Galactica 2003


:: Edward James Olmos


Biographien


Edward James Olmos

von Holger Lodahl

 Fakten
Geburtsdaten:
24. Februar 1947


 Biographie
„Ich stamme aus einer kaputten Familie; ich stamme aus einer Minderheit; ich bin kein Naturtalent – aber ich habe trotzdem meinen Weg gefunden. Wenn ich das schaffe, kann das jeder schaffen. Entschuldigungen und Ausreden gelten nicht.“

Edward James Olmos wurde am 24. Februar 1947 in Los Angeles geboren.. Seine erste große Liebe war Baseball. Seiner eigenen Aussage nach half ihm der Sport, das für ihn traumatische Ereignis der Scheidung seiner Eltern zu verarbeiten. Er gewann nicht nur Golden State Batting Championship für seine sportlichen Leistungen. Der Sport formte in ihm auch einen großen Sinn für Selbstdisziplin, der ihm in seinem Leben bis heute erhalten blieb.

Er wurde als Sohn eines Immigranten und einer mexikanischen Mutter geboren und wuchs in einer Viertel von LA auf, das durch ethnische Vielfalt geprägt war.

Als er sieben Jahre alt war ließen sich die Eltern scheiden, und er lebte fortan bei seiner Mutter, ohne jedoch den Kontakt zu seinem Vater zu verlieren. Dieser hatte sich für seinen Sohn eine Karriere als Baseball-Spieler gewünscht hätte, jedoch versuchte sich Olmos in seiner Teenagerzeit mit seinem besten Freund Rusty Johnson in der Band „The Pacific Ocean“ als Rock-Musiker. Die Formation wurde zu einer populären Band in den Clubs Sunset Strips in den später 1960er Jahren.

„Ich sang schrecklich. Aber ich konnte laut schreien und etwas tanzen. Also tanzte ich fünf Minuten, dann schrie ich wieder ein Paar Zeilen ins Mikro – dann tanzte ich wieder“.

Während dieser Zeit besuchte er auch das East Los Angeles College. Er lernte in den Pausen und nachts und erreichte schließlich seinen Abschluss. Am College kam er auch mit der Schauspielerei in Kontakt, und es war Johnson, der Olmos dahingehend beeinflusste, nach der kurzen Karriere als Sänger die des Schauspielers in Angriff zu nehmen.

Im Alter von fünfundzwanzig Jahren heiratete er Kaija Keels, mit der er zwei Söhne hat. Um Geld zu verdienen, verkaufte die Familie antike Möbel, und um seine Leidenschaft für die Schauspielerei zu befriedigen, arbeitete er nachts mit Theatergruppen.

Neun Jahre lang versuchte Olmos, sich als Schauspieler zu etablieren.
Noch unter dem Namen Eddy Olmos debütierte er 1975 in „Aloha, Bobby and Rose“ und wirkte in Fernsehshows mit. Auch in „Einsatz in Manhatten“ und in anderen Krimiserien war er zu sehen.

1979 machte er einen Abstecher zum New Yorker Broadway und wirkte in Luis Valdez’ Musical Drama Zoot Suit mit. Dieses Stück war im Original in LA angelegt und handelt von einer Gruppe von Jugendlichen, die irrtümlich als Mörder verurteilt werden.
Für diese Rolle in New York wurde Olmos erstmals für den Tony Award und dem Dance Critics Circle Award nominiert.

Das Bühnenstück war so erfolgreich, dass es verfilmt wurde – und auch in der Filmversion konnte Olmos seinen Bühnepart übernehmen. Auf diese Weise nahm seine Filmkarriere den Anfang.

Bereits in seiner Anfangszeit als Kinostar zeigte er besonderes Interesse an sozial anspruchsvollen Rollen – auch, um der Festlegung auf Stereotypen zu entgehen:

Seinen zweite Filmarbeit war eine der Hauptfiguren in Robert M. Youngs Alambrista. 1982 erlangte Olmos seinen erste Karriere-Höhepunkt: Er spielte den unheilvollen Police Detective in einem der besten Filme aller Zeiten: Blade Runner.

Im gleichen Jahr gründeten Olmos und Robert M. Young die Firm YOY Productions, um sozial anspruchsvolle Filme zu realisieren. Erstes Ergebnis war The Ballad of Gregorio Cortez, die Geschichte des mexikanischen Volkshelden, der aus der Tradition heraus als grimmiger Bandit dargestellt wurde. Olmos übernahm diese Rolle nicht einfach, sondern forschte über diese Figur nach und stellte sie als armen Farmer und Familienvater dar, der Opfer von Diskriminierung und Ignoranz wurde.
Der Film wurde auf spanisch ohne englische Untertitel gezeigt, daher wollte kein Filmverleih ihn vermarkten. Kurzerhand mietete Olmos ein Theater in Hollywood und zeigte den Film jeden Samstag Morgen ohne Eintritt zu nehmen.

Olmos’ Karriere verlief weiter aufwärts, und zu einem großen Fernsehstar wurde er mit Miami Vice. In einer der erfolgreichsten Fernsehserien der 1980er Jahren spielte er den überaus pragmatischen Lieutenant Castillo. Kritiker sagen, es sei der interessanteste und komplexester Charakter der Krimiserie, und daher wurde Olmos dafür mit dem höchsten Fernsehpreisen der USA, dem Emmy und dem Golden Globe, ausgezeichnet.

Bezeichnend schon in dieser Zeit war sein andauernder Wechsel zwischen den Medien, und so spielte Olmos nach Miami Vice wieder fürs Kino. Für seine Rolle in Stand and Deliver (1986), einem Drama, in dem er einen Lehrer spielte, wurde er für einen Oscar nominiert. Er sagte in einem Interview:

„Es ist ein Film über den Triumph des menschlichen Geistes – etwas, das wir fast vergessen haben. Der Spaß am Lernen, der Spaß daran, uns und unsere Hirne zu nutzen und weiter zu entwickeln!“

In Fernsehfilmen wirkte er regelmäßig mit: Es folgten 1992 American Me (bei diesem Projekt führte er auch Regie) über die Versuche eines Ex-Gangsters, sich von dem Milieu der Gewalt zu trennen. Es war wichtig für Olmos, die Brutalität der Gangs dar zu stellen:

„Gangs lehren eine falsche Disziplin, ein falsches Familienbild und einen falschen Sinn von Stolz und Ehre!“

In der Mini-Serie Menendez: A Killing in Beverly Hills (1994) stellte er einen Familienvater dar, der von seinen Söhnen ums Leben gebracht wird, weil sie vom ihm sexuell missbraucht und gedemütigt wurden.

Für The Burning Season, das das Leben des brasilianischen Gewerkschafters Chico Mendez erzählt, wurde Olmos mit dem Golden Globe für die beste Nebenrolle ausgezeichnet (die Hauptrolle spielte Raul Julia).

Die Leidenschaft für aussagekräftige Rollen führte Olmos in Gregory Nava’s My Family/Mi Familia (1995) fort. Neben Jimmy Smits und Esai Morales portraitierte der Film drei Generationen einer spanischen Familie in Los Angeles.

Eine besonders für das konservative US-Fernsehen brisante Rolle übernahm Olmos in Caught: Er stellte zusammen mit Maria Conchita Alonso ein Ehepaar dar, dass einen Fremden in sein Haus einlädt und ihn auch bei sich arbeiten lässt. Olmos Figur beginnt eine Affäre mit dem Mann, woran die Ehe mit seiner Frau scheitert. Während sich die Kritiker vor Lob über Darstellung und Film überschlugen, floppte der Film an der Kinokasse.

In der 1990er Jahren hatte Olmos eine schwere Zeit: Nachdem er die Schauspielerin Lorraine Bracco geheiratet hatte, beschuldigte ihn ihr Ex-Mann und Schauspielerkollege Harvey Keitel, ein Mädchen belästigt zu haben. Auch eine 38-jährige Frau klagte ihn wegen eines sexuellen Übergriffes an, allerdings wurden diese Anklagen fallen gelassen.

Für seine Arbeit an American Me bekam er große Schwierigkeiten: Die mexikanische Mafia bedrohte ihn massiv für die Aussage des Filmes; und ein Mitglied einer Gang verklagte Olmos, da er der Meinung war, der Film beruhe auf seinem Leben.

Die harten Zeiten konnten Olmos nicht stoppen. 1997 spielte er mit Jennifer Lopez in Selena, dann wirke er in The Dissapears of Gacia Lorca, 12 Angry Men und Hollywood Confidential mit.

Nie während seiner erfolgreichen Karriere hat Olmos vergessen, aus welchem armen Milieu er kommt. Das Leben seiner Eltern hat ihn sehr geprägt: Sein Vater war als mexikanischer Immigrant nach LA gekommen und hatte es aus eigener Kraft geschafft, sich zu bilden und erreichte sogar den High-School-Abschluss. Die Mutter hatte die Schule frühzeitig verlassen, doch holte auch sie ihren Abschluss nach, als ihre Kinder erwachsen waren.

Daher verwendet er viel Zeit, um jungen, benachteiligten Menschen zu helfen, ihr Leben zu gestalten, es selber in die Hand zu nehmen und für ihre Ausbildung zu sorgen.

Sein soziales Engagement beinhaltete auch die Arbeit als United States Goodwill Ambassador für UNICEF, die Rolle des Sprechers für die Juvenile Diabetes Foundation und viele Aktivitäten mehr. Nach den Unruhen und den Straßenkämpfen in Los Angeles 1992 war er einer der ersten, der wieder auf der Straße erschien, um zu vermitteln und aufzuräumen und erntete viel Respekt und Anerkennung.

Für seine Unterstützung in den vielfältigen sozialen Einrichtungen erhielt er die Ehrendoktorwürde von verschiedenen Institutionen, beispielsweise von der University of Colorado, der California State University at Fresno und dem American Film Institute in Hollywood.

Sein vorläufig letztes Projekt ist das Remake von Kampfstern Galactica. Edward James Olmos übernahm die Rolle des Commander Adama. Der Fernseh-Zweiteiler, der 2003 bereits im US-Fernsehen lief, wird trotz teilweiser schlechter Kritiken von deutschen Fans heiß erwartet.

 Filmographie / Bibliographie etc.
Filmographie (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit):

Als Regisseur(in):

1. Gesetz der Gewalt, Das (1992)

Als Darsteller:

1. Battlestar Galactica [TV-Serie] (2004)
2. Battlestar Galactica [TV-Mini-Serie] (2003)
3. Zeit der Schmetterlinge, Die (2001)
4. Tödliche Gerüchte (2000)
5. Princess and the Barrio Boy, The (2000)
6. Inside the Playboy Mansion (2000)
7. Unfinished Journey, The (1999)
8. Dream Center: Hope for the Inner City, The (1999)
9. Bonanno: A Godfather's Story [TV-Mini-Serie] (1999)
10. Pelham Bay Park (1998)
11. Wall - Abschied vom Heldentum, The (1998)
12. Anzug für jede Gelegenheit, Der (1998)
13. 12 Geschworenen, Die (1997)
14. Lorca - Mord an der Freiheit (1997)
15. Hollywood Undercover (1997)
16. Selena - Ein amerikanischer Traum (1997)
17. Caught - Im Netz der Leidenschaft (1996)
18. Jagdgründe des Verbrechens (1996)
19. Dead Man's Walk: Der Tödliche Weg nach Westen [TV-Mini-Serie] (1996)
20. Perfekte Täuschung, Die (1995)
21. Meine Familie (1995)
22. Flammen des Widerstandes (1994)
23. Kampfhähne (1993)
24. Gesetz der Gewalt, Das (1992)
25. Sein größtes Spiel (1991)
26. Triumph des Geistes - Ein Boxer in der Hölle (1989)
27. Mamma Lucia [TV-Mini-Serie] (1988)
28. Stand and Deliver (1987)
29. Miami Vice [TV-Serie] (1984)
30. Blade Runner, Der (1982)
31. Ballade von Gregorio Cortez, Die (1982)
32. Zoot Suit (1982)
33. Wolfen (1981)
34. Overkill - Durch die Hölle zur Ewigkeit (1980)
35. Zwei in Blue Jeans (1975)