Die Sims 2
getestet von Kevin Reymann
Bereits bei der Installation bemerken wir einen Unterschied zum Vorgänger von "Die Sims 2". Während die vier CD-Roms im Laufwerk rotieren, kann der Spieler sich mit einem Minispiel die Zeit vertreiben. Nach der Installation kommen haben wir die Qual der Wahl: Diesmal wird uns nicht nur eine Nachbarschaft vorgesetzt, sondern gleich drei: Schönsichtigen, Merkwürdighausen (welches stark an Roswell erinnert) und Veronaville. Ich habe mich mal für Schönsichtigen entschieden – dies ist die Nachbarschaft aus Sims 1, nur 25 Jahre in der Zukunft. Nun brauchen wir eine Familie. Entweder, wir nehmen eine fertige (was aber irgendwie etwas einfallslos wirkt), oder wir bauen uns eine eigene. Wie auch bei Sims 1 wählen wir zuerst den Familiennamen und fügen dann die Bewohner hinzu, wie es einem beliebt. Hier sehen wir auch, wie viel Mühe sich die Macher der Sims bei der zweiten Version gemacht haben. Ob Bartstoppeln, krumme Nase oder zusammengewachsene Augenbrauen. Man kann sich so ziemlich alles "bauen", was einem gefällt. Eine weitere Neuerung, die sich die Programmierer haben einfallen lassen ist, dass die Leute nun altern. Also nix mehr mit Endlosspiel, denn wer alt wird, der stirbt auch irgendwann. Die Altersstufen sind unterteilt in Babys, Kleinkinder, Kinder, Teenager, Erwachsene, Senioren und den Tod. Ersteres und letzteres kann man nicht im Familiengenerator erstellen. Außerdem muss mit einem Kind oder Teenager mindestens ein Erwachsener oder Senior im Haus wohnen. Die maximale Personenanzahl pro Haushalt sind acht Leute. Die Altersstufen dauern unterschiedlich lange. Teenager und Erwachsener ist man aber am längsten.
Die Steuerung und die neue Grafik
Die enorme Rechenleistung, die für "Die Sims 2" benötigt wird, wird nicht nur für den hübschen Mauszeiger verwendet, sondern für eine aufwendige und sehr gute Grafik, die komplett in 3D gehalten ist. In Worten lässt sich das natürlich nicht so gut erklären, deshalb einfach mal auf die Bilder gucken ;-)
Die Steuerung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig - zumindest war sie das für mich. Ich empfehle eine Maus mit Mausrad, welches man auch drücken kann. Wenn ihr den Mauszeiger an eine der Bildwände fahrt, kann man wie in Sims 1 in alle Himmelsrichtungen scrollen. Wenn ihr am Mausrad dreht, könnt ihr den Zoom verändern. Bei gedrücktem Mausrad kann das Bild um die eigene Achse gedreht werden. Und das nicht nur um 90° wie mit den Buttons, sondern soviel- oder wenig wie gewünscht. Diese Funktionen erlauben ein Maximum an Spielspaß.
Das Haus
Wie auch ins Sims 1 ist das Gameplay wieder in drei Bereiche unterteilt: Livemodus, Kaufmodus und Baumodus. Doch bevor es soweit ist, brauchen wir ein Haus. Ein Fertiges kaufen ist aber etwas langweilig und deshalb beginne ich einfach einmal damit, mir ein Haus abzureißen, um an dessen Grundstück zu kommen. Das kaufe ich daraufhin und betrete es (alternativ gibt es auch unbebaute Grundstücke!). Aber wer will schon Berge bzw. Hügel bei sich im Wohnzimmer haben – also weg damit. Auch das Planiertool, welches im Baumodus zu finden ist, ist in Sims 2 verbessert worden. Wir müssen nicht jeden einzelnen Berg manuell absenken, sondern machen das ganze Grundstück mit nur einem Mausklick eben.
Als nächstes braucht das Haus ein Fundament. Dies haben wir in Sims 1 komplett vermisst. Auch hier gibt es eine Auswahl zwischen mehreren verschiedenen Variationen - überall wo Fundament ist, wird später auch Haus sein. Der Rest kann für Garten oder hauseigenen Friedhof verwendet werden. Wenn das Fundament steht, können wir uns daran machen, Wände, Fenster und Türen einzusetzen sowie das Haus zu tapezieren oder mit Teppichen oder Fliesen auszulegen. Eine Etage ist zu wenig? Kein Problem! Wir können drei Etagen nach oben bauen. Wenn wir ein Schrägdach haben können wir noch einen Dachboden erstellen und mit Hilfe des Fundaments bauen wir unseren Partykeller! Aber (vorerst) brauchen wir noch eine Möglichkeit, um ins Haus zu kommen. Da das Fundament etwas höher ist als der Rasen, muss es eine Mini-Treppe sein, wovon auch einige im Baumodus zur Auswahl stehen. Zusätzlich stehen im Baumodus noch die üblichen Funktionen wie die aus Sims 1 zur Verfügung: Blumenbeete, Treppen, Kamine, Dächer, Zäune, Seen, uvm.!
Der Kaufmodus
Jetzt heißt es einkaufen, was das Zeug hält – oder die Brieftasche. Wenn ihr noch Geld übrig habt nach dem Bauen, dann könnt ihr das Haus nun wie in Sims 1 einrichten. Unterteilt ist der Kaufmodus in mehrere Kategorien, die denen von Sims 1 alle ein wenig ähneln. Bis auf wenige Ausnahmen sind die neuen Objekte allesamt sehr detailgetreu und interessant gemacht – auch wenn es auf den ersten Blick ein paar zu wenig sind.
Aber auch in Sims 2 gibt es im Baumodus keine Grenzen – einfach auf einschlägige Internetseiten gehen und downloaden, downloaden, downloaden. Die Dateien kommen in diesen Ordner: „Eigene Dateien/EA Games/Sims 2/Downloads“.
Der Livemodus
So, jetzt geht es ans Spielen. Auch hier gibt es einige Neuerungen: Links am Bildschirmrand sind die Familienmitglieder zu finden. Durch anklicken kann man den Sim steuern. Ein Vorteil an der neuen Version ist, dass die Sims nun eigenständiger sind. Ist ein Weg versperrt, nehmen sie einen anderen und meckern nicht stundenlang herum. Außerdem benötigt ein Sim nicht mehr drei Stunden, um eine Treppe aufzusteigen. Am unteren Bildschirmrand findet man einen Bereich mit Wünschen und Ängsten. Erfüllt man einen Wunsch, bekommt man Punkte. "Erfüllt" man eine Angst, werden Punkte abgezogen. Diese Punkte kann man später gegen verschiedene Gegenstände eintauschen, z.B. einem Trankbrunnen, mit dem man ein paar Tage jünger wird.
Sims können, wie auch in Sims 1, das Bett nicht nur zum Schlafen benutzen. Für die schönste Nebensache der Welt gibt es einige neue Funktionen, die man unbedingt ausprobieren sollte. Aber Vorsicht – es kann sein, dass man dann nicht nur ein Kind, sondern gleich zwei, also Zwillinge, bekommt. Das heißt Stress pur. An der Aufziehung eines Babys hat sich nichts geändert. Es sind noch immer für jeden Sim einige harte Tage.
Essen und Krankheit
Essen müssen die Sims natürlich auch. Entweder man geht jeden Tag essen oder man ruft einen Pizza-Lieferanten. Beides kostet einiges an Kohle (die man besonders zu Anfang normalerweise nicht hat). Also muss man selber kochen. Doch ohne Lebensmittel geht es nicht. Ein Anruf beim Lieferanten genügt und er füllt (natürlich nur gegen Bares) den Kühlschrank. Doch Kochen will gelernt sein. Aber hier, wie bei vielen anderen Arbeiten im Haus gilt: "learning by doing". Je mehr man kocht (oder putzt, oder repariert), desto mehr Punkte bekommt man.
Sims können jetzt auch krank werden – entweder durch verdorbenes Essen (Lebensmittel, die schon grüne Wolken abgeben, also anfangen, schon selbständig zu laufen, sollten nicht mehr verzehrt werden) oder sie werden einfach so krank. Hier heißt es: Bettruhe. Zu dumm, dass die Sims keine Lust haben, den ganzen Tag herumzuliegen... Eine weitere Krankheit kann psychische Ursachen und Folgen haben. Wenn einem Sim mehrere seiner Bedürfnisse regelmäßig nicht erfüllt werden (Schlafen, Essen, ...) oder der Tod eines Verwanden eintritt, kann der Sim buchstäblich verrückt werden. Ein sehr bedauerlicher (für den Sim), aber auch sehr amüsanter (für den Spieler) Zustand!
Der Job
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Arbeit, das Startkapital ist sonst schnell aufgebraucht. Einen Job kann man mit der Zeitung oder einem Computer finden. Beförderungen sind selbstverständlich. Neu ist aber, dass es Wochenenden und Urlaub gibt. Auch wird man nicht immer nur mit einem schäbigen alten Auto abgeholt – wer hart arbeitet, wird befördert. Ein General des Militärs hat Anspruch auf einen Hubschrauber, der direkt vorm Haus landet.
Mit zur Arbeit kann der Spieler zwar noch nicht, Aber ab und zu muss er eine Entscheidung treffen. "Soll ich operieren oder nicht?", "Soll ich den Panzer losfahren lassen oder nicht?“ – leider gibt es im Internet keine vorgeschriebenen Antworten – diese variieren, wie es dem Computer beliebt. Man kann für eine "richtige" Antwort einen Bonus bekommen oder sogar befördert werden – man kann aber auch degradiert oder sogar gekündigt werden.
Auch Kinder und Teenager müssen arbeiten – bei denen heißt es nur Schule und sie bekommen nichts dafür. Gute Schüler können auf die Privatschule gehen, dafür muss der Direktor jener Schule nach Hause eingeladen werden. Dieser bewertet dann Essen, Mobiliar und Umgangsformen. Ein paar Koch- und Charismapunkte mehr schaden da also nicht.
Achja, wenn für einen Mann oder eine Frau nach einiger Spielzeit die Zeit gekommen ist, Senior zu werden, bekommen diese natürlich Rente!
Fazit
Alles in allem eine gelungene Fortsetzung des erfolgreichsten PC-Spiels aller Zeiten. Die Grafik ist wesentlich besser und es macht viel mehr Spaß, die Sims zu steuern. Leider ist das zu Anfang versprochene Wetter nicht ins Spiel eingebaut worden und Pools können noch immer nur in eckiger Form gebaut werden.
Die einzige Neuerung, die mich stört, ist, dass die Sims altern. Es ist kein Endlosspiel mehr wie sein Vorgänger, sondern es besteht die Möglichkeit, dass es endet. Die Alterung kann man aber mit einem Cheat abschalten. In diesem Fall verkürzt es den Spielspaß nicht, sondern macht ihn viel länger :-)
Links:
:: "Die Sims 2" bestellen
:: Spieletest in Gameboys #024
:: Test: "Die Sims"
weitere Artikel aus dem Ressort Games
Blutspur in New York
Die Kunst des Mordens: Geheimakten FBI
Von Falk T. Puschmann. Ein brutaler Serienmörder zieht eine blutige Spur durch den Big Apple. FBI Agentin Nicole Bonnet, die gerade erst ihren Partner James Scott verloren hat, soll ermitteln. Schnell steckt sie tief in einem Netz aus Mysterien. Kann Sie das Rätsel lösen und den Mörder stoppen?
Weitere Artikel:
:: SINKING ISLAND: Mord im Paradies
:: STILL LIFE: Ein Serienkiller zwischen den Zeiten
:: FAHRENHEIT: Filmreifer Mord
:: MOMENT OF SILENCE: Im Visier der Staatsgewalt

Puzzle-Schlacht auf dem DS
Puzzle Quest - Challenge of the Warlords
Von Maren Pauler. Was haben ein Rollenspiel, Nintendos Handheld DS und ein Puzzle-Spiel im Stil von "Tetris Attack" gemeinsam? Richtig: Alles drei findet sich in "Puzzle Quest DS". Und so ungewöhnlich die Kombination auch ist, so macht das Spiel doch großen Spaß.
Weitere Artikel:
:: AVENCAST: Blutmagie oder Seelenmagie
:: HERR DER RINGE ONLINE: Gemeinsam durch Mittelerde
:: BOTE AUS AZEROTH: Die Welt von Warcraft
:: BARD'S TALE: Der Barde erzählt

Murks im Weltall
Warhammer 40k - Dawn of War: Soulstorm
Von Christian Weigel. "Dawn of War: Soulstorm" ist das jüngste Standalone-Add-On zu "Dawn of War" und hält sich millimetergenau an die Formel des vorherigen Erweiterungspakets Dark Crusade. Das alleine lauffähige Programm enthält zwei zusätzliche Armeen, die Dark Eldar und die Sisters of Battle, plus eine Kampagne. Die ist aber leider alles andere als gelungen.
Weitere Artikel:
:: WARHAMMER 40K: Dawn of War
:: WORLD OF WARCRAFT: Sammeln und Schlachten
:: COMMAND AND CONQUER 3: Aliens und gefährliche Kristalle
:: STAR WARS - EMPIRE AT WAR: Die beiden Seiten der Macht
|