Puzzle Quest - Challenge of the Warlords
getestet und vertont von Maren Pauler
"Seid gegrüßt, ich bin Rastha, die Druidin. Zu meinem Königreich gehören die Städte Bartonia und Drakenburg, die ich mit meinen Gefährten Syrus Darkhunter und dem Zwerg Khalkus nach erfolgreicher Belagerung erobern konnte!"
So kann sich der aktuelle Spielstand anhören, wenn man seit ein paar Tagen dem Suchtpotential von Puzzle Quest – Challenge of the Warlords für den Nintendo DS erlegen ist. Denn die einzigartige Kombination aus Rollenspiel und Puzzle hat zumindest mich überzeugt.
Es war einmal...
Zunächst muss ein Charakter erschaffen werden.
Am Anfang steht die Erschaffung des Helden: Man hat die Wahl zwischen den Charakteren Druide, Ritter, Krieger und Hexenmeister. Bei einer kleinen Einführung mit Hilfe eines Lernprogramms findet man schließlich heraus, dass die Bedienung genau richtig für den DS konzipiert wurde: lediglich der Stylus ist vonnöten, um sich auf der Karte zu bewegen, Orte und Missionen auszuwählen und im Kampf zu bestehen.
Die Geschichte ist etwas undurchsichtig: Grundsätzlich möchte man natürlich sein Königreich beschützen, welches von den Untoten bedroht wird. Allerdings schieben sich immer wieder andere Missionen dazwischen, z. B. die Befreiung eines Sklavenhändlerlagers oder die Begleitung einer Zwergenkarawane, um diese vor den Orcs zu schützen. An manchen Stellen wirkt die Geschichte etwas konstruiert, nur damit man bestimmte Gefährten trifft oder Gefangene machen kann.
Es wird gepuzzlet
Die Kämpfe werden durch Puzzle-Duelle entschieden.
Wird bei einem klassischen Pen-and-Paper-Rollenspiel der Kampf mit den Würfeln bzw. bei einem PC-Rollenspiel mit dem Schwert entschieden, tritt man hier in einem Puzzle gegeneinander an. In einer Matrix sind verschiedenfarbige Perlen, das sogenannte Mana, Totenköpfe, Münzen und Sterne, die für die Erfahrungspunkte stehen, aufgereiht. Durch Platztausch zweier benachbarter Perlen muss man es schaffen, mindestens drei gleichartige Symbole in eine Reihe zu bekommen. Dadurch sammelt man Mana, Geld, Erfahrung und fügt – mit Hilfe der Totenköpfe – dem Gegner Schaden zu. Die in Reihe gebrachten Symbole verschwinden, und von oben wird die Matrix wieder ergänzt. Hat man bestimmte Kombinationen an verschiedenem Mana gesammelt, kann man freigespielte Zaubersprüche einsetzen, um schneller an sein Ziel zu gelangen: den Gegner zu besiegen. Dass dieser das nicht so einfach mit sich machen lässt, ist natürlich auch klar: Grundsätzlich wechselt man sich ab mit dem Verschieben der Symbole. Doch auch hier gibt es zahlreiche Ausnahmen und somit immer eine Überraschung, was wohl als nächstes passiert.
Dieses Spielprinzip wird nicht nur für den Kampf mit Orcs, Riesenspinnen, Skeletten und Untoten angewandt. Was das Spiel wirklich interessant macht, ist die Vielfalt an Aktionen, die dem Spieler offen stehen. Nimmt man seine Gegner z. B. gefangen, was ebenfalls mit einer Variation des Grundpuzzles gelingt, kann man von ihm neue Zaubersprüche erlernen, die im Kampf gegen den nächsten Gegner sehr hilfreich sein können. Auch neue Waffen können erschaffen oder Reittiere ausgebildet werden. Mit dem gesammelten Geld kann man sein Heldeninventar aufstocken, und je mehr Erfahrungspunkte man auf seinem Konto hat, desto höhere Levels werden erklommen und weitere Missionen freigeschaltet.
Grafik und Sound
Auf einer Übersichtkarte reist man von Einsatz zu Einsatz.
Die Grafik von Puzzle Quest DS wirkt etwas angestaubt und bietet keine großen Überraschungen. Auf der Landkarte sind der eigene Held sowie die im Weg stehenden Gegner nur schwer zu identifizieren, Einzelheiten sind nicht wirklich zu erkennen. Auf dem Topscreen werden die wichtigsten Daten des Helden aufgelistet. Das Kampf-Feld ist einfach und übersichtlich aufgebaut: Neben der Matrix erscheint, je nachdem, wer gerade am Zug ist, die eigene oder gegnerische Liste der Zaubersprüche, wobei diejenigen, die aufgrund gesammelten Manas eingesetzt werden können, extra farbig markiert sind. Auf dem Topscreen sind der Held und der Gegner mit den aktuellen Lebenspunkten und Waffen zu sehen.
Der Sound weckt bestenfalls nostalgische Gefühle und erinnert an längst vergangene Computerspiele-Zeiten. Bereits nach ein paar Minuten musste ich den Ton abschalten, da die Musik einfach nur nervig war. Da keine Sprachausgabe vorhanden ist und auch die Geräusche bei verschiedenen Aktionen bestenfalls nichtssagend, schlimmstenfalls störend sind, hat man auch nichts verpasst.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen: Selten hat mich ein PC- oder Konsolenspiel so gefesselt wie Puzzle Quest für den Nintendo DS. Die Kombination aus Rollenspiel und unterschiedlichen Variationen des Puzzle-Grundspiels, die Vielfalt der zu spielenden Missionen und Aktionen sorgen für langen Spielspaß. Die Geschichte ist nicht so aufgebaut, dass man ständig am Ball bleiben muss, und so ist das Spiel auch geeignet, mal zwischendrin einen kleinen Kampf mit einem Riesen auszufechten oder eine Stadt zu belagern, ohne dass man sich erst lange wieder reinfinden muss. Legt man natürlich Wert auf eine ausgeklügelte Story, sollte man besser zu anderen Rollenspielen greifen, denn bei Puzzle Quest steht eher das Puzzle im Vordergrund. Allerdings ist es hier nicht die Jagd nach dem Highscore, sondern das Erfüllen der Missionen und die Entwicklung seines Heldencharakters, was den Spieler an das Spiel bindet. Und das ist rundum gelungen!
Puzzle Quest: Challenge of the Warlords gibt es übrigens nicht nur für den Nintendo DS, sondern auch für den PC, Mac und viele Konsolen.
Trailer zu "Puzzle Quest - Challenge of the Warlords"
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