The Moment of Silence
getestet und vertont von Falk T. Puschmann
29. September 2044, Brocklyn - Ein Sondereinsatzkommando stürmte eine Wohnung im 23 Stock. Gewaltsam wird einer der Bewohner überwältigt, gefesselt und zu einem handlichen Packet verschnürrt. Wer ist der Mann der eben abgeführt wird wie America's Most Wanted? Ein Terrorist? Ein Schwerverbreicher? Von seiner Wohnungstür muss Werbemann Peter Wright mit ansehen, wie der Vater der Familie Oswald, ein unbescholtener Journalist, seiner Familie entrissen wird und seine Frau und der kleine Tommy hilflos zurück bleiben.
Das Gesehene lässt Peter nicht mehr los und er beschließt, Licht in das Dunkel zu bringen. Ob sein eigener persönlicher Verlust damit zu tun hat? Schnell stößt er auf eine heiße Spur. Doch sind wirklich Aliens, die eine Invasion planen die Drahtzieher oder ist die Gefahr viel greifbarer? Schneller als Peter lieb ist, ist er selber Staatsfeind Nummer 1. Kann er das Geheimnis lüften, bevor er selbst verschwindet?
Lange verband man Computerspiele aus Deutschland mit kleinen Krabbelwesen, Strategie oder ... natürlich Fußballmanagern. Endlich schafft es auch ein Adventure aus Deutschland internationale Beachtung zu finden, und beweist dass gute Fiction auch aus dem Land des Sauerkrauts stammen kann. Das 1999 gegründete Label "House of Tales" präsentiert mit "The Moment of Silence" ihr zweites ausgewachsenes Spiel. Daneben vertreiben Sie auch einige Handyadventure Spiele.
The Moment of Silence ist eine gelungene Mischung aus klaustrophobischer Story mit Akte X-Feeling und spannendem Thriller. Die Athmosphäre packt sofort und es kommen viele abwechslungsreiche Handlungsorte und Personen ins Spiel. Dabei steuern wir in klassischer Point-and-Click Manier unser Alter-Ego Peter Wright. So toll die Atmosphäre aber auch ist, bei der Steuerung hätte man noch Einiges feilen können - so klickt man sich an manchen Stellen schier in den Wahnsinn, um an bestimmte Stellen zu gelangen. Ein dickes Minus in der B-Note bekommt das Game auch durch die langen Wege, die man zeitweise zu beschreiten hat. Ein intuitiveres Reisesystem wäre hier wünschenswert gewesen. Letztes Haar in der Suppe ist dann am Ende der Fakt, dass man immer ein Blatt Papier dabei haben muss, denn manche Codezahlen muss man wirklich notieren, um sich später im Spiel daran zu erinnern. Das hätte sich - wie heute eigentlich bei den meisten Adventures üblich - automatisieren oder mit einem Journal auffangen lassen.
Fazit
Das Grafikadventure ist noch lange nicht tot - "The Moment of Silence" ist der Beweis! Ein spannendes Spiel, deren Entwickler allerdings noch etwas dazu lernen müssen. Übersieht man jedoch die Kritikpunkte, so ist ein sehr atmosphärisches Spiel rausgekommen. Auf jeden Fall sollte man das Label im Auge behalten, denn da steckt eine Menge Potential drin!
Trailer und Interview zu "The Moment of Silence"
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