Dragon Quest Monsters
Mit DQMJ ist endlich eine Fortsetzung des beliebten DQM für den GameBoy Color im deutschsprachigen Raum erschienen. Natürlich erhofft sich jetzt jeder Fan des ersten Teils eine ebenso gelungene und umfangreiche Version des Nachfolgers für den DS. Doch nehmen wir das Spiel zunächst mal näher unter die Lupe.
getestet von Sarah Kiefer
Seinem Charakter, einem stets grimmig dreinschauenden, ca. 12-jährigen Jungen, darf man zu Beginn des Spiels einen Namen geben, denn die Schöpfer waren sehr kreativ: Sie haben sich keinen voreingestellten Namen ausgedacht. Hieß der Protagonist beim DQM für den Gameboy Color noch Terry, so sagt die Spielanleitung in diesem Teil nur, dass du den Joker spielst. Auch gut, ein namenloser Held.
Und mit ihm startet man seine Reise vom Gefängnis aus. Ein mit französischem Akzent sprechender Mann holt dich dort ab und schickt dich zum Direktor, der auch gleichzeitig dein Vater ist. Dort angekommen, wirst du zunächst dafür getadelt, dass du abhauen wolltest, nur um an der Monsterscoutmeisterschaft teilzunehmen. Komischerweise erteilt dir dein Vater danach direkt den Auftrag an besagter Meisterschaft mitzumischen?!? Es scheint, als ob der Held durch diesen Stress frühzeitig ergraut ist. Anscheinend war er sein ganzes Leben solcher Inkonsequenz ausgesetzt.
Alles klar, danke Paps, los geht’s! Bevor du abreist, bekommst du auch noch ein Monster geschenkt. Du darfst dir eins von dreien aussuchen (Das erinnert schon sehr an Pokémon.).
Ein Wellenflitzer bringt dich weg von der Insel. Man muss dazusagen, dass die ganze Story auf einem Archipel spielt und man nach und nach zwischen sieben Inseln hin- und herreisen kann.
Viel mehr gibt die Story nicht her. Es gibt immer wieder kleinere Quests und Dungeons, die bestanden werden müssen. Sie erinnern ein wenig an Zelda, sind aber bei weitem nicht so anspruchsvoll. Auch lernst du auf deinem Weg ein ganz besonders Monster kennen: den Incarnus. Es ist ein Monster ohne Rang und die halbe Welt scheint scharf darauf zu sein. Natürlich schließt sich das Tier dann dir an. Und am Ende musst du dann noch die Welt retten, weil das Vieh dir diesen Auftrag gibt. Alles in allem dreht sich das Spiel aber nur um eins: die stärksten Monster zu erschaffen.
Spielverlauf
Das Game schleppt sich nur so dahin. Man muss ständig gegen andere Monster kämpfen um Erfahrungspunkte zu sammeln und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ein Monster ein Level-Up hat.
Fangen und züchten
Um ein neues Monster in dein Team aufnehmen zu können, musst du es werben. Das heißt, die Monster in deinem Kampfteam (bis zu drei) zeigen dem zu Werbenden eine Kostprobe ihres Könnens. In Prozent wird dann angezeigt, wie beeindruckt der Gegner von deiner Darbietung ist und je nach dem entschließt er sich dir anzuschließen, oder eben nicht.
Schließt sich dir ein Monster an, so musst du ihm einen Namen geben. Zwar hat das Tierchen eine Bezeichnung, so wie bei Pokémon, aber im Gegensatz dazu kannst du diese Benennung nicht einfach übernehmen.
Gezüchtet wird, indem man ein Positives mit einem Negativem Monster paart. Was dabei herauskommen soll, kann man sich aus bis zu drei Vorschlägen selbst aussuchen. Ziemlich klasse ist auch, dass man sofort sieht, ob man ein Monster schon mal hatte. So kann man seine Bibliothek leichter füllen.
Kämpfen
Zunächst einmal stellt man seine Truppe zusammen. Man kann bis zu drei Monster direkt mitnehmen und weitere drei als Ersatz. Die restlichen bleiben im Zwinger.
Bei normalen Kämpfen kann man seinen Monstern einzelne Befehle geben und bestimmen, mit welcher Technik welcher Gegner angegriffen werden soll. Man kann auch eine allgemeine Taktik festlegen, d.h. ob sich ein Monster eher defensiv oder offensiv verhalten soll. Schön hierbei ist, dass mit kleinen Symbolen gekennzeichnet wird, welche Attacken das jeweilige Monster noch anwenden wird.
Bei Arenakämpfen fällt die Möglichkeit der Einzelbefehlgabe weg. Allerdings kann man bei beiden Formen sein Gepäck benutzen und so das Kampfesglück noch ein wenig wenden.
Besonders schön ist auch, dass man seine Monster noch mit unterschiedlichen Waffen ausrüsten kann und so ihre Stärke steigt. Leider sind diese Spezialwaffen grafisch nicht umgesetzt worden.
Monster
Die Monster sehen noch genauso aus, wie im Vorgänger und zusätzlich findet man auch neue. Aber etwas hat sich verändert: Ihr Name und ihre Gattung. Es gibt acht Untergruppen. Wobei die meiner Meinung nach nicht viel zu sagen haben. Manche Gruppen entwickeln sich schneller, als andere. Drachen z.B. brauchen in der Regel mehr Erfahrungspunkte bis zum Level-Up, als Biester. Aber man kann eigentlich nicht sagen, dass z.B. die Gattung Slime gegen einen Untoten mehr ausrichten kann, als eine Pflanze.
Grafik
Grafisch haben sich die Gestalter wirklich Mühe gegeben. Akira Toriyama (der Zeichner von DrangonBall) entwarf das Design für DQMJ. Die Monster sind dreidimensional und auch bei den Kämpfen ändert sich immer mal wieder der Blickwinkel von allein. Außerdem sieht man auch wie die Monster kämpfen. Sie stürmen richtig aufeinander ein oder lassen Feuer und Eis gegen ihre Widersacher fahren.
Steuerung
Die Steuerung erfolgt hauptsächlich über die Pfeiltasten. Der Stylus wird nur selten gebraucht. Die Kamera kann man mit L und R schwenken oder sie mit B hinter sich fixieren.
Naja, und mehr als geradeaus laufen kann man eigentlich nicht. Zwar kann man seinen Charakter auch nach links oder rechts bewegen, aber dann sollte man die Kamera schleunigst hinter sich positionieren, weil man sonst vollkommen die Orientierung verliert. Zoomen kann man im Übrigen nicht, was das Spiel schon erschwert, aber man gewöhnt sich daran.
Die Wege sind im Allgemeinen zu lang gehalten. Und es gibt auch keinen Knopf, der unseren Helden schneller laufen lässt.
Der Stylus kann dazu benutzt werden, um sich die Karte komplett anzusehen und sie hin und her zu schieben. Allerdings springt sie danach immer wieder in ihre Ausgangsposition zurück, die schon von vorneherein schlecht eingestellt ist.
Auch die Namenseingabe mit dem Stylus nervt: hier erkennt das Spiel nämlich grundsätzlich nicht, auf welchen Buchstaben du getippt hast.
Sound
Einfach nur schrecklich. Man hält das Gedudel keine 30 Sekunden aus und er variiert auch nur geringfügig, wenn man ein anderes Gebiet betritt. Abschalten!
Fazit
Es ist wirklich langweilig. Man muss ewig weite Strecken zurücklegen, um von einer Insel auf die nächste zu kommen. Dann kämpfen, kämpfen, kämpfen, um Erfahrungspunkte zu sammeln – allerdings stellt man dann enttäuscht fest, dass seine Monster immer noch zu schwach sind, um in der Arena gegen echte Gegner zu bestehen oder um die Endgegner zu schlagen. Wirklich sehr frustrierend. Zwar ist der Kampfmodus gut gemacht, aber man erwartet einfach mehr als nur Kampfszenen. Außerdem kommt dazu, dass die Story an den Haaren herbeigezogen ist und den Spieler eher noch verwirrt.
Grafisch sind die Kämpfe wirklich cool gemacht (wesentlich besser, als bei Pokémon beispielsweise), aber dass man jedem seiner Viecher einen eigenen Namen geben muss, nervt einfach nur. Schlimm ist außerdem, dass die Monster vollkommen andere Namen haben, als im vorhergehenden Teil. Sehr seltsam ist auch, dass manche Figuren komische Masken aufhaben oder mit Akzent sprechen, wobei man den Akzent natürlich nicht hören kann, sondern mitlesen muss.
Alles in allem ist das Spiel eine sehr, sehr, sehr einfach gehaltene Variante zu Pokémon.
Trailer zu "Dragon Quest Monsters"
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