|
The Grudge - Der Fluch |
Kritik
von Susanne Döpke
"The Grudge - Der Fluch" ist eine amerikanische Version der japanischen Horrorfilmserie "Ju-on". Spiderman Regisseur Sam Raimi ließ sich für den ungewöhnlichen Stoff begeistern und produzierte die US-Version auf ungewöhnliche Weise - komplett in Japan. Der Originalregisseur Takashi Shimizu wurde, obwohl er kein Englisch spricht, gleich mit verpflichtet. Die Geschichte wurde größtenteils aus der japanischen Vorlage übernommen, sogar einige Aufnahmen gleichen sich.
Auf alle Fälle ist "The Grudge" nichts für Zartbesaitete. Der Film wartet mit einer sehr dichten Gruselatmosphäre auf, bei der die üblichen Regeln des Horrorfilms aufgehoben sind. Das bedeutet, dass der Horror nicht vorbei ist, sobald man dem Spukhaus entkommen ist. Jede und jeder der sich in dem Haus aufhielt wird im auch im Alltag verfolgt und kommt auf ungewöhnliche Weise ums Leben. Selbst die eigene Wohnung, das eigene Bett ist nicht sicher, wie Bill Pullmans Filmschwester erfahren muss. Sie wird nämlich einfach von ihrem Bett verschluckt und taucht nicht wieder auf.
Der Erzählstil ist ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig und würde geradezu Tarantinoesk anmuten, hätten die Japaner diese in der Zeit vor- und zurückspringende Erzählweise nicht bereits vor dem Amerikaner entdeckt. Der Zuschauer muss auch oft raten, ob die interagierenden Personen tot oder lebendig sind, miteinander interagieren oder lediglich Zuschauer im Flashback des anderen sind. Großartig ist eine Szene, in der Karen herausfindet, was in dem Haus wirklich passiert ist. Typisch japanisch ist auch das offene Ende, das den Zuschauer verwirrt zurück lässt. Bei diesem Film geht man zunächst mit einem großen Fragezeichen aus dem Film und versteht erst später, wie gut er eigentlich ist.
Ein zweiter Teil ist bereits geplant und es ist sicherlich vom Erfolg beim amerikanischen und europäischen Publikum abhängig, ob er realisiert wird.
|
|