Hintergrund
von Dirk Wilkens-Hagenkötter
Als 1969 die Fernsehserie Star Trek abgesetzt wurde, hätte niemand gedacht, dass es jetzt erst richtig los ging. Fans gründeten Clubs und organisierten Conventions. Schon 1973 nahm NBC Star Trek wieder in sein Programm auf, allerdings als Zeichentrickserie. Nach eineinhalb Staffeln wurde diese aber wieder abgesetzt und jetzt wurden Überlegungen laut, die Serie als TV Filmreihe oder gar als Kinofilm weiterleben zu lassen. Nach dem Erfolg von Star Wars war dann wieder von einer neuen TV Serie die Rede. Man befürchtete wohl, dass man mit einem Star Trek Film das tricktechnische Niveau, das Krieg der Sterne gesetzt hatte, nicht einzuhalten war. Es wurden Drehbücher geschrieben und das Konzept in einer neuen Bibel festgehalten. Da Leonard Nimoy keine Lust auf seine Figur in einer wöchentlichen Serie hatte, hätte die Serie ohne Spock auskommen müssen.
Die Enterprise sollte auf eine zweite Fünf-Jahres Mission geschickt werden. Im Pilotfilm hätte Captain Kirk das Kommando zurück erhalten. Sein erster Offizier, Commander Decker, der eigentlich für das Kommando vorgesehen war, wäre davon nicht begeistert gewesen und so hätte es im Laufe der Serie einiges an Konfliktpotential gegeben. Zumal nach der neuen Bibel der Captain bei Außenmission an Bord bleiben sollte und nur der erste Offizier die Außenteams geleitet hätte. Es war nicht ganz zufällig, dass Decker ähnlich wie ein junger Kirk wirkte. Man befürchtete bei Paramount, dass William Shatner im Laufe der Zeit zu hohe Gagenforderungen stellen könnte. Deshalb wollte man sich die Möglichkeit ofen halten, Kirk jederzeit aus der Serie herausnehmen zu können und eine Figur zu haben, die ihn sofort ersetzen konnte.
Ein neuer Vulkanier wäre Wissenschaftsoffizier geworden und mit Ilia, einer glatzköpfigen Deltanierin, wäre eine neue Spezies eingeführt worden. Sie und Commander Decker hatten einst eine Beziehung und auch jetzt hätte es zwischen den beiden noch ganz schön geknistert. Viele Elemente dieses Konzeptes wurden Jahre später in Star Trek – The Next Generation umgesetzt.
Tricktechnisch hätte die Star Trek Serie vielleicht Ähnlichkeiten mit Kampfstern Galactica gehabt, das 1978 ins Fernsehen kam. Es wäre sicher eine interessante Serie geworden, aber neun Tage vor Drehbeginn wurde das Projekt gestoppt und wieder in einen Kinofilm umgewandelt. Der bekannte Regisseur Robert Wise sollte die Regie übernehmen. Und noch viel wichtiger für die Fans: Leonard Nimoy spielte als Spock wieder mit. Die Handlung wurde etwas umgeschrieben, blieb aber weitgehend mit der des Pilotfilms identisch. Der Schauspieler, der eigentlich den vulkanischen Wissenschaftsoffizier spielen sollte, musste sich mit einem kurzem Auftritt zu Beginn des Films begnügen. Mehr Glück hatten die Schauspieler von Commander Decker und Ilia, Stephen Collins und Persis Khambatta. Sie starben erst am Ende des Films.
Die anderen Schauspieler, die man aus der Serie kannte, waren alle wieder mit dabei. Aber außer James Doohan als Scotty und DeForest Kelley als McCoy, hatten sie praktisch nichts zu tun. James Doohan selbst legte in diesem Film die ersten Grundlagen für die spätere klingonische Sprache fest. Er erdachte sich die ersten Worte, die Mark Lenard als Klingone spricht. Als Lenard bei Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock in seiner Rolle als Spocks Vater zurück kam, schlug er vor, die Klingonen in einer eigenen Sprache sprechen zu lassen, so wie er es im ersten Film schon vorgemacht hatte. Erst jetzt wurde jemand engagiert, der eine komplette Sprache entwickeln sollte.
1966 bekam Filmkomponist Jerry Goldsmith einen Brief von Gene Roddenberry. Dieser suchte für seine neue TV Serie „Star Trek“ jemanden, der eine griffige Titelmelodie kreierte. Goldsmith hatte aber keine Zeit, da er mit anderen Projekten ausgelastet war. Er vermittelte den Auftrag seinem Freund Alexander Courage. Der dirigierte in der Regel Goldsmiths Kompositionen in den Aufnahmestudios.
1979 kam er dann wieder mit Star Trek in Berührung, als es darum ging, die Musik für Star Trek – Der Film zu schaffen. Goldsmith nahm den Auftrag an, unter der Bedingung, keine Musik aus der Original-Serie verwenden zu müssen. Darauf ging man ein, aber letztlich erkannte Goldsmith selbst, dass eine kleine Brücke zur originalen Musik geschlagen werden musste. Und da Alexander Courage auch hier die Musik für die Abmischung dirigierte, überließ Goldsmith es ihm, eine kurze Sequenz der Original-Titelmelodie unter den Logbucheinträgen zu legen.
Und künftig verwendete Goldsmith für alle weiteren Star Trek Filme, für die er die Musik komponierte, die Eröffnungsfanfare aus der Original-Titelmeldodie. Er selbst zählt die Star Trek Musik zu seinen besten Werken.
1987 sollte Star Trek wieder auf den Bildschirm. Als Titelmelodie für „The Next Generation“ griff man auf das Hauptthema aus Star Trek – Der Film zurück. Goldsmith komponierte noch die Musik für die Filme Star Trek 5, 8, 9 und 10.
Schließlich kreierte er für Star Trek – Voyager die Titelmelodie.
Star Trek – Der Film wurde von den Fans heiß erwartet. Es war ein erhebendes Gefühl, wenn Scotty das Shuttle langsam um die Enterprise herumfliegt oder wenn das Raumschiff das Dock verlässt. Endlich – nach neun Jahren war die Enterprise wieder da. Aber heute wirken gerade diese Szenen sehr langgezogen und überhaupt gilt der Film rückblickend als der langweiligste aller Star Trek Filme. Immerhin ist er der längste Star Trek Film, der einzige, der über zwei Stunden geht.
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