Anno 1701
getestet von Kevin Reymann
Mit einem großen Vorhaben, eine neue Siedlung zu gründen und sie aufzubauen, gehe ich zur Königin und bitte um ein Schiff. Ich erhalte von ihr auch noch ein paar Ressourcen und mache mich auf den Weg, eine unbewohnte Insel zu finden.
Dies dauert nicht lange. Auf jener Insel errichte ich ein Kontor. Dies ist ab sofort der Mittelpunkt meines neuen Reiches. Hier beginnt jeder Handel. Hier lagere ich, zumindest zunächst, meine Rohstoffe, wie wichtiges Holz oder Nahrung für meine Bewohner. Apropos Bewohner: Ich brauche noch ein paar Bürger in meiner Siedlung. Bürger sind es zu Anfang noch nicht. Noch sind es Pioniere. Diese werden bei wachsender Bevölkerung und Befriedigung ihrer Bedürfnisse in andere soziale Schichten aufsteigen. Siedler, Bürger und Kaufleute heißen die nächsten zu erreichenden Ziele.
Das klingt sehr einfach und überhaupt nicht spannend. Das Gegenteil ist der Fall! Das erfolgreichste PC-Game aller Zeiten geht in seine dritte Runde. Der Spieler hat, wie oben erwähnt, die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Bewohner der Siedlung sich wohlfühlen. Mit Holz, Nahrung, Stoffen, Alkohol oder Tabak ist dies kein Problem. Und bis auf die gerade erwähnten gibt es auch gar nicht so viel mehr verschiedene Ressourcen-Typen. Das Problem ist, dass sich auf meiner Hauptinsel beispielsweise nur Getreide anbauen lässt. Alkohol erhalte ich aber nur, wenn ich Hopfen oder Zuckerrohr anbaue und weiterverarbeite. Für Tabakwaren brauche ich erstmal eine Tabakplantage. Für Werkzeuge, essentiell für den weiteren Ausbau der Siedlung und vor allem für weitere Schiffe oder die Besiedlung neuer Inseln, brauche ich Eisenwaren. Die erhalte ich nur durch die Verarbeitung von Eisenerz und Holz. Vom Lampenöl, wofür ich erstmal Waltran brauche, gar nicht zu reden. Also bleibt mir nur der Handel. Der freie Händler ist da nicht schlecht. Leider kommt der nie dann, wenn man ihn braucht, in meinem Kontor vorbei. Zumindest hatte ich den Eindruck. Außerdem ist der Handel, damit meine ich nur den Einkauf von Waren, sehr kostspielig. Ich suche nun also nach neuen Weidegründen und schippere ein bisschen mit meinem Erkundungsschiff, welches mir die Königin freundlicherweise überlassen hat, über die Karte. Schließlich finde ich eine nette Insel. Ich baue ein Kontor und das Ganze beginnt von vorne.
Wenn da nur nicht die Piraten und die feindlichen Mitspieler wären (evtl. gar keine KIs, also keine Computergegner, sondern Mitspieler über das mitgelieferte Multiplayer-Tool), die irgendwo anders auf der Welt meine Schiffe und Siedlungen zerstören wollen. Erobern wollen sie natürlich ebenfalls. Die kann ich zwar abschalten, doch irgendwie fehlt auch was, wenn ich keine Gegner habe. Die Lösung? Ich baue Kriegsschiffe und bilde Soldaten aus. Ich baue Stützpunkte auf meiner Insel, um diese zu verteidigen. Und wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich versuchen, eine neue Insel zu erobern. Es kommt zum Kampf. Zu dumm - ich habe vergessen, für meine Bewohner Stoffe zu besorgen. Die sehen sehr wütend aus. Es kommt so weit, dass sie ihre eigenen Gebäude abfackeln. Schmerzlich treffen tut es jedoch nur einen: Mich.
Der freie Händler kommt mit seinem Schiffchen vorbei und bringt mir die Stoffe. Ich baue die Gebäude wieder auf und merke, ich habe nun zu viele Stoffe. Dummerweise gleichzeitig ein neues Problem: Mein Konto ist fast leer. Glücklicherweise kauft der freie Händler auch in meinem Kontor angebotene Waren. Aber wie immer ist der nie da, wenn man ihn braucht. Doch auch da habe ich schon eine Lösung. Das Volk mit den komischen Augen, da oben rechts auf der Karte, mit dem habe ich noch keinen Krieg. Ich vereinbare einen Handelsvertrag und werde meine Stoffe los. Leider wird mein Schiff unterwegs von Piraten versenkt. Und gerade jetzt soll ich für denselben Handelspartner einen Schatz bergen, der irgendwo auf der Karte versteckt ist - natürlich nicht kostenlos.
Fazit
Mein Fazit - Suchtgefahr. Wenn nicht ab und zu diese dezenten Hinweise kämen, in denen steht, ich spiele schon zwei Stunden ohne Unterbrechung, ob ich nicht eine Pause einlegen wolle, würde man nicht merken, wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe die ersten beiden Anno-Titel nicht gespielt und frage mich, wieso?! Oh, ich sehe gerade, mein Holz ist fast aufgebraucht. Sorry, ich muss weiterspielen… was ich auch jedem anderen Strategie- und Aufbau-Game-Fan dringend empfehle!
Links:
:: Offizielle Website
:: "Anno 1701" bestellen
weitere Artikel aus dem Ressort Games
Engel im 5. Jahrtausend
Perry Rhodan - The Adventure
Von Dennis Pauler. Die solare Residenz wurde angegriffen, Mondra Diamond wurde entführt und Perry Rhodan steht unter Hausarrest. Der lässt sich das natürlich nicht gefallen und macht sich auf die Suche nach der Herkunft der Angreifer. Ob die engelsgleichen Illochim damit etwas zu tun haben?
Nach über 2400 Heftromanen kommt Perry Rhodan als klassisches Point'n'Click-Adventure auf den PC. Das Spiel verbindet alte Tugenden mit einer spannenden Geschichte...
Weitere Artikel:
:: EXPERIENCE 112: Viel Wirbel um Nichts
:: ANKH 3: Wettstreit um Ägypten
:: BONE GOLD: Niedliche Knochen auf der Flucht

Blutspur in New York
Die Kunst des Mordens: Geheimakten FBI
Von Falk T. Puschmann. Ein brutaler Serienmörder zieht eine blutige Spur durch den Big Apple. FBI Agentin Nicole Bonnet, die gerade erst ihren Partner James Scott verloren hat, soll ermitteln. Schnell steckt sie tief in einem Netz aus Mysterien. Kann Sie das Rätsel lösen und den Mörder stoppen?
Weitere Artikel:
:: SINKING ISLAND: Mord im Paradies
:: STILL LIFE: Ein Serienkiller zwischen den Zeiten
:: FAHRENHEIT: Filmreifer Mord
:: MOMENT OF SILENCE: Im Visier der Staatsgewalt

Wie eine Videospiel-Figur die Welt eroberte
Die Geschichte von Super Mario
Von Boris Ottitzky. Nintendos Mario ist die dienstälteste Figur, die extra für Computerspiele entwickelt wurde. Seit nunmehr über 20 Jahren erfreuen Mario und sein Bruder Luigi jung und alt. Wir werfen einen Blick zurück auf seine Anfänge und in die Zukunft. Außerdem werfen einen Blick darauf, wo Mario außerhalb der Spielkonsolen aufgetaucht ist.
Weitere Artikel:
:: NINTENDO DS: Zwei Bildschirme für die Hosentasche
:: SECRET MARYO CHRONICLES: Super Mario auf dem PC
:: MEGA MARIO: Mario strikes back!
:: SUPER TUX: Der Linux-Pinguin auf Rettungsmission
|