Ankh - Kampf der Götter
getestet von Arne Henkler, vertont von Ralf Pappers
"Ankh - Kampf der Götter" ist der mittlerweile dritte Teil der Adventureserie des deutschen Entwicklers Deck 13 um den etwas trotteligen Assil, der im ersten Teil zum Träger des Ankh wurde, dem ägyptischen Symbol des Lebens.
Dieses fängt nun plötzlich an zu sprechen und verkündet, dass es ein Gott sei, der in das Ankh verbannt worden sei. Er sei gerade aufgewacht, um am bevorstehenden Kampf der Götter teilzunehmen, der alle tausend Jahre stattfinde und dessen Sieger für tausend Jahre der Herrscher über Ägypten wird. Es verkündet außerdem, dass die Zeichen gerade günstig für Seth stehen, den grausamsten aller Götter, und dass er der einzige sei, der ihn noch aufhalten könne. Und dafür braucht es natürlich Assils Hilfe. Soweit so schlecht, allerdings entpuppt sich das Ankh als ziemliche Nervensäge. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, fällt Assil auch noch der Himmel auf den Kopf: ein Meteorit entzündet sein und seiner Freundin Tharas Domizil und die beiden müssen erstmal der Feuerhölle entfliehen.
Anschließend begibt sich Assil nach Luxor, wo in einem Tempel ein Portal der Götter steht, mit dem Assil ins Hotel der Götter reisen kann, in dem der Kampf der Götter stattfindet. Eine Intrige Seths führt Assil allerdings erstmal in den hohen Norden, ins Land der Wikinger, wo Assil erstmal einen Weg zurück ins Hotel der Götter finden muss.
Altes & neues
Wie auch in den vorigen Teilen nimmt Ankh das alte Ägypten als Setting für seine Späße, ohne jedoch den Anspruch auch nur einer kleines bisschen historischer oder mythologischer Authentizität zu haben (Wikinger? 230 v. Chr.?). Stattdessen gibt es jede Menge Anspielungen auf die heutige Zeit. So entpuppt sich Luxor als frühe Version von Las Vegas und der dortige Tempel als Casino, in dem an Spielautomaten den Göttern „geopfert“ wird.
Schön ist, dass keine Orte recycelt werden, sondern das Spiel an komplett neuen Schauplätzen stattfindet. Auch schön ist die neue Hotspot-Anzeige, die an manchen Stellen auch bitter nötig ist, weil man die Hotspots sonst gar nicht sehen würde. Ansonsten ist Ankh - Kampf der Götter wie die Vorgänger: teils witzige, teils bemüht witzige Dialoge. Trotz neuer Engine hinkt die Grafik dem aktuellen Stand wie immer ein paar Jahre hinterher, vor allem die Umgebung könnte mehr Polygone vertragen und oftmals mehr Details. Ansonsten ist das klassische Point & Click-Feeling gut in die dritte Dimension übertragen worden, allerdings wünscht man sich doch manchmal, man könnte die Kamera beliebig postieren und wäre nicht auf die vorgegebenen Positionen angewiesen.
Assil beim netten Plausch mit Isis, Anubis, Ra und Osiris
Die Sprecher sind größtenteils ordentlich bis hochkarätig (u.a. sind die Synchronstimmen von Ben Stiller, John Cleese und Samuel L. Jackson zu hören), leider ist der Sprecher des Ankh selbst misslungen. Sein kolossales Scheitern bei dem Versuch, witzig zu sein, nervten mich fast genauso wie das Ankh Assil und Thara nervt.
Rätselgüte
Die Rätsel befinden sich wie immer auf hohem Niveau. Teilweise sind die Rätsel schön knackig, ohne jemals unfair und unlogisch zu werden. Adventure-Profis werden hier durchaus gefordert, aber auch Neueinsteiger können problemlos einen Blick riskieren.
An manchen Stellen macht Ankh- Der Kampf der Götter einen etwas unfertigen Eindruck, so fehlt nämlich im ersten Abschnitt ein Hotspot, der später auftaucht, wenn man ihn nicht mehr braucht. Und im Tempel von Luxor stehen ein paar alte Bekannte Assils herum, allerdings mit Platzhalter-Namen versehen, und wenn man sie ansprechen will, läuft Assil ganz woanders hin.
Fazit
Diese kleinen Schönheitsfehler können allerdings nicht den Gesamteindruck trüben. Ankh - Kampf der Götter macht wirklich Spaß und ich kann es daher jedem Fan von Adventures und solchen, die es werden wollen, uneingeschränkt empfehlen.
Trailer zu "Ankh - Kampf der Götter"
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