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Desperado


Filmkritik

von Thy Thi Dang

Wie schon der Inhalt verspricht, handelt es sich bei "Desperado" um einen Actionfilm, der mit Gewaltszenen nicht geizt. Aber vor allem witzige Dialoge und eine stilvolle Kameraführung sorgen für gute Unterhaltung.
Schon die Anfangsszene, in der Steve Buscemi Cheech Marin von dem geheimnisvollen Fremden erzählt, ist witzig und eine gute Einführung für Antonio Banderas als namenloser El Mariachi. Die Kampfszenen sind blutig aber gleichzeitig mit humorvollen Einlagen verbunden. Der Geschmack von Regisseur Rodriguez ähnelt sehr dem von Quentin Tarantino, der in seinen Filmen ebenfalls viel Gewalt mit witzigen Dialogen kombiniert. Da wundert es nicht, dass dieser einen witzigen Gastauftritt in diesem Film hat.
Die Handlung ist nicht sehr überraschend, läuft doch alles auf ein großes Finale hinaus, wo der Held seine Rache und das Mädchen bekommt. Die Frage ist nur, wieviele dabei sterben. Es sind nicht gerade wenige. Aber das sollte den Zuschauer nicht erschrecken, da der Anfang einen schon darauf vorbereitet. Wer gut inszenierte, wenn auch übertriebene Kampfszenen und eine mit unterhaltsamen Dialogen gespickte Handlung mag, sollte sich "Desperado" nicht entgehen lassen.

Dieser Film war zudem der Durchbruch in Hollywood für mindestens drei Personen.
Da ist zum einen Regisseur Robert Rodriguez, der mit "Desperado" die Gelegenheit bekommen hat ein amerikanisches Remake bzw. eine Fortsetzung seines Low-Budget-Films "El Mariachi" zu drehen. Es folgten Filmproduktionen in Zusammenarbeit mit Quentin Tarantino sowie seine erfolgreiche Trilogie "Spy Kids". 2003 kehrte er mit der Fortsetzung "Irgendwann in Mexiko" erfolgreich zu seinen Anfängen zurück. Seine Comicverfilmung "Sin City" mit hochkarätigen Darstellern zählt zu einem der heiß erwartetsten Filme dieses Jahres.

Der große Durchbruch kam für Schauspieler Antonio Banderas. Obwohl er schon in unzähligen spanischen Filmen mitgewirkt hat, kannten ihn viele international wahrscheinlich nur als Tom Hanks' Geliebten in "Philadelphia". In "Desperado" konnte er zum einen seinen Latino-Charme zeigen, aber auch in Actionszenen glänzen. Es folgten Filmangebote ohne Ende. Der endgültige Durchbruch gelang ihm dann 1998 mit "Die Maske des Zorro". Dessen Fortsetzung "The Legend of Zorro", der dieses Jahr in den Kinos starten wird, verspricht ein weiterer Erfolg zu werden. Banderas ist aus der Riege der Hollywoodstars nicht mehr wegzudenken.

Das gleiche gilt für Salma Hayek, die eine der ersten war, die den Flair der sexy Latina-Frauen nach Hollywood gebracht hat. Obwohl sie in vielen Filmen immer als hübsche Latina gecastet wird, ist sie doch in Hollywood immer präsent. Zudem hat sie 2002 mit "Frida", der Biografie über die berühmte Malerin Frida Kahlo, eine von Kritikern hochgelobte Leistung abgelegt und bewiesen, dass sie mehr kann als nur gut aussehen.