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Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith


Das Ende in der Mitte

von Susanne Döpke

Bei der Pressekonferenz zum Start des letzten Teils der Saga um Darth Vader, „Star Wars Episode III: Die Rache der Sith“, gab sich Lucas eher erleichtert, dass die Geschichte, die ihn seit den siebziger Jahren beschäftigt, jetzt zu einem Abschluss gebracht hat. Es sei aufregend für ihn, nicht traurig, dass sein Traum Wirklichkeit geworden sei. Soviel Pathos hatte man dem oft als kommerziellen Geldhai beschimpften Regisseur und Produzenten gar nicht mehr zugetraut. Die Geschichte von Darth Vader sei jetzt zu Ende, es wäre jetzt Zeit, sich um den Typen mit dem Hut zu kümmern. Damit spielt er auf die Fortsetzung der Indiana Jones-Reihe mit „Indy“ Harrison Ford in der Hauptrolle an.

Zur Promotion von Episode III hatte Lucas als Verstärkung zwar keinen der Hauptdarsteller Hayden Christensen und Nathalie Portman, die noch am Vorabend über den roten Premierenteppich wandelten, mitgebracht, dafür aber die Filmlegende Christopher Lee. Das seine Figur Count Dooku in Episode drei schon nach etwa einer Viertelstunde das Lichtschwert für immer abgeben muss, tat seiner guten Laune keinen Abbruch. Der Sprung, mit dem er am Anfang des Films Obi Wan und Anakin zum Kampf herausfordert, hätte eine Menge Übung gekostet, witzelt er. Natürlich konnte er diese Stunts nicht selber machen, immerhin feiert der renommierte Schauspieler am 27. Mai seinen 83. Geburtstag. Diese Actionsequenzen stammen also aus dem Computer. Bei einem Besuch bei Lucas’ hauseigener Special Effects Schmiede Industrial Lights and Magic sei er sehr beeindruckt von den Möglichkeiten gewesen, obwohl er technisch nicht viel verstanden hat. Regisseur George Lucas wirft darauf ein: „Da haben sie dir also mal gezeigt, wie du das alles gemacht hast!“ Das Verhältnis der beiden Legenden von vor und hinter der Kamera ist sehr locker, aber von gegenseitigem Respekt gezeichnet.

Genau nach dieser respekteinflößenden Qualität hat George Lucas bei der Besetzung von Count Dooku/Darth Tyrannus gesucht. Er wollte einen gealterten, vergrätzen Jedi, der auf die dunkle Seite gezogen wurde und doch eine noble und elegante Vergangenheit hat. Einen Bösewicht mit klassischem Look: Christopher Lee. Der Darsteller von so legendären Figuren wie Saruman in „Der Herr der Ringe“ oder „Dracula“ ist stolz darauf, Teil der Vision von George Lucas zu sein. Es sei eine große Verantwortung, diese Vision auf die Leinwand zu transportieren und seinen Erwartungen gerecht zu werden. Er habe die Rolle angenommen, weil Lucas ihm „eine Menge Spaß“ versprochen hat. Sein Motto habe er vom seinem berühmten Kollegen George C. Scott: „Arbeite hart und hab Spaß dabei!“ Das würde sich dann auch auf der Leinwand zeigen.

George Lucas selbst bereitet das Schneiden eines Films den größten Spaß, weil er selbst einmal als Cutter angefangen hat. Er liebt es, aus den Einzelstücken den ganzen Film zusammen zu stellen. Es ist für ihn ein Gefühl, wie Weihnachten, wenn die fertigen Aufnahmen zur Ansicht kommen. Durch die technische Nachbereitung ist der Zeitraum zwischen Aufnahmen und der Probeansicht allerdings sehr lang und er muss sich sehr lange gedulden. Christopher Lee bescheinigt Lucas allerdings, einer der geduldigsten Regisseure zu sein, mit denen er je zusammen gearbeitet hat. Als er einmal eine Szene total vermasselt hat fragte Lucas ihn lediglich: „Meinst du, wir könnten das so machen, wie wir es geprobt hatten?“

Von all seinen Figuren identifiziert sich der Schöpfer der Sternenkriegs-Saga am ehesten mit Luke Skywalker. „Ich bin selbst auf einer Farm in Kalifornien groß geworden und hatte große Träume.“ Verschmitzt fügt er hinzu, dass er jetzt wohl durch sein Streben nach kreativer Freiheit selbst zu einer Art Imperator geworden sei, nämlich als er Chef seiner eigenen Firma wurde, sei er auch auf die dunkle Seite der Macht gewechselt. Trotzdem nutze er seine Macht auch für gute Zwecke. Aus vielen Gesprächen mit jungen Leuten habe er erfahren, wie viele Menschen er inspiriert habe, einen Filmberuf zu ergreifen.

Diese Inspiration wird natürlich auch von einer Grundaussage der Star Wars-Saga gespeist. Laut Lucas sei die Demokratie zerbrechlich und müsse beschützt werden. Der Mensch habe dazu die Wahl zwischen selbstlosem Einsatz und Egoismus. Leicht abgenutzt hört sich diese Aussage aus Lucas’ Mund schon an, aber er ist ja auch schon seit mehreren Tagen auf Werbetour mit seinem letzten aller Star Wars Filme, der den Anschluss an die Trilogie aus den siebziger Jahren schafft.

Der Star Wars Fan braucht aber keine Angst zu haben, dass es jetzt nichts Neues mehr aus dem Star Wars Universum gibt. Momentan beginnt die Produktion einer animierten Star Wars-Fernsehserie um Anakin und Obi Wan, die zeitlich zwischen Episode I und Episode III angelegt ist. Weiterhin ist geplant die neue Trilogie technisch zu überarbeiten und als 3D-Filme ins Kino zu bringen. Hierauf setzt Lucas große Hoffnungen und erwartet geradezu eine neue technische Revolution, wenn mehr Filmtheater mit 3D-Projektionstechnik ausgestattet werden. Auch Regisseur Peter Jackson sei sehr an der 3D-Technologie interessiert und Lucas sagt, er habe so eine Ahnung, dass Jacksons neuer Film „King Kong“ auch ein Kandidat für einen 3D-Release wäre.

Neue Technik, neues Glück. Vielleicht packen George Lucas in einigen Jahren oder Jahrzehnten doch wieder das Star Wars Fieber, der Ehrgeiz oder neue Technologien und er erzählt uns dann, wie es mit Luke Skywalker, Han Solo und Leia weiter geht.