Age of Empires III
getestet von Enzo Sarnelli

Donnernde Kanonenschüsse, Wabernder Weißer Rauch über dem Schlachtfeld, der Feind bricht durch unsere Reihen - doch wir können ihn zurück drängen und setzen zum letzten Sturm an: Age of Empires 3. Die Story von Age Of Empires 3, dem neuen Echtzeit-Strategiespiel von Ensemble Studios ist eher untypisch. So soll man in der ersten der drei Solokampagnen den Maltesischen Orden vor den Osmanen schützen. Dabei hilft einer der drei Hauptcharacktere: Morgan Black.
Nach langen und bescherwerlichen Kämpfen kann man die Osmanen zurück werfen. Doch dabei muss man erfahren, dass diese gar nicht hinter einem selbst, sondern hinter Informationen über einen ominösen Jungbrunnen her waren. Dieser Jungbrunnen befindet sich in Amerika. Da wir natürlich verhindern wollen, dass so ein wichtiges Artefakt in die Hände des Feindes fällt, segeln wir hinterher. Nach acht Missionen haben wir es dann geschafft und gehen in die nächste der drei Solokampagnen über. Dort treffen wir auf John Black, dem Enkel von Morgan. Dieser muss inmitten des englisch-französischen Krieges zusammen mit seinem indianischen Gefährten ums Überleben kämpfen. Nach acht weiteren Schlachten bestreitet man den letzten Teil mithilfe der URURenkelin Amelia Black. Nun sollen wir den Wilden Westen erobern, werden aber wieder von den bösen Osmanen bekämpft. Doch nun mischen sich auch Engländer und Indianer ein. Auch eine unheimliche Geheimorganisation mit dem Namen „Zirkel von Ossus“ ist obendrein hinter uns her. Die Story ist fast schon überzogen fiktiv, aber immerhin stimmen einige historische Hintergründe, was den Eindruck des an den Haaren herbei gezogenen wieder wettmacht.
Das Gameplay
Bei AOE3 marschieren die Truppen in einer komplett dreidimensionalen Umgebung.
Wie bei Echtzeit-Strategiespielen üblich, muss man um eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen zuerst eine Siedlung aufbauen. Mit Siedlern kann man Rohstoffe sammlen und Häuser bauen. So gibt es zum einen Plantagen und Mühlen mit denen man Rohstoffe gewinnt, zum anderen gibt es Baracken für die Infanterie, wie z. B. Musketiere, oder Armbrustschützen oder Pikeniere, Ställe für Kavallerie in denen man z. B. Ulanen oder Lanzenreiter ausbilden kann und Artillery Fabriken für die schweren Geschütze wie Falkonetten oder Haubitzen. Dann gibt es da noch Verteidigungsanlagen: Türme, die sich weiterentwickeln lassen bis hin zu Kanonentürmen und Mauern, die zuerst noch aus Holz bestehen, sich aber in der Kirche zu Steinwällen weiterentwickeln lassen. Das Spiel lebt von Forschung. Wer eine gute Armee aufbauen will muss forschen, um mit dem Gegner mithalten zu können. Denn auch die Truppen lassen sich fortbilden.
Das Transportwesen spielt eine große Rolle, ob zu Land...
Doch gibt es die Gebäude nicht von Anfang an. Um sie bauen zu können, muss man in dem entsprechenden Zeitalter sein. In der Kampagne beginnt man zwar meist in einem fortgeschrittenen Zeitalter, doch gibt es beim Sofortgefecht oder im Netzwerk auch die Zeitalter der Nomaden und die postimperiale Zeit. Den Sprung von einem ins andere Zeitalter erkauft man sich mit Nahrung und Geld - zwei der vier Rohstoffe im Spiel. Um die Populationsgrenze zu erhöhen, müssen die Arbeiter (wie in vielen anderen Spielen auch) Wohnhäuser bauen. Kasernen, Ställe und Schmieden sind erst in der „Kolonialzeit“ der zweiten Epoche verfügbar. Dies ist vor allem für den Mehrspielermodus wichtig, da sogenannte Rush-Taktiken nur mit sehr viel Können und optimaler Produktion möglich sind.
Die Ressourcenverwaltung ist in Age of Empires 3 besser gelöst als in den Vorgängern. So lassen sich Münzen und Nahrung in Plantagen und Banken bzw. in Mühlen unendlich herstellen. Holz bekommt man entweder durch Arbeiter, die Bäume fällen oder man kauft es auf dem Marktplatz ein. Auch das Aufstellen einer Fabrik, in der man alle drei Rohstoffe produzieren kann, ist möglich. Am Besten ist jedoch, dass die Arbeiter nicht mehr wie in den Teilen zuvor die Rohstoffe erst an das Dorfzentrum liefern müssen. Sie fließen jetzt automatisch und kontinuierlich auf ihr Konto sobald man einem Arbeiter durch Rechtsklick den Auftrag zum Abbau gegeben hat.
Im dritten Teil der Reihe ist weiterhin ein vierter wichtiger Rohstoff hinzugekommen: Erfahrung. Diese kann man durch Kämpf, durch Siedlungsbau oder Enwicklungen erwerben. Auch wenn man auf der Karte Schätze findet, die meist von wilden Tieren oder Piraten bewacht werden, erhält man Erfahrung für den Kampf und als Schatz (z. B. Rohstoffe).
Die wohl innovativste und wichtigste Neuerung ist die Heimatstadt. Jeder Spieler wählt zu Beginn ein Volk und mit ihm die Stadt. Zur Auswahl stehen: Briten, Franzosen, die Deutschen, die Holländer, Spanier, Portugiesen, Russen und Osmanen. Die Schwächen und Stärken der Völker orientieren sich an der historischen Eigenart jedes Landes. So arbeiten die deutschen Siedler doppelt so schnell wie normale Arbeiter, Engländer besitzen hingegen eine starke Flotte. Die Heimatstadt schickt ihnen Nachschub an Arbeitern, Waffen, Einheiten und Upgrades, die sie im Kampf gut gebrauchen. Auch die Stadt entwickelt sich weiter: Durch steigende Level kann man immer mehr Gegenstände in einem Deck auswählen, um sie sich während der Mission schicken zu lassen. Auch stehen weitere Verschönerungen der einzelnen Gebäude in dieser Stadt zur Verfügung.
Auch im Winter muss gekämpft werden.
AoE3 bietet noch weitere Neuerungen. Zum einen gibt es die Handelsrouten: Dies sind Plätze, an denen man Handelsposten bauen kann. Zu Beginn fahren an diesen Posten nur Handkarren vorbei. Doch mit steigender Entwicklung bis hin zur Eisenbahn bringen sie Ressourcen in vorgegebener Menge. Die zweite wichtige Neuerung ist, dass man auf der Karte die Möglichkeit hat, sich mit indianischen Stämmen zu verbünden, indem man nahe deren Siedlungen einfach einen Handelsposten baut. Dann kann man auch indianische Einheiten und Entwicklungen bauen. Eine weitere Neuerung ist, dass man auf speziellen Schiffen, die man im Dock bauen kann, auch Einheiten ausbilden kann. Das ist praktisch, um schnellen Nachschub für die Eroberung von Inseln zu erhalten. Auch der Ressourcentausch in einem Markt ist neu. Dort kann man entweder Holz oder Nahrung kaufen oder verkaufen.
Fazit
Grafisch gibt es bei AoE 3 nichts auszusetzen, sie ist sozusagen „Spitze“ im Genre. Auch die Synchronisationen und Sounds sind gut gelungen. Ausbalancierte Völker, eine natürlich wirkende Spielwelt und schön inszenierte Zwischensequenzen stehen nur wenigen Schwächen wie gelegentlichen öden Missionen gegenüber.
Die große Stärke jedoch ist jedoch der Mehrspielermodus! Die Mehrspielergefechte sind sehr spannend und abwechslungsreiche Mehrspielerkarten lassen den Spieler in die Welt der Siedler, Seefahrer und Kämpfer eintauchen.
Meine Empfehlung ist klar: Kaufen, kaufen, marsch, marsch!
Links:
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