Star Trek: Klingon Academy
getestet von Matthias Milz
Bei Star Trek: Klingon Acedemy übernimmt man die Rolle eines jungen Klingonen, der sein ganzes Leben auf das Kommando über ein Schlachtschiff vorbereitet wurde. Sie besuchen nun die Klingonische Elite-Akademie, unter der Leitung von General Chang, den man schon aus "Das unentdeckte Land" kennt. Der General hat für jede Situation die passende Lektion bereit, die extra schwer ausfällt. Die Lektionen setzten sich zu einem simulierten Krieg gegen die Föderation zusammen, der nach der Meinung von General Chang früher oder später ausbrechen wird. Die Kadetten-Freunde werden immer und immer weniger, denn der kleinste Fehler führt zum Ausschluss aus der Akademie. Doch das Imperium hat andere innenpolitische Probleme. Ein abtrünniges klingonisches Haus versucht die Herrschaft an sich zu reißen. Als neuer Lieblingsschüler des Generals wird man auf zahlreiche Geheimmissionen geschickt, auf denen man die so oft gepriesene Tarnvorrichtung aufs äußerste beansprucht. Irgendwie schafft es ein Mitglied des "Hauses von Gioch" doch noch die Macht an sich zu reißen und an der Seite von Chang und dem späteren Kanzler Gorkon kämpft man einen spannenden Bürgerkrieg, der das Imperium spaltet.
Äußerlich ist das Spiel den Programmieren von "14 degree East" und "Interplay" beim Schiffsdesign nicht so gelungen. Klotzige Schiffe und schlechte Texturen lassen das Spiel auf den ersten Blick unatraktiv aussehen. Die Explosionen, Schiffsschäden und Projektilgrafiken sind aber anspruchsvoller. Dennoch ist es beim Thema Grafik nicht mit dem Hit "Bridge Commander" konkurenzfähig. Die zahlreichen, mit viel Aufwand gedrehten Videosequenzen machen das Spiel noch interessanter, benötigen aber durch ihre Größe vier CDs. Die Grafik ist insgesamt nicht schlecht, aber schon zwei Jahre früher hätte man es besser machen können.
Bei der Soundkulisse sind viele verschiedene Klänge verwendet worden, zum Beispiel Konsolentöne, Stimmen der Brückencrew und Maschinengeräusche bei 180-Grad-Wenden. Die typisch klingonische Hintergrund-Musik gibt das richtige Feeling, obwohl sie auch sehr nervig sein kann. Realistische Explosionstöne und Waffengeräusche bringen viel Action (obwohl Töne im Weltraum nicht vorkommen, aber wen stört das?). Außerdem wurden für die Schauspieler wieder die original Synchronstimmen verwendet. Sehr gelungen, aber es fehlt noch das gewisse Etwas.
Das Spiel ist mit Joystick und Tastatur spielbar. Leider gibt es kein Display für die Maus, und es ist schwer, der Besatzung Befehle zu geben, da man die Brückencrew nicht sieht. Für jede Station ist im unteren Bildschirmrand eine Zahl und für den entsprechenden Befehl eine weitere Zahl, wodurch man für die einfachsten Befehle komplizierte Kombinationen eingeben muss. Zum Beispiel: Gegner anvisieren, 8-4, Schilde verstärken, 1-3-3, zum Ziel fliegen 2-3-2. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.
Man steuert das Schiff und die Waffen der Front manuell. Die übrigen Waffen feuern automatisch, wenn das Ziel in Reichweite ist. Durch einen Wechsel in den Geschützstand kann man alle Waffen kontrollieren. Das Spiel bietet aber auch interessante andere Möglichkeiten ein Schiff zu zerstören, z. B. Traktorstrahl, Außenteams und Jägerangriff. Man kann ebenfalls das Kommando abgeben und Fein-Einstellungen im Maschinenraum oder auf der Krankenstation vornehmen. Kompliziert aber vielseitig.
Fazit
Wenn man mal keine Lust mehr auf die Akademie hat, kann man auch Multiplayer spielen oder Schlachten gegen den Computer schlagen. Dabei kann man zwischen Rasse, Schiff und Schlachtfeld differenzieren. Als Kommandant der Flotte kann man dann über den Comm-Offizier der Flotte Befehle geben und eine riesige Schlacht gegen Schiffe oder Basen führen. Für jeden Simulationsfan ein Abenteuer - spannende Gefechte bis auf den letzten Mann, verschiedenste Schlachtfelder wie Planetenring, Gasriese oder schwarzes Loch, und Platz für viel Taktik. Bis zum letzten Atemzug Spannung. Es gibt viele verschiedene Rassen mit eigenen Waffen und Schiffstypen und vieles mehr. Aber es hat auch Schattenseiten. Meiner Meining nach sind die Programierer ein bißchen zu weit gegangen was künstlerische Freiheit angeht. Obwohl das Spiel im späten Classic Zeitalter spielt sind die Macher nicht umher gekommen, völlig unbekannte Rassen und Technologien einzubauen, die völlig aus der Luft gegriffen sind. Riesige Schlachtschiffe, die es mit der Enterprise-E aufnehmen können im klassischen Stil.
Vielseitig, einfallsreich, aber hat schon die Grenzen der Star Trek-Regeln deutlich übertreten.
Trailer zu "Star Trek: Klingon Academy"
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