Playstation Portable
geschrieben von Kevin Jensen, vertont von Ralf Pappers
Die Playstation Portable - Edel im Design
Wir alle kennen das: Wer sich zum ersten Mal verliebt, durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Mal ist einem heiß, mal kalt. Das Schwitzen der Hände wechselt sich ab von wenig bis sturzbachartig. Das Herz rast, die Adern am Kopf treten hervor, der Atem geht schneller. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle beschreibt am ehesten wie unser Ersteindruck war, als wir zum ersten Mal die Playstation Portable in die Hände nehmen durften. Dieses Stück Edel-Hightech, auch bekannt unter dem "Drei-Buchstaben- Akronym" PSP, sorgt nicht nur bei Handheldfans für Furore. Das Phänomen, dass viele Spieler von stationären Konsolen nun auch aus dem Sofa aufstehen und nun auch unterwegs sich mit aktuellen Titeln zudröhnen, kann immer häufiger beobachtet werden. Die Verkaufszahlen der PSP in Europa und den USA sprechen eine deutliche Sprache.
Mehr Speicher gibt's mit dem Memorystick Pro Duo
Warum ist das so? Hardwaretechnisch bewegt man sich nun im mobilen Sektor etwa auf einem Stand zwischen Sega Dreamcast und der Playstation 2. Ein Hochwertiges 16:9-Display sorgt für ein richtigen Wow-Effekt, wenn man es das erste Mal sieht. Gestochen scharfe Bilder, egal ob Fotos, Filme oder Spiele. Auch steuerungstechnisch befindet man sich dort, wo man beim großen Bruder aufhörte, inklusive Pseudo-Analogstick. Dieser ist nicht wie gewohnt ein "360°-Stick", sondern man verschiebt die PSP-Variante wie zwei gestapelte Münzen übereinander in die entsprechende Richtung. Das Prinzip ist eher Geschmacksache, vor allem da der Stick sehr weit unten am Gerät angebracht ist. Die Tasten lassen sich bequem erreichen und haben einen guten Druckpunkt. Ein übliches D-Pad, die berühmten vielen Playstation-Tasten und zwei Schulterknöpfe runden das Steuerungskonzept ab. Es gibt Anschlüsse für Kopfhörer (Standardklinke), einer Remotecontrolsteuerung (auch für andere Eingabegeräte, wie Headset verwendbar) und USB, sowie WLAN und Infrarot. Das Speichermedium für Multimedia-Inhalte und Spielstände ist ein Memorystick Pro Duo mit Magicgate-Kopierschutz. Derzeit erhält man diesen in Größen bis zu zwei Gigabyte.
Das Design des Geräts richtet sich ebenso wie der Preis an eine finanzstarke und erwachsenere Zielgruppe. In Deutschland liegen die Preise des Valuepaks (inklusive Kopfhörer, Kabelfernbedienung, Putztuch, Tasche und 32MB Memory Stick) bei rund 250 €. Schlägt man weitere 50 € drauf, so erhält man das Gigapak mit einem 1GB Memory Stick, ein zusätzliches USB-Kabel und einen Ständer für das edle Stück Hightech. Das Betriebsystem des Geräts kann jederzeit über kostenlose Firmwareversionen erweitert werden. Diese kann man online via WI-FI direkt auf die PSP laden, oder via USB vom Computer aus übertragen. Seit der Firmwareversion 2.0 ist es möglich, mit der PSP direkt im Internet zu surfen. In Japan ist mit der kürzlich erschienen Version 2.60 möglich, RSS-Channels und Podcasts zu empfangen und Videos zu streamen.
Mit Ridge Racer kann man die Reifen quietschen lassen
Das Hauptaugenmerk der Zocker dürften die Spiele sein. In Deutschland wurde ein enormes Start-Lineup geboten. Rennfans werden aus dem Staunen nicht herauskommen: Titel wie Ridge Racer, Wipeout, Colin McRae Rally, Burnout und Need for Speed lassen das Adrenalin in den Adern eines jeden PS-Fans sprudeln. Egal ob PS2 Portierungen oder komplette Neuauflagen, fast alles bekommt man geboten.
Das neue optische Medium UMD (auch als Universial Media Disk bekannt) ist eine spezielle form einer 6 cm großen Mini-DVD, die in einem Plastikmantel verschweißt ist. Bisher ist dieses Medium Read-Only, wer also Bilder oder Musik auf die PSP bringen möchte, muss auf den Memory-Stick zugreifen. Gerade auf die Multimediafeatures legt Sony großen Wert. Die Filmindustrie hat angebissen und schon eine Vielzahl an UMD-DVDs sind erhältlich. Egal ob Kinoklassiker aus den 80ern wie Ghostbusters oder Blockbuster wie Fluch der Karibik - Leinwandfans kommen auf ihre Kosten, denn die Qualität der Filme ist ausgesprochen gut. So gut, dass Sony sich entschlossen hat, Limitierungen für auf Memorystick betriebenen Filmen einzurichten. Wer seine eigenen Filmchen dreht und auf Memory Stick portiert, wird nicht die Auflösung und Klangqualität einer UMD bekommen. Die PSP versteht nur MP4, was ein Umwandeln unumgänglich und für Viele umständlich macht. Diese Tatsache kurbelt natürlich das Filmgeschäft auf der PSP an, denn portable DVD-Player sind in den USA und Europa sehr gefragt. Die Preise der Filme liegen im Schnitt bei recht hohen 20 €.
Futuristische Rennen mit Wipeout Pure
Neben Spielen und Filmen betrachten kann die PSP noch als MP3-Player und digitales Photoalbum genutzt werden. Man beschränkt sich dabei aber auf bestimmte Musikformate wie MP3s. Kopiergeschützte Inhalte können nicht vom Memorystick gelesen werden. Die integrierte Software liest ID3v.2-Tags und Winamp-Playlists. Fotos/Bilder können in den Formaten jpg, tiff, png und bmp angezeigt werden. Die gute Qualität der Anzeige kann sich sehen lassen - nur bei großen Bildern und Memory-Sticks mit hohen Kapazitäten ist der Bildaufbau etwas langsam. Zoomen und drehen mit eingebautem Viewer ist möglich. Drei Helligkeitsstufen sorgen für den bestmöglichen Durchblick.
Die Akkulaufzeit liegt zwischen 5 bis 10 Stunden, je nachdem, welche Applikationen man nutzt. Beim Spielen hält die PSP nicht so lange durch wie z. B. beim reinen Musikbetrieb. Ein Standbymodus sorgt dafür, dass man bei Gelegenheit den Handheld schnell in die Hosentasche stecken kann und später dort weitermacht wo man aufhörte. Auf dem ersten Blick mag sich dies nach einer Wunderkonsole für die Hosentasche anhören, doch es gibt auch zahlreiche Nachteile des Geräts. Das edle Design mag zwar ein Hingucker sein, doch ist sie sehr Kratzanfällig und man sollte das Display mit separat erhältlichen Displayfolien schützen - besonders, wenn man mit dem Gerät unterwegs ist. Das optische Medium birgt oftmals enorme Ladezeiten, die beim Unterwegsspielen störend sein können. Die Verarbeitung ist gelungen, jedoch sollte man dennoch mit dem Gerät behutsam umgehen, da es in manchen Situationen sehr empfindlich reagieren kann.
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