Brothers in Arms: Road to Hill 30
getestet von Johannes Rauch
Die Geschosse der deutschen Flak lassen die Luft erzittern. Beinahe wäre das Transportflugzeug, in dem wir uns gerade auf den Absprung vorbereiten getroffen worden. Gerade noch können wir das Flugzeug verlassen und finden uns am Fallschirm hängend irgendwo über der Normandie wieder. Mit diesem Chaos findet der 3D-Shooter Brothers in Arms, Road to hill 30, seinen Einstieg in die Invasion der Alliierten in der Normandie 1944. Neu ist die Idee ja nicht gerade, einen Ego-Shooter an diesem Schauplatz spielen zu lassen - so landete man bereits mit Medal of Honor über den Seeweg in der Normandie. Anders als damals findet man sich bei Brothers in Arms aber zunächst hinter den feindlichen Linien wieder. Als Gruppenführer ist man hier nicht nur für sein eigenes Handeln verantwortlich, sondern befehligt noch bis zu zwei Trupps und einen Panzer.
Insgesamt ist dieser 3D-Shooter eher auf taktische Manöver, als auf reines Herumballern ausgelegt. So ist es zwingend notwendig, will man erfolgreich sein, den Gegner mit einem Trupp unter Sperrfeuer zu nehmen und ihn damit in Deckung zu zwingen und mit einem anderen Trupp in die Flanken des Gegners zu fallen. Wer sich hierdurch abgeschreckt fühlt, den kann man entwarnen. Die Steuerung gestaltet sich wesentlich einfacher, als in vergleichbaren Spielen, wie z. B. Tom Clancy's Ghost Recon. Nur mit der Maus und wenigen Tastaturbefehlen lassen sich so der eigene Charakter steuern und Befehle an die einzelnen Trupps geben. Wer immer noch denkt, das hört sich kompliziert an, der wird durch die ersten Missionen zum Weiterspielen ermutigt. Alle notwendigen Aktionen werden per Texteinblendung erläutert und können direkt angewendet werden. So lernt schließlich auch der Letzte, wie das Spiel funktioniert und es passiert einem nur selten, dass man durch versehentliches Drücken einer Maustaste gleich mehrere Soldaten in den offenen Tod schickt.
Die Technik
Die Grafik reisst für heutige Verhältnisse niemanden mehr vom Hocker, macht das Spiel jedoch durch die realitätsnahe Darstellung von Menschen, Waffen und Fahrzeugen durchaus spielenswert. Ein wenig enttäuschend hingegen ist die Umgebung in der man sich befindet. Zwar sind auch Häuser, Brücken Eisenbahnen etc. schön anzuschauen, jedoch kann man auf diese keinerlei Einfluss nehmen. So kann man nur Gegenstände zerstören, deren Zerstörung für die Mission wichtig ist. Einen feindlichen Panzer kann man zum Beispiel mit einer Handgranate, die man in eine Luke schmeißt, zerstören. Einen am Straßenrand abgestellten Kübelwagen jedoch, kann man selbst mit einer Panzerfaust noch nicht einmal einen Kratzer verpassen. Auch Schüsse auf eine Hauswand werden nicht entsprechend dargestellt.
Abzüge muss es auch für die Sperrfeueranzeige geben. Dieser rot-graue Kreis zeigt einem an, ob der im Sichtbereich befindliche Gegner aufgrund des auf ihn gelegten Sperrfeuers in Deckung gegangen ist, oder nicht. Diese Anzeige erscheint jedoch bereits so früh, dass man durch gegnerisches Feuer nicht überrascht werden kann.
Pluspunkte kann das Spiel beim Thema Sound einfahren. Die Vertonung von Waffen und Explosionen kommt der Realität sehr nahe. Feuert ein MG 42 auf die eigene Stellung wird es jedem der einmal in echt ein Maschinengewehr geschossen hat eiskalt den Rücken herunter laufen. Kommt man einer der zahlreichen Granatexplosionen mal zu nahe wird man durch einen kurzen Ausfall des Gehörs gewarnt. Stattdessen ertönt für einen gewissen Zeitraum ein Pfeifton aus den Lautsprechern.
Fazit
Insgesamt ist "Brothers in Arms: Road to Hill 30" ein gelungener und ansprechend gestalteter taktischer 3D-Shooter. Die Steuerung, der Sound und die realistische Darstellung der Waffen und Fahrzeuge wissen zu überzeugen. Abzüge gibt es aufgrund der fehlenden Abwechslung und mangelnder Interaktionsmöglichkeiten.
Links:
:: Spieletest in Gameboys #031
:: "Brothers in Arms: Road to Hill 30" bestellen
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