Anno 1701 - Der Fluch des Drachen
getestet von Kevin Reymann
Seit der Veröffentlichung des dritten Anno Titels ist circa ein Jahr vergangen. Die Spieleentwickler haben sich gedacht, dass es so langsam an der Zeit sei, eine neue Geschichte in das 18. Jahrhundert zu bringen. Wie der Titel ahnen lässt wird der Anno-Spieler bei diesem Addon in den asiatischen Raum gebracht. Neue ist eine Kampagne mit elf Szenarien. Außerdem sind gibt es ein paar (vier) neue Charaktere samt dazugehöriger Sprachaufnahmen. Leider keine asiatischen Charaktere. Darüber kann man aber hinwegsehen, da die Sprachaufnahmen der vier mitgelieferten Personen einigermaßen abwechslungsreich und interessant sind.
Aber Anno 1701 ist ein Spiel, bei dem die meisten Spieler das Endlosspiel bevorzugen - hierzu gehöre auch ich. Was gibt es hier neues? Ich musste feststellen, dass man hier sehr sparsam war. Neue Gebäude oder gar Produktkreisläufe sucht man vergebens. Lediglich ein paar Zierelemente werden dem Spieler präsentiert. Wer auf eine Reis- oder eine Sushiproduktion gehofft hat, wird also leider enttäuscht sein. Neben den Zierelementen gibt es noch eine weitere Naturkatastrophe, den Meteroitenschauer.
Immerhin hat man einen Welteneditor bekommen um sich eigene Endloskarten zu basteln. Damit hat man eine Ergänzung zum bereits im Hauptspiel vorhandenen Zufallsgenerator für diese Spielmaps. In einer Community können diese selber gebastelten Karten dann mit anderen ausgetauscht werden. Dies ist keine grandiose neue Erfindung auf dem Gebiet der Strategie bzw. Aufbauspiele aber dennoch eine sehr gute Sache.
 Da es bei den Endlosspielen nicht wirklich viel zu berichten gibt begebe ich mich mal zu der Kampagne und den elf Szenarien. Hier erfährt der Spieler auch, in welcher Form der asiatische Raum mit einbezogen wird. Gleich im Spielmenü fällt auf, dass es eine Änderung zu der Kampagne im Hauptspiel gibt: es sind nicht mehr alle Szenarien (im Hauptspiel waren es zehn) untereinander nach Schwierigkeitsgrad aufgeführt. Auch kann man die Szenarienbeschreibung und Hauptaufgabe nicht mehr vorzeitig einsehen. Nun muss zunächst das Szenario 1 erfolgreich beendet werden um zu Szenario 2 zu gelangen (usw.). Alle Szenarien kann man in drei Schwierigkeitsstufen starten. Vielleicht haben die Entwickler diese Möglichkeit eingebaut, weil viele Spieler die Szenarien im Hauptspiel kritisiert haben. Sie waren nicht besonders anspruchsvoll und jemand der auch nur ab und zu ein (Aufbau-)Strategiespiel gespielt hat, brauchte nicht lange um diese Szenarien zu beenden. Beim schweren Spiel beginnt man das Spiel nunmehr ohne Anfangskapital und Rohstoffe. An der Aufgabe(n) der Mission ändert sich nichts.
 Die Szenarien bestehen alle aus einer grundsätzlichen Hauptaufgabe. Dieser folgen weitere (Neben)quests, die mehr oder weniger schwer und/oder aufwändig zu erledigen sind. Diese zusätzlichen (Neben)quests müssen nicht zwingend erfüllt werden, um die Mission zu erledigen. Wenn sie außen vor gelassen werden, hat man am Ende lediglich ein paar Punkte weniger auf dem Bildschirm.
Alle Szenarien, hier besonders die Hauptaufgaben, sind mit einer durchgehenden Handlung versetzt. Dies ist ein großer Pluspunkt für das Spiel. Der Spieler will wissen, wie es in der Handlung weitergeht.
Zur Handlung: Finn Hallqvist bittet mich (den Spieler) um Hilfe bei der Suche nach dem Auge des Drachen. Der Erfinder Horatio kommt im ersten Szenario auf meine Insel und baut mir eine Taucherglocke (ein Gebäude, das es nur in dieser Mission gibt und nicht im Endlosspiel verfügbar ist). Mit dieser finde ich auch das sagenumwobene Artefakt und liefere es an Finn. Ein Fehler, wie sich in der zweiten Mission herausstellt. Axayacatl, ein Azteke, prophezeit Unheil. Dieses Unheil präsentiert sich dem Spieler durch eine Stadt, in der es lichterloh brennt. Diego del Torro hat diese Feuer legen lassen um das Auge des Drachen aufzuspüren. In Szenario 2 habe ich nun die Aufgabe diese Feuer wieder zu löschen.
Die Story zieht sich die folgenden neun Szenarien weiter. Neu ist, dass es in den Missionen Zeitbegrenzungen gibt. Wenn man zum Beispiel ein Feuer nicht rechtzeitig löscht (Szenario 2), dann kann es leicht passieren dass die ganze Stadt explodiert und damit auch die Mission verloren ist. Die Missionen befassen sich überwiegend mit dem Aufbau und der Verwaltung von Siedlungen. Nur in einem kleinen Teil des Spiels muss man mit seinen Schiffen in die Schlacht ziehen.
Neu sind ebenfalls zwei Arten von Händleraufträgen welche ein wenig Abwechslung in die Nebenquests bringen. Einmal die Havarie - also das bergen von gesunkenen Schiffen bzw. deren Ladung und die Eskorte - ein Schiff des Händlers muss bis zum Kartenrand begleitet werden. Wie gewohnt winken Belohnungen, wenn die Händleraufträge erledigt wurden.
An der Grafik hat sich das Spiel nicht verändert. Dies ist weder eine Überraschung, noch ist es zu kritisieren. Anno 1701 präsentiert jedem Spieler ein atemberaubendes grafisches Spielerlebnis. Laut Handbuch wurden einige neue instumentalische Musiktitel in das Addon eingefügt. Dies hätte ich nicht bemerkt, wenn ich das Handbuch nicht gelesen hätte. Auch die Spielsteuerung hat sich nicht verändert. Sie ist nach wie vor sehr intuitiv und funktional zugleich!
Zum Fazit kann ich sagen, dass das Addon in der Tat einige Stunden spielspaß bereit hält. Dennoch gibt es negative Aspekte, die für eine volle Punktzahl fehlen. Einmal hätte ich mir neue Waren bzw. Wirtschaftskreisläufe gewünscht. Zu anderen fehlte trotz neuer Zierelemente irgendwie ein Feeling für den asiatischen Raum. Hier hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht.
Links:
:: Test: Anno 1701
:: Literaturkritik: Anno 1701 - Kampf um Roderrenge
:: Die offizielle Anno-Website
:: "Anno 1701 - Der Fluch des Drachen" kaufen
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