Krieg der Welten, Krieg der Kritik
von Susanne Döpke
Ein neuer Film von Steven Spielberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle klingt zunächst vielversprechend genug, um bereits Vorschußlorbeeren einzuheimsen. Für die Produzenten des Films war das anscheinend nicht genug. Sie verboten per schriftlicher Einverständniserklärung die Veröffentlichung von Filmkritiken vor dem Erscheinungstermin 29. Juni. Der Deutsche Journalistenverband protestierte, der Verband der Filmkritiker ebenso. In den Medien rückte dadurch der eigentliche Zankapfel, der Film selbst, aus dem Rampenlicht. Schade eigentlich. Vorweg genommen, der Film war gut, die Angst vor schlechter Mundpropaganda unbegründet. Wenn man aber nach dem alten Sprichwort geht „Keine Presse ist schlechte Presse“ wurde wohl das Ziel erreicht.
Tom Cruise als Star zum anfassen? Irgendwie schon. Bei der Premiere von „Krieg der Welten“ am 15. Juni in Berlin war der Hollywoodstar sehr um seine Fans bemüht und gab zwei Stunden lang Autogramme, ließ sich mit Fans fotografieren und telefonierte schon mal mit deren Freunden auf dem Handy, ohne sich von Regengüssen abhalten zu lassen. Dann begrüßte er kurz und herzlich sein Premierenpublikum, nur um schnell wieder hinauszugehen, um weiter Autogramme zu schreiben.
Da kann man sich nur fragen, wozu dieser Maulkorberlass vor dem Film gut gewesen ist? Ein so sympathischer Hauptdarsteller, der seinen Film gut zu verkaufen weiß, ist immer noch die beste Werbung. Sich lieber darauf zu verlassen hätte voll und ganz gereicht.
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