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:: Die Filmkritik


Appleseed


Filmkritik

von Falk Puschmann

Masamune Shirô ist nicht nur der geistige Vater von "Ghost in the Shell", von ihm stammt auch das Manga zu "Appleseed". Und genau genommen, ist der nun vorliegende Streifen nicht die erste Adaption des Stoffs als Anime. Bereits 1988 kam unter der Regie von Kazuyoshi Katayama eine Umsetzung hierzulande zumindest in die Videoregale. Dabei blieb zwar der Hauptplot der zweigeteilten Gesellschaft erhalten, doch das "Wie" änderte sich grundlegend. Erzählt wurde die Geschichte eines Polizeioffiziers der nach dem Tod seiner Frau Rache am Regime üben wollte und sich dabei mit dem Terroristen Sebastian einließ. Deunan Knute und Briareos mussten ihn dann aufhalten. Zwar war dieser erste Film recht solide und abgesehen von einigen kleinen Sprüngen in der Handlung rund, doch gerade die graphische Darbietung erinnerte mehr an eine billige TV-Umsetzung a la Pokemon.

Bei der neuen Verfilmung rollte man die Storyline rund um Deunan Knute und ihren in einem Roboterkörper gefassten Partner Briareos noch einmal auf. Die Geschichte beginnt in den Ruinen der alten Welt, in der sich Deunan einem Übermächtigen Feind stellen muss und im letzten Moment von einem Aufgebot aus Olympus City gerettet wird. Von da an wird Zug um Zug die Story aufgebaut, die nicht nur einige nette Plottwists enthält, sondern sich auch zu epischem Niveau aufschwingt, was dem alten Film nicht gelingen wollte. Dabei setzt der Regisseur Shinji Aramaki auf eine Mischung aus CGI-Computerwelten und dreidimensional animierter Cell-Animations-Optik bei den Charakteren. Herausgekommen ist ein zwar am Anfang etwas gewöhnungsbedürftiger Look, der allerdings bereits die ersten Actionszenen atemberaubend wirken lässt. Er verleiht dem Film einen einzigartigen Touch. Ein echtes Eye Candy!

Die übrige Inszenierung ist kurzweilig. Es gelingt ohne größere Probleme (und beim Fantasy Filmfest trotz des Lesens der Untertitel) der Story zu folgen. Es wurde auf ein ausgewogenes Verhältnis von Action und Dialogen geachtet und auf in Anime oft eingestreute Längen mit Musikuntermalung verzichtet. Damit kommt "Appleseed" deutlich Mainstream-kompatibler daher als bspw. "Ghost in the Shell 2: Innocence" der ebenfalls auf einer Vorlage von Masamune Shirô basiert.

Sowohl bei der alten, als auch neuen Verfilmung kommt ein Arsenal an Kampfrobotern und passenden Kampfanzügen zum Einsatz, was in japanischen Animes oft zu finden ist, für uns Europäer allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig sein mag.

Während die Neuverfilmung seit kurzem in Deutschland im Kino zu finden ist, ist der Film in kürze bereits in England als Code2-Import zu haben. Die alte Fassung erschien letztlich in Deutschland als DVD bei Panini und enthält eine deutsche und japanische Synchronisation, wobei die deutsche Synchronisation der ursprünglichen deutschen VHS-Fassung entspricht. In jedem Fall ist allerdings der neue Film dem alten vorzuziehen!

„Appleseed“ ist ein moderner Anime, wie er sein sollte, tolle Bilder, kurzweilig und unterhaltsam. So macht Kino aus Fernost Spaß, ein echter Geheimtipp!