Hintergrund
von Dirk Wilkens-Hagenkötter
Eigentlich war „Star Trek – der Film“ nicht so erfolgreich gewesen, dass man mit einer Fortführung der Star Trek-Filme hätte rechnen können. Aber schon Anfang 1981 begannen die ersten Gerüchte über einen neuen Star Trek-Film zu kursieren. Da man bei Paramount eine Teilschuld für das Versagen von „Star Trek – der Film“ bei Produzent Gene Roddenberry sah, wurde für den zweiten Film Harve Bennett mit der Produktion betraut. Er war es dann auch, der nach Sichtung aller Star Trek-Folgen auf die Idee kam, die Episode „Der schlafende Tiger“ fortzusetzen.
In ihrem ersten Jahr begegnet der Enterprise ein treibendes Schiff. Auf der Botany Bay finden sich fast 80 Schläfer, die offenbar aus dem 20. Jahrhundert stammen. In der deutschen Synchronisation wurde daraus das 21. Jahrhundert.
Der Kommandant wird geweckt. Er nennt sich selbst Khan und möchte, dass auch der Rest seiner Crew geweckt wird. Aber Captain Kirk ist vorsichtig, will die Botany Bay erst einmal zu einer Sternenbasis bringen. Schließlich recherchieren Kirk und Spock im Computer, wer dieser Khan tatsächlich ist: Khan Noonien Singh, der Anführer einer Gruppe genetisch aufgewerteter Menschen, die in einigen Ländern die Macht an sich gerissen und die Welt in die Eugenischen Kriege getrieben hatten.
Nach ihrer Niederlage waren sie verschwunden, offenbar waren sie mit dem eben entdeckten Raumschiff ins All geflohen. Khan übernimmt das Kommando auf der Enterprise, Kirk und Spock können aber das Blatt wenden. Khan und seine Leute werden zu lebenslanger Verbannung auf einem Planeten verurteilt.
Ricardo Montalban hatte damals einen der interessantesten Gegner von Captain Kirk gespielt und es schien reizvoll zu sein, Kirk noch einmal mit ihm zu konfrontieren.
Als das Kinoprojekt Gestalt annahm, wurde recht früh bekannt, dass Spock in diesem Film vermutlich sterben würde. Das sorgte sofort für Unruhe unter den Fans. Es war aber Leonard Nimoys eigener Wunsch ein Ende für Spock zu finden.
Vielleicht schon als Nachfolgerin in weiteren Filmen kam ein neues Besatzungsmitglied auf die Brücke: Die Vulkanierin Saavik, gespielt von Kirstie Alley. Es gab damals nämlich noch die Idee, dass Star Trek in Form von mehreren Fernsehfilmen pro Jahr fortgesetzt werden könnte, bei denen Nimoy aber nicht mitspielen wollte. Schließlich wurde dann aber doch ein Kinofilm anvisiert.
Spocks Tod, zuerst für den Anfang des Films geplant, schob sich immer weiter nach hinten. Nicholas Meyer übernahm die Regie, ein junger Mann, der noch gar nichts mit Star Trek zu tun hatte. Wo Robert Wise beim ersten Star Trek-Film noch versucht hatte, genau da weiterzumachen, wo die TV-Serie aufgehört hatte, baute Meyer das Älterwerden ein.
Carol Marcus und ihr Sohn David haben ein Projektil erfunden, das aus einem leblosen Himmelskörper eine bewohnbare Welt erschafft. Das Genesis genannte Projekt steht kurz vor der letzten Testphase. Ceti Alpha 6 scheint genau der richtige Planet zu sein. Chekov und Captain Terrell, der Kommandant der Reliant, beamen sich auf den Planeten, um zu bestätigen, dass es dort tatsächlich kein Leben gibt. Doch da stoßen sie auf ein Wrack.
Es ist zu spät. Chekov und Terrell werden gefangen genommen. Es ist Khan und der erklärt ihnen: Nun geht alles ganz schnell. Khan und seine Leute entern die Reliant und versuchen das Genesis Projektil in ihren Besitz zu bringen. Khan hat nur noch ein Lebensziel. Er will Rache an Admiral Kirk. Der ist zurzeit mit der Enterprise auf einer Trainingsmission, als er einen Notruf von Carol Marcus erhält, seiner Ex-Freundin.
Als „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ im Sommer 1982 in die Kinos kam, übertraf er seinen Vorgänger bei weitem. Eine spannende Handlung, gut durchdachte und von den Schauspielern dargestellte Charaktere. Allerdings gab es doch die ein oder andere Unstimmigkeit, die man als Zuschauer einfach schlucken muss.
Die Originalepisode „Der schlafende Tiger“ war eine Folge aus der ersten Staffel. Damals war Walter Koenig noch gar nicht in der Serie. Khan und Chekov sind sich also nie begegnet. Ebenfalls unglaubwürdig ist die Unfähigkeit der Reliant, die Menschen auf Ceti Alpha 5 zu orten. Und dass man überhaupt den sechsten Planeten des Systems mit dem fünften Planeten verwechselt hat, klingt doch sehr an den Haaren herbeigezogen.
Gegen Ende des Films starb Spock tatsächlich. Allerdings hatten sich Harve Bennett und Leonard Nimoy eine kleine Möglichkeit offen gehalten. William Shatner ist überzeugt, dass die beiden schon damals eine Rückkehr von Spock beabsichtigten, obwohl Nimoy und Bennett beteuern, dass dem nicht so sei.
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