Die Kunst des Mordens - Geheimakten FBI
getestet von Falk T. Puschmann
Ein brutaler Serienmörder zieht eine blutige Spur durch den Big Apple. FBI Agentin Nicole Bonnet, die gerade erst ihren Partner James Scott verloren hat, soll ermitteln. Schnell steckt sie tief in einem Netz aus Mysterien. Kann Sie das Rätsel lösen und den Mörder stoppen?
Ein neues FBI-Adenture steht vor der Tür. Diesmal geht es einmal mehr um eine ungeklärte Reihe von Ritalmorden, die in gewohnter Point-und-Klick-Manie aufgelöst werden müssen. Es handelt sich bei "Die Kunst des Mordens - Geheimakte FBI" um das Erstlingsadventure des jungen Studios City Interactive, das ansonsten vor allem Taktikshooter und Rennspiele im Portfolio hat. Dabei ist die Atmosphäre anfangs durchaus stimmig und man fühlt sich an gute, alte "Akte X"-Zeiten erinnert. Doch diese Euphorie legt sich schnell, denn es sind viele, kleine Haare in der Suppe, die das Spiel eher zur Geduldsprobe als Rätselspaß mutieren lassen.
Haare in der Suppe
Auf der Suche nach einer heißen Spur
Es liegt vor allem an den Rätseln. Es mag noch eine gute Idee sein, dass man - als eine Art Tutorial - sich schnell mal auf die Suche nach Druckerpapier begeben muss - schließlich muss man Anfangs erst ein wenig mit dem Interface warm werden. Wenn sich solche "Rätsel des Alltags" dann allerdings durch das Spiel ziehen und vieles sich nur durch ausprobieren lösen lässt, stößt der Gelegenheitsgamer schnell an seine Frustgrenze. Hier hätte ein wenig weniger Kleinlichkeit gut getan.
Ein weiteres Manko sind die vielen leeren Räume im Spiel. Wo andere Spiele mit einer Flut an Details aufwarten, fühlt man sich schnell einsam, ob es an dem irgendwie unsichtbaren Partner liegt, sei dahin gestellt. Auch hätte man die Dialoge interaktiver gestalten können. Hier ist der Fluss immer vorgegeben und oft müssen die Charaktere mehrfach angesprochen werden, um alle Informationen zu erhalten.
Grafik, Musik und mehr
Im Museum finden wir die ersten Hinweise
Die Grafik an sich ist solide, die Hintergründe schön und stimmungsvoll gezeichnet. Die Animationen der Spielfiguren könnten ein wenig flüssiger sein, was sich auch in die Zwischensequenzen überträgt. Hier ist man heute einfach mehr gewohnt.
Ein deutlicher Pluspunkt stellt die gelungene Soundkulisse dar. Dabei passt der Score gut und erinnert ein wenig an die Synth-Klänge von Mark Snow. Die deutsche Synchro ist sehr gut und mit Profi-Sprechern solide besetzt. Deren Leistung ist über das gesamte Spiel hinweg durchgehend gut.
Die Katakomben von New York
Das Interface selbst ist sehr intuitiv. Fährt man mit dem Cursor über ein Objekt, so bekommt man angezeigt, welche Aktionen dem Spieler zur Verfügung stehen. Dabei positioniert sich die Funktion entweder rechts oder links neben den Cursor und zeigt dem Spieler dadurch an, mit welcher Maustaste sie ausgeführt werden kann. Vorbildlich ist auch die Möglichkeit, das Spiel barrierefrei zu gestalten. Eine zuschaltbare elektrische Stimme liest die letzten Bildschirmtexte vor. Außerdem lassen sich mittels Taste alle ausführbaren Gegenstände im Raum anzeigen. Kleiner Wermutstropfen ist, dass die elektronische Stimme für englische Texte optimiert ist und ein wenig arg nuschelt.
Ein paar kleinere Bugs haben sich in das Spiel eingeschlichen. So bleibt beim Laden und Speichern und teilweise beim Wechsel der Lokation gern die Musik stecken und klingt ein wenig nach einer verkratzen Schallplatte, die hin und her springt. Auch zeigt das Interface oft Aktionen an, die so noch gar nicht funktionieren, bzw. eigentlich erst für ein späteres Rätsel gedacht sind und daher nicht angezeigt werden sollten.
Fazit
Für den Gelegenheitsabenteurer ist die Frustgrenze an einigen Stellen des Spieles viel zu niedrig. Dafür sollte der erfahrene Spieler sehr schnell durch das Abenteuer kommen. Was am Ende bleibt ist ein weiterer Adventure-Krimi, der kaum aus der Masse heraus sticht. Wer gerade händeringend nach einem neuen Adventure-Nachschub sucht, greift besser zu anderen aktuellen Titeln.
Trailer zu "Die Kunst des Mordens"
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