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Episodenguide


2x07 "The Other 48 Days"

[Die anderen 48 Tage]


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Regie:
Eric Laneuville
Drehbuch:
Carlton Cuse, Damon Lindelof

Hauptdarsteller:
Naveen Andrews (Sayid)
Matthew Fox (Jack)
Evangeline Lilly (Kate)
Josh Holloway (Sawyer)
Terry O’Quinn (John Locke)
Dominic Monaghan (Charlie)
Daniel Dae Kim (Jin)
Maggie Grace (Shannon)
Harrold Perrineau (Michael)
Jorge Garcia (Hurley)
Yunjin Kim (Sun)
Emilie de Ravin (Claire)
Malcom D. Kelley (Walt)
Michelle Rodriguez (Ana Lucia)
A. Akinnuoye-Agbajea (Mr.Eko)
Cynthia Watros (Libby)

Gaststars:
Sam Anderson (Bernard)
Kimberley Joseph (Cindy)
Brett Cullen (Goodwin)
Josh Randall (Nathan)
Glen Lehmann (Donald)
Kiersten Havelock (Emma)
Mickey Graue (Zack)
Jon Sakata (Mann am Strand)

 Kurzinhalt
Wir erfahren, was die Überlebenden aus dem Heck des Flugzeugs in den 48 Tagen, die seit dem Absturz vergangen sind, erlebt haben. Wir erfahren, was die "Anderen" ihnen antaten und wie sie sich schließlich aufmachten zum Camp der anderen Gruppe.


Für alle, die mehr wissen möchten, steht eine ausführliche Inhaltsangabe bereit.

 Episodenreview
von Kristin Lenk

Na da hatten J.J. & Co. uns ja schön reingelegt! Hatte man eine Fortsetzung des dramatischen Geschehens der letzten Folge erwartet, so wurde man erstmal enttäuscht (so weit man von LOST überhaupt enttäuscht werden kann). Stattdessen präsentierten uns Schreiber Damon Lindelof und Carlton Cuse eine atemlose, schonungslose Zusammenfassung dessen, was mit den Gestrandeten aus dem hinteren Teil des Fluges 815 passierte. Und schön war das sicher nicht. Denn gegen die Widrigkeiten mit denen sich die Gruppe um Ana Lucia und Mr. Eko abfinden mussten, hatten Jack & Co. fast schon einen netten Strandurlaub. Die ersten 48 Tage auf der Insel durch die Augen dieser Gruppe zu sehen, war weit mehr schmerzlich als man sich es vorgestellt hatte.

Faszinierend ist vor allem die Tatsache, dass die sog. "Taillies" (from the "Tail" of the plane) offensichtlich sehr viel näher am Operationskreis der "Anderen" auf die Insel gestürzt waren. So bekamen sie auch den Großteil der Gewalt und bösen Absichten der mysteriösen Inselbewohner ab. Schon bald nach ihrer Ankunft begannen die "Anderen" einige der Gestrandeten zu verschleppen … die Kinder, die "guten" Erwachsenen. Goodwin betont deutlich, dass sie einige Leute nicht verschleppt hätten, weil diese keine "guten Menschen" waren. Wie genau sich dieses "gut" definiert wird nicht ganz klar. Stark, überlebensfähig? Die Inselbewohner scheinen nach anderen, unheimlicheren Kriterien auszuwählen. Schließlich ist ihr eigenes Verhalten moralisch gesehen ganz und gar nicht akzeptabel zu nennen. Auch was mit den Verschleppten passiert ist hierbei nicht ganz deutlich.

Interessant war die klare Parallelisierung ihrer Taktik, über die wir durch diese 48 Tage mehr erfahren haben. Ethan und Goodwin verfolgten beide dasselbe Ziel und wurden schon kurz nach dem Absturz bei beiden gestrandeten Gruppen eingeschleust. Auch die Skrupellosigkeit und unbarmherzige Gewalt mit der beide vorgehen, wirft einen sehr düsteren Schatten auf die Absichten und Werte der "Anderen". Es erklärt aber sicher das aggressive Verhalten gegenüber Jin, Sawyer und Michael und lässt dieses in einem völlig anderen Licht erscheinen. Wie in einer anderen Review schon erwähnt, bedeutet GOODWIN soviel wie "Guter Freund"…. einen ironischeren Namen konnte man für einen Maulwurf wie ihn wohl kaum finden.

Die zweite Parallele, zeichnete sich zwischen dem Verhalten der Gruppen ab. Zunächst der Versuch, Kontakt aufzunehmen mit einem Funkgerät...es ist wirklich erstaunlich wie ähnlich und doch grundverschieden die Erfahrungen der unterschiedlich Gestrandeten sich herauskristallisierten. (Wenigsten ist jetzt ein für allemal klar, wen der gute Boone kurz vor seinem Tod durch das Funkgerät gehört hatte.)

Auch die "Taillies" wurden wie unsere Strandbewohner vor die elementare Frage gestellt, wie man so weit ab von der Zivilisation eine gewisse Ethik und Moral aufrechterhält und wie weit eine Gruppe gehen darf, um das Wohlergehen aller oder eines einzelnen zu gewährleisten. Wie Jack und Sayid im Falle von Sharons Asthmaspray, war auch Ana Lucia nicht über die Anwendung von Folter und Gefangennahme erhaben, als es darum ging sich und ihre Gruppe zu schützen. Schade nur, dass sie sich das falsche Opfer für diesen Schritt ausgesucht hatte. Im Gegensatz zu Sayid fällt es ihr jedoch deutlich schwerer Scham oder Reue zu zeigen, fast so, als wäre dies in ihren Augen eine Schwäche.

Vielleicht wirkt gerade darum ihr Zusammenbruch, den sie nur Eko sehen lässt, so viel stärker auf den Zuschauer. Michelle Rodriguez ist eine großartige Schauspielerin und vermittelt in dieser Szene deutlich, dass Ana Lucia um alles weint was sie verloren hat, durch die Dinge die sie meinte zum Wohl aller tun zu müssen. Wie Sayid hat auch sie einen Teil ihrer Menschlichkeit geopfert, einen Teil von sich selbst getötet, als sie Goodwin in Notwehr tötete und einen anderen Menschen folterte. Es scheint als würde sie nicht nur aufgrund der hoffnungslosen Situation weinen, sondern vor allem der Umstände wegen, die sie dazu getrieben haben und was das aus ihr gemacht hat. Dennoch zeigt dieser fast gewaltige Ausbruch, dass Ana Lucia nicht immer eins mit sich selbst und ihren Gefühlen ist.

Mr. Eko scheint mir mehr Gemeinsamkeiten mit unserem irakischen Soldaten zu haben. Auch er verbirgt scheinbar eine düstere Vergangenheit, was sein Schweigegelübte und seine Scham über das Töten seiner Angreifer deutlich macht. Sein beruhigender Einfluss auf Ana Lucia scheint eine gute Ergänzung zu ihrer Hitzigkeit zu sein.

Eine sehr aufschlussreiche Folge, die uns nicht nur die ersten Tage der "Taillies" zeigt, sondern auch in welcher Konstellation die Gruppe existiert und welcher Charakter welchen Part darin einnimmt. Trotzdem erfüllte es mich mit einer Art unbestimmter Trauer und Grauen, zusehen zu müssen, wie sich die ganze Folge nur auf jenen unabwendbaren Moment zuspitzte in dem Ana Lucia auf Shannon schoss. Fast so, als würde man die ganze Folge über hoffen, dass irgendetwas im letzten Moment den Ausgang dieser Szene ändern könnte. Wir wussten was Shannon dazu bewegt hatte im strömenden Regen durch den Dschungel zu rennen, auf der Suche nach Walts Phantom. Nach dieser Folge allerdings, ist es leichter zu verstehen, warum Ana Lucia so einen lockeren Abzugsfinger hat.

Sayids Gesichtsausdruck nach zu urteilen, wird er zunächst jedoch nicht freundlich nach dem Grund fragen und sich damit zufrieden geben. Kudos an Naveen Andrews, dem es gelang mit einem einzigen Blick eine ganze Welt an Schmerz, Verwirrung und Wut auszudrücken.

 Erinnerungswürdige Sätze
  • ANA LUCIA (zu Goodwin): You ran out of the jungle ten minutes after the crash, you weren't even wet!

  • ANA-LUCIA: What
    EKO: It has been forty days.
    Ana-Lucia: You waited forty days to talk?
    EKO: You waited forty days to cry?