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28 Weeks Later


Review "28 weeks later"

von Falk T. Puschmann

Es war 2002 als die Engländer Danny Boyle und Alex Garland eine Gruppe Überlebender durch ein von zombiartigen Ex-Einwohnern besetztes London jagdten und damit einen kultigen Genrevertreter schufen. Dabei punktete der Film vor allem bei den Charaktere, der klaustrophobischen Atmosphäre und einem - für einen Horrorfilm eher ungewöhnlich - recht optimistischem Ende.



2007 sind die Zombis zurück und haben mit "28 weeks later" den Nachfolger im Gepäck. Diesmal allerdings halbwegs ohne Boyle und Garland, die gerade auf einer Mission unsere Sonne zu retten unterwegs waren und hier nur als Executive Producer ein Gastspiel gaben.



Inhalt:

(leichte Spoiler)

Am Anfang steht ein kurzer Rückblick. Eine kleine Gruppe hat sich in einem kleinen Landhaus verschanzt und genießt das Leben. Die Idylle ist allerdings schnell vorbei, als eine ausgehungerte Zombihorde einfällt und scheinbar nur einen Mann entkommen lässt. Die Geschichte beginnt -, wie der Name schon verät - etwa 7 Monate nach den Ereignissen aus Teil 1. Zwei Monate nach dem der letzte Infizierte gestorben ist, beginnt die US Army London wieder bewohnbar zu machen und die ersten Zivilisten in die Stadt zurück zu bringen. Unter Ihnen auch das Geschwisterpaar Tammy und Andy die Ihren Vater Don - niemand geringere als der Überlebende vom Anfang und schön gespielt von Robert Carlyle - nach langer Zeit wieder treffen. Doch das Wiedersehen soll nur kurz gewesen sein, denn die beiden zieht es zu ihrem früheren Zuhause. Selbiges liegt allerdings noch in der Quarantäne Zone, was die beiden aufgeweckten Kids natürlich wenig beeindruckt. Schnell wird ein herumliegender Roller eines Ex-Pizzalieferanten requiriert und schon geht’s ab nach Hause.


Am Familiendomizil angekommen, kommt es zu einer Familienwiedervereinigung der unerwarteten Art, die schließlich und endlich zum erneuten Ausbruch des Virus und der schlussendlichen Vernichtung Londons führt.


Kritik:


Genau wie sein Vorgänger setzt auch „28weeks later“ vor allem auf eine tolle Atmosphäre, die man schön in der Sequenz sieht, in der die Kids mit einem "geborgten" Motorroller durch einsames Chaos und Verwüstung fahren. Trotzdem ist der Film kein reiner Neuaufguss des Themas, setzte der erste Film vor allem auf Charaktere, so haben wir es hier mit einem wirklich und wahrhaftigen Vertreter des Horrorgenres zu tun haben. Und der schlägt sich neben einem wesentlich höheren Bodycount auch in wesentlich heftigeren Schockszenen nieder. Zu bemerken allerdings, dass es hier noch wesentlich heftigere Vertreter des Genres gibt.



Übrigens interessant ist die kleine Spitze gegen das amerikanische Militär, das nach Verlust der Kontrolle über die Situation zum hemmungslosen Niederballern von allem was sich bewegt – ob Infiziert oder nicht.



Musikalisch schrieb John Murphy eine routinierte Fortsetzungsscore, die wieder aus einer Mischung aus Electro meets Score besteht und schön die hoffnungslose und düstere Stimmung des Films wiedergibt.



Charaktermieme Robert Carlyle sagte bei Teil 1 noch ab, konnte aber für Teil 2 als Familienvater Don gewonnen werden, der im Laufe des Films einige faszinierende Verwandlungen durchläuft. Die Australierin Rose Byrne ist gleichzeitig auch im anderen Boyle-Film „Sunshine“ zu sehen. Hier darf sie eine beherzte Ärztin spielen, die Versucht, die beiden Teenager Tammy und Andy aus der Stadt zu bringen. Dabei beweist sie einmal wieder Vielseitigkeit und es bleibt zu Wünschen sie doch öfter auf der großen Leinwand zu sehen Eine Nebenrolle gab es für den ehemalig und bald wieder verlorenen Harald Perrineau. Es ist diesmal als Army-Pilot zu sehen und darf zeigen, was man alles mit einem Hubschrauber machen kann.



Fazit:


Mehr Horror, weniger Character. Viel mehr Blut und Gore, eine effektive Zombiabschlachtmethode noch dazu. Wen das nicht stört, der wird bestens unterhalten.