Regie:
Holly Dale
Drehbuch:
Sam Egan
Hauptdarsteller:
Luke Perry (Jeremiah)
Malcolm-Jamal Warner (Kurdy)
Gaststars:
Peter Stebbings (Marcus Alexander)
Ingrid Kavelaars (Erin)
Byron Lawson (Lee Chen)
Kim Hawthorne (Theo)
Kandyse McClure (Elisabeth Munroe)
Ben Bass (Eric Rasmussen)
Zak Santiago Alam (Sam)
Alonso Oyarzun (Gabriel Jarvis)
Xantha Radley (Baker)
Dave Nystrom (Jock)
Jean-Michel Legal (Jacob Rutledge)
Haig Sutherland (Keith)
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Zwei Geschichten präsentiert und diese Folge: Zum einen eine Geschichte um einen Bewohner von Thunder Mountain, der unautorisiert mit der Außenwelt kommuniziert. Nur warum tut er das?
Zum anderen lernt man in dieser Folge mehr über Theo, die Anführerin von Clarefield. Sie sieht sich während einer Vernehmung Elisabeths einem Putschversuch aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Wird dieser Erfolg haben?
Elisabeth (Kurdys Liebe) und deren Partner Gabriel werden bei einer Mission in Clarefield von Theo gefangen - der Theo, mit der es Jeremiah bersits in der ersten Folge zu tun hatte. Da sie sich daher nicht in Thunder Mountain melden, werden Jeremiah und Kurdy von Marcus los geschickt, die beiden zu suchen, wobei sie damit rechnen, dass Theo der Grund für das Verschwinden der beiden ist. In der Zwischenzeit allerdings wird Theo von ihren eigenen Leuten gestürzt und ihr wird gesagt, dass sie mit zwei ihrer Vertrauten binnen vierundzwanzig Stunden so weit von Clarefield weg gehen soll, wie es geht - wenn Sie überleben will.
Just in jenem Waldstück, in dem Jeremiah und Kurdy nach Elisabeth und Gabriel suchen, taucht dann die flüchtende Theo auf - und ihr wird von einem ihrer Begleiter eröffnet, dass er die Order hat, sie zu erschießen. Da Kurdy und Jeremiah davon aus gehen, dass Theo trotz allem die Beste Quelle für Informationen ist, die zur Befreiung der beiden Vermissten nötig sind, retten sie Theos Leben - indem sie einen der beiden Begleiter töten und den anderen in die Flucht schlagen.
Nach einiger Zeit kommt der Flüchtige wieder zurück - mit einem Vorschlag des neuen Anführeres von Clarefield: Dieser würde Elisabeth und Gabriel gegen Theo tauschen...
Während dessen haben sie in Thunder Mointain über das Schicksal eines Verräters zu befinden, der sehr spezielle Motive für sein Handeln hatte.
Er wollte nämlich nichts weiter, als mit seiner Schwester, von der er seit seinem "Einzug" in Thunder Mountain getrennt ist und die in Clarefield wohnt, Kontakt halten. Dass er dabei das Außenteam von Elisabeth und Gabriel gefährdet hat, wusste und wollte er nicht.
von Matthias Pohlmann
"Ganovenehre" ist eine Folge, wie man sie sich nur wünschen kann. Sie hat alles, was eine sehr gute Serienfolge ausmacht: Humor, Charakterentwicklung und moralische Fragen. Als Sahnehäubchen gibt es dann noch ein wenig Fortschritt in der Grundstory.
Humor steht hier für mich nur ausnahmsweise an erster Stelle, und das aus serienspezifischen Gründen: Es war nach so vielen Folgen, die eher als traurig oder wunderlich einzustufen waren, einfach befreiend, auch mal bei einer Jeremiah-Folge herzlich lachen zu können, als sich Jeremiah und Theo aneinandergekettet im Wald ein Wortgefecht liefern und sich ihre gegenseitige Verachtung mehr als deutlich zeigen.
Nachdem sie sich ausreichend beschimpft und geärgert haben, setzt die nächste Phase ein, die der Charakterentwicklung. Insbesondere Theos Charakter bekommt in dieser Folge einige neue Facetten und dadurch mehr Tiefe. Sie ist fortan nicht mehr das pure Böse, als das man sie (fast) in der Pilotfolge kennen gelernt hat, ohne jedoch durch eine plötzliche Wandlung zum Guten hin unglaubwürdig zu werden. Man könnte einfach sagen, dass man in dieser Folge ein wenig mehr von Theos eigenem Werte-Koordinatensystem kennenlernt hat - und das auch dadurch, das sie es hinbekommt, Jeremiah in einen Gewissenskonflikt zu stürzen, den er löst und dadurch auch eine Weiterentwicklung durchmacht.
Eine sehr interessante moralische Frage wirft die Verräter-Story auf, nämlich die, inwieweit die Motive eines objektiv falschen Handelns zur Entlastung des "Sünders" tauglich sein können. Damit hat sich nämlich der Rat von Thunder Mountain im Allgemeinen und Marcus Alexander im Speziellen zu befassen. Interessant dabei ist auch die Auflösung, die eine Fortführung des Storybogens der Gestalt darstellt, dass Marcus Alexander (absolutistische) Macht aufgibt und Entscheidungen über Bestrafungen von Thunder-Mountain-Bewohnern ab sofort an den Rat abgibt. Dass der Rat in diesem Fall relativ milde entschieden hat, wie man am Ende erfährt, relativieren die Urteilenden am Ende selbst, indem sie sich fragen, ob das milde Urteil nicht auch damit zusammen hängt, dass das Außenteam, das durch die unautorisierte Kommunikation gefährdet wurde, unversehrt heim gekehrt ist. Dass diese Frage nicht beantwortet wird, rundet das gute Gefühl ab, das man bei dieser Folge hat.
Wenn es eine Folge der ersten Staffel gibt, die man besser auf Englisch gesehen haben sollte, dann ist es diese - insbesondere die Szenen von Theo und Jeremiah im Wald haben durch die Übersetzung doch Einiges verloren, was insbesondere an holprigen Übersetzungen liegt, wie zum Beispiel "my pasty friend", aus dem dann im Deutschen "Weißkäse" (!) wird. |