen, ist schon ziemlich hart. Es impliziert deutlich, dass Kate a) nicht seine Tochter sein kann, denn seine Tochter würde nie morden b) das Kate in der Tat Mord im Herzen trägt und ein schlechter Mensch ist. Die logische Folgerung, dass Kate selbst nicht besser ist als Wayne und das Schlechte in ihr sich deshalb durchsetzen wird, ist etwas, das Kates ganzes Verhalten von da an prägt. Kein Wunder, dass sie so viele Schuldgefühle mit sich herumschleppt. Es mag sehr egozentrisch sein, aber genau wie Hurley später scheint Kate anzunehmen, dass die meisten schrecklichen Dinge, die um sie herum passieren ihre Schuld sind.
5. All das erklärt Kates ständiges hin und her zwischen Sawyer, in dem sie klar einen Seelenverwandten erkennt, aber auch jemanden, mit dem sie sich nicht einlassen kann, weil sie Angst davor hat, was das in ihr auslösen könnte, und Jack, zu dem sie sich wohl vor allem hingezogen fühlt, weil er so ein guter Mensch ist, ein Mann mit strengen moralischen Prinzipien wie Sergeant Austen, von dem sie aber gerade deshalb glaubt, dass sie ihn nicht verdient...WAS FÜR EIN CHAOS. Da hilft die Sache mit dem Kuss natürlich auch nicht wirklich.
Das schwarze Pferd hingegen ist ein interessantes Symbol. Nicht nur hat es Kate scheinbar schon einmal zur Flucht vor dem Marshall verholfen, es entpuppt sich erstaunlicher Weise auch nicht als Halluzination, denn Sawyers kann es auch sehen. Als Symbol steht das Pferd im Traum meist für das weibliche - es ist oft ein Symbol für DIE MUTTER. Andererseits symbolisiert ein Pferd aber auch das spirituelle Bewusstsein, ein schwarzes Pferd gar die leidenschaftlichen Anteile der Seele. All das macht in Kates Fall durchaus Sinn.
Sowohl Hass und Liebe sind Leidenschaften und Kate tut beides mit unverhohlener Leidenschaft. Als Frau steht Kate zwischen zwei Männern, als Mensch verkörpert sie den ewigen Konflikt der noblen mit den niederen Instinkten. Kate steht ständig im Konflikt, wie sie dem bewusstlosen Sawyer gegenüber zugibt, mit sich selbst und ihren widerstreitenden Gefühlen. Dennoch wird durch ihr Verhalten eindeutig klar, dass sie sich Sawyer näher fühlt als Jack - eine Tatsache, die ihr unheimliche Angst macht.
Ich persönlich tippe bei der Szene, in der Sawyer sie würgte und anscheinend Waynes ruheloser Geist von ihm Besitz ergreift, auf eine Halluzination, hervorgerufen dadurch, dass Kate sich vor seinem Tod nie mit ihm auseinandersetzen konnte. Die Schuldgefühle, wie auch Nahrungs- und Wassermangel werden das ihrige dazugetan haben. Andererseits...auf dieser Insel weiß man nie.
Gut gefallen hat mir die Szene, in denen Kate sich endlich mit den Gefühlen die Sawyer in ihr hervorruft auseinandersetzt. Es war gut mal aus dem Mund dieses Charakters zu hören, was da eigentlich vorgeht (auch wenn sie glaubte mit WAYNE zu sprechen und nicht mit Sawyer). Dass der Südstaatler dabei aufwacht war ein witziger und schöner Effekt, der die angespannte Stimmung auflockerte.
Die Folge hat sehr geholfen Kate besser zu verstehen, auch wenn ihr Verhalten immer noch anstrengende Tendenzen hat, wenigstens wissen wir jetzt, weshalb.
Was gab es noch?
Ach ja...Sawyer liebt Kate - was das Fieber so alles freischüttelt. Keine große Überraschung. Es sei denn man heißt Jack...manchmal ist der gute Doktor wirklich ein bisserl langsam. Der Kuss im Urwald wird den armen Mann nur noch mehr verwirrt haben.
MICHAEL kommuniziert über den Computer anscheinend mit seinem Sohn (obwohl man das laut DHARMA nicht tun soll.) Eine Falle? Halluzination?
Mr. Eko und Locke schnipseln das mysteriöse Dharma-Filmchen zusammen und gucken es quasi "uncut" - es fragt sich nur warum gerade diese Szenen entfernt wurden und was es mit den anderen Bunkern auf sich hat. Scheinbar hat Locke in dem spirituellen Mr. Eko allerdings einen ebenbürtigen Mann gefunden, der genauso geheimnisvoll tun kann, wie er. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich diese Beziehung entwickelt.
Zu guter letzt brach Naveen Andrews mir mit Shannons Beerdigungsrede wieder einmal das Herz. Wer den Engländer aus anderen Filmen kennt, weiß, dass ihm gerade besonders intensive Gefühle liegen. Aber in dieser Season hat er sich bis jetzt fast selbst übertroffen. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte...egal wie bewegend.
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KATE: So why didn't you kill him.
SEARGENT AUSTIN: Because I don't have murder in my heart.
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EKO: If you do not mind I will star at the beginning. A long time before Christ, the king of Judah was a man named Josiah.
LOCKE: Man...when you say beginning, you mean beginning.
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HURLEY: So...Rose
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SAYID: Shannon and I were strangers. We would have never met...we wouldn't even have spoken if...But we did meet. We did speak. And I loved her.
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KATE: Do you believe in ghosts, Sayid?
SAYID: I saw Walt in the jungle just before Shannon was shot. Does that make me crazy?
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KATE: It was because I hate that you were a part of me. That I would never be good, that I would never have anything good. And every time I look at Sawyer, every time I feel something for him...I see you. And it makes me sick.
SAWYER: That's about the sweetest thing I've ever heard.
KATE: Sawyer?
SAWYER: Who the hell is Wayne?
Mehr Erinnerungswürdige Sätze.
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