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They - Sie kommen


Kritik

von Mario Rössel

Wes Craven, bekannt durch seine Teenie-Horrorstreifen-Reihe „Scream“, präsentiert uns mit „They“ einen weitaus erwachseneren und düsteren Film, der uns zeigt, was passiert, wenn die Monster, die uns in unserer Kindheit nicht schlafen ließen, im Erwachsenenalter zurückkehren. Und jeder von uns kennt die kleinen Dinge, die uns als Kindern nachts Angst eingejagt haben. Sei es ein kleiner, sich bewegender Schatten im fahlen Mondlicht, sei es der Schrank in unserem Zimmer oder der Platz unter unserem Bett. Regisseur Robert Harmon hat dabei keine schlechte Arbeit abgeliefert.

„They“ spielt dabei gut mit den Ängsten der Zuschauer im Kinosaal und nutzt dabei die simpelsten Effekte, um ihnen einen Schauer über den Rücken zu jagen. Sei es die gekonnt und dezent eingesetzte Musik, die merkwürdigen und angsteinflößenden Geräusche von IHNEN oder die eingestreuten Aufnahmen von IHNEN, wobei man SIE nie wirklich erkennt. Ganz klar, der Film setzt auf Atmosphäre und die Vorstellungskraft seiner Zuschauer, als auf übermäßig CGI-Effekte. Dennoch sind manche der gruseligen Szenen ein wenig zu vorhersehbar.

Die Hauptrolle des Filmes spielt Laura Regan als Julia. Sie sah man bereits in M. Night Shyamalans „Unbreakable“ und ihr gilt das größte Lob. Während die anderen Charaktere in dem Film zu kurz kommen, ist ihr allmählicher Zerfall von einer Psychologie-Studentin mit beiden Beinen auf der Erde zu einem nervlichen Wrack sehr gut dargestellt. Neben ihr kommt eigentlich nur Marc Blucas als Paul ein wenig zur Geltung, der zwar nur wenig Screentime hat, dafür von den Autoren wenigstens etwas Hintergrund bekommt.

Trotz einiger schauerlicher Szenen kommt „They“ nie richtig in Fahrt und beinhaltet ein paar recht lange Durststrecken im Handlungsverlauf. Es kommt öfters vor, dass man sich wünscht, die Handlung ginge voran. Hinzu kommt, dass viele Szenen Genre-Fans schon aus anderen Filmen bekannt sein werden und somit nichts Neues darstellen. Das Highlight des Filmes ist jedoch der Schluss, der äußerst gelungen ist. Wer bis zu den letzten 15 Minuten von „They“ durchhält, wird mit einem ungewöhnlichen Ende belohnt, so wie es sich für einen Film dieser Art gehört.

„They“ ist damit wahrlich kein herausragender Thriller oder Horrorfilm, aber ein recht ordentlicher, ohne viele neue Ideen. Und nach dem Anschauen sieht man sich vielleicht wieder einmal genauer die dunklen Ecken in seiner Wohnung an, denn vielleicht lauern SIE ja dort…