Dungeon Lords – Ein Episches Rollenspiel von D. W. Bradley
getestet von Christian Falkner
Die Geschichte dreht sich um den Kampf zwischen Gut und Böse, in der Form des guten Magiers Galdryn of the Meadows und des Bösen Erzmagiers Volgar. Beide entfachen um die Vorherrschaft im Kreis der Magier einen Krieg. Mit einem Hinterhalt lockt Volgar Galdryn in die Falle und tötet diesen. Der Tod Galdryns bedeutet für Lord Davenmor, dass er ohne Verbündeten im Kampf gegen Lord Barrowgrim steht. Um die sichere Niederlage zu verhindern verspricht Lord Davenmor Lord Barrowgrim die Hand seiner Tochter Ellowyn. Doch Ellowyn ist in Valdane verliebt, einen Oberst der Königlichen Garde. So flieht Ellowyn und die Truppen Barrowgrims ziehen sich erneut zusammen. Nun liegt es am Spieler Ellowyn zu finden und sie zu ihrem Vater zurückzubringen, um die Niederlage der guten Seite aufzuhalten.
Von Elfen, Zwergen und anderen
Weite Lande und große Gebäude warten auf den Spieler.
Bei der Charaktererstellung kann man zwischen sieben verschiedenen Rassen. Dazu zählen die Menschen, Elfen und Zwerge, die Urgoth, die Tiermenschen Wylvaner, die von den Reptilien abstammenden Zauren und die gnomhaften Thralls.
Die Auswahl des Volkes bringt gewisse Stärken und Schwächen mit sich - so sind die Elfen beispielsweise intelligent, aber schwach, die Urgoth muskulös und dumm. Darauf sollte man achten, bevor man sich entscheidet, ob man einen Adepten, Kämpfer, Magiebegabten oder Schurken spielt. Dies sind die Einsteigerklassen, welche im Laufe des Spieles erweitert werden. Dabei kann man im Verlauf des späteren Spieles drei Unterklassen des Levels eins, zwei des Levels zwei und eine des Levels drei annehmen. Beim Erstellen des Charakters hat man 10000 Beförderungspunkte zur Verfügung, die Vergeben werden können, um Grundeigenschaften zu verbessern.
Wenn man seinen Charakter erstellt hat, steht man gleich ohne Tutorial in der Welt von Dungen Lords. Der Spieler ist anfangs in der Wildnis nahe der Stadt Fernhain. Dort finden sich auch gleich die ersten Monster - daher sollte man sich so rasch wie möglich auszurüsten und mit der Steuerung vertraut machen. Auch sollte mit jedem Nichtspielercharakter gesprochen werden, da die Bewohner teilweise über sehr wichtige Informationen verfügen.
Viele Aufgaben müssen gelöst werden, die so einiges an Spielstunden zusammenkommen lassen. Es gibt zwar keine Pferde, Greifen oder sonstige Fortbewegungsmittel, aber mittels Mondbrücken, und den dazugehörigen Mondsteinen, kann man sich von Ort zu Ort Teleportieren.
Schlagt Sie nieder!
Viele Gegner müssen bekämpft werden.
Die Gegner, gegen die aus dem Blickwinkel einer dritten Person gekämpft werden kann, sind sehr artenreich - von Schlangen, Ratten über Fledermäuse und Kriegstrolle bis zu Drachen. Allesamt sind sie sehr schön animiert - aber von Intelligenz keine Spur. Kaum sind die Gegner in Reichweite beginnen sie drauf los zu schießen und unkontrollierte Angriffe zu starten. Wenn man bei einem Kampf stirbt, kann man sich entweder mit einem Wiederauferstehungszauber zurückholen, oder man holt sich mit der Taste „R“ zurück, was aber eine Menge Erfahrungspunkte kostet.
Die Steuerung ist relativ simpel aufgebaut. Gekämpft wird in Echtzeitmodus aus der Sicht einer dritten Person - also pures Hack and Slay. Beim Bewegen bleibt man allerdings allzu leicht an Wänden oder an Türen hängen. Durch verengte Nischen oder Gänge zu kommen kann dabei zu einem unmöglichen Unterfangen werden.
Auf der grafischen Seite erfreuen schön animierte Landschaften und Charaktere das Gamerauge - allerdings hätte man sicherlich ein wenig mehr Liebe ins Detail stecken können.
Die Musik ist sehr atmosphärisch. Wenn man nicht gerade in einen Kampf verwickelt ist, dann begleiten einen neben den eigenen Schritten dezent dosierte Klänge. Die Sprachausgabe ist im Prinzip gut gelungen, auch wenn sich manche NPCs gerne wiederholen.
Es gibt neben dem Einzelspielermodus auch noch die Möglichkeit im über LAN oder Internet mit bis zu 8 Mitstreitern zusammen in den Kampf zu ziehen, was natürlich weitaus mehr Spaß macht als alleine zu spielen. Die Karte bleibt dabei gleich, aber die Gegneranzahl erhöht sich mit jedem Mitspieler. Die Erfahrungspunkte können gleich in Attribute und andere Fähigkeiten investiert werden, was als sehr positiv zu betrachten ist.
Fazit
Dungeon Lords ist wohl nicht an die Einsteiger von Rollenspielern gerichtet. Vieles ist nicht auf Anhieb klar, und es gibt kein Tutorial, was das Handbuch fast zwingend notwendig macht. Dumme Gegner und viel zu leere Städte machen das Spiel leider zeitweise langatmig. Wenn man dann auch von vermeidbaren Bugs heimgesucht wird, drückt das schon sehr auf den Spaßfaktor. Das Kampfsystem ist etwas gewöhnungsbedürftig, und die Grafik hat hie und da ihre kleinen Macken. Die wirklichen Stärken dieses Spieles liegen eher in der Möglichkeit, in einer guten Atmoshpäre ein wenig Zeit totzuschlagen. Der grandiose Sound trägt dazu bei, dass man sich recht schnell in diese epische Welt versetzt, und vor allem auch wohl fühlt.
Links:
:: Spieletest in Gameboys #034
:: "Dungeon Lords" bestellen
:: Die offizielle Website zum Spiel
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