Atari Lynx
von Timo Weirich
 Das Atari Lynx - schon damals mit Farbdisplay
1989 brachte Atari mit dem "Lynx" die weltweit erste tragbare Konsole mit hintergrundbeleuchtetem Farb-Display auf den Markt. Auch die restliche Hardware der ursprünglich von der Firma "Epyx" unter dem Namen "Handy" entwickelten Konsole war ihrer Zeit weit voraus. Ähnlich wie beim Amiga wurden für den Lynx spezielle Custom-Chips entwickelt, unter anderem ein 16-Bit Grafik-Chip, der Rastergrafiken rotieren und skalieren konnte, ohne dabei die CPU zu belasten. Dadurch waren seinerzeit für einen Handheld revolutionäre, 3D-ähnliche Effekte möglich.
Allerdings war die Farb-LCD-Technik damals noch nicht sehr ausgereift, was sich im Stromverbrauch und der groben Auflösung des Displays von gerade mal 160x102 Pixel negativ bemerkbar machte. Die sechs zum Betrieb benötigten Batterien waren nach maximal 4 Stunden Dauerspielen leer, kein Vergleich zu Nintendos Gameboy, der mit nur 4 Batterien auskam und damit eine Laufzeit von bis zu 35 Stunden erreichte. Auch der Einführungspreis von umgerechnet satten 200 Euro verhinderte, dass der Lynx ein Erfolg wurde.
 Die weiterentwickelte zweite Fassung
1991 brachte Atari deshalb eine verbesserte Version namens "Lynx II" heraus. Diese wesentlich kompaktere Version hatte zusätzliche Energiesparfunktionen, verbrauchte knapp 25% weniger Strom und kostete nur noch die Hälfte dessen, was man 1989 für das erste Modell auf den Tisch legen musste. Doch am Ende setzte sich der technisch weit unterlegene Gameboy durch, wegen des niedrigeren Preises, des größeren Spiele-Angebotes, und nicht zuletzt wegen der besseren Vermarktungsstrategie von Nintendo. Atari stellte daraufhin mitte der 90er den Support und die Produktion des Lynx ein.
 California Games auf dem Atari Lynx
Bis dahin erschienen knapp 90 Spiele, darunter viele erstklassige Arcade-Umsetzungen und zeitlose Klassiker wie "California Games", "Lemmings" und "Shadow of the Beast". Erst mit dem Gameboy Advance hat die Technik tragbarer Konsolen wieder einen Stand erreicht, der sich mit dem Lynx vergleichen lässt. Einige wegweisende Funktionen des Lynx, wie etwa das für Linkshänder per Software um 180° drehbare Display, sucht man heute jedoch immernoch vergeblich...
Links:
:: Das Lynx beim Atari Computermuseum
:: SF-Radio: Bericht in Gameboys 35
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