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Star Trek V - Am Rande des Universums


Kritik

von Dirk Wilkens-Hagenkötter

Im September 1987 startete in den USA die neue Fernsehserie "Star Trek - The Next Generation". Etwa 80 Jahre nach Kirk und Co. stieß eine neue Enterprise noch weiter ins Unbekannte vor. Jetzt gab es also gleich 2 Franchises, die alte Crew in den Kinofilmen und die neue Generation auf dem Fernsehschirm. Denn dass die Filme fortgesetzt würden, stand seit dem Erfolg von Star Trek 4 fest.
William Shatner hatte in seinem Vertrag eine Klausel, dass er nur dann bei Star Trek 4 mitspielen würde, wenn er dafür in Star Trek 5 die Regie führen dürfe.
Shatner war schon immer etwa eifersüchtig auf Leonard Nimoy gewesen. Und da der schon 2 mal bei Star Trek Filmen Regie geführt hatte, war Shatner der Ansicht, schon der Gerechtigkeit wegen, jetzt auch mal das "And Action" sagen zu dürfen.
Im Frühling 1989 war es dann soweit: Der 5. Star Trek Film sollte die Kinozuschauer begeistern.

Star Trek 5 - The Final Frontier hatte in den Kinos 2 starke Konkurrenten: Zum Einen Indiana Jones und der letzte Kreuzzug und zum anderen Batman. Ein wirklich guter Star Trek Film hätte sich da keine Sorgen machen müssen, aber ein unterdurchschnittlicher Film wird da schnell zerrieben. Und Star Trek 5 war unterdurchschnittlich. Der Film schwächelte gleich von drei Seiten. Zum einen war die Tricktechnik unglaublich schlecht und billig gemacht. Man hatte diesmal nicht auf ILM zurück gegriffen. Das lag wohl auch daran, dass ILM mit Indiana Jones und anderen Projekten sehr ausgelastet war, aber vermutlich gab es auch von oben die Anweisung, an der Tricktechnik zu sparen. Der andere Schwachpunkt war die Story: Die Suche nach Gott - etwas Dümmeres hatte sich Shatner wohl nicht einfallen lassen können. Doch - er konnte das noch toppen: Ursprünglich sollte sich am Ende herausstellen, dass man nicht Gott, sondern den Teufel gefunden habe. Aber da hat Harve Bennett rechtzeitig abgeblockt. Für den einfachen Kinozuschauer weniger von Interesse, dafür aber umso wichtiger für die Star Trek Fans: Shatner ignorierte komplett die technischen Möglichkeiten des Star Trek Universums. Im Film sollte die Reise ins Zentrum der Galaxis gehen. Rund 30.000 Lichtjahre - selbst im 24. Jahrhundert braucht ein Föderationsraumschiff dafür 30 Jahre. Zu Kirks Zeiten flogen die Raumschiffe noch wesentlich langsamer. Möglicherweise hatte Shatner aber auch nur die Serie nicht mehr richtig in Erinnerung. Immerhin spielt die Große Barriere eine Rolle. Die war schon in der Pilotfolge "Die Spitze des Eisbergs" zu sehen. Dort umspannte sie aber den Rand der Galaxis, nicht das Zentrum.
Wegen dieser Abweichungen gilt Star Trek 5 heute als "non-canon", als "Nicht-kanonisch". Das heißt nichts anderes, als das alles, was im Film erzählt wird, nie wirklich passiert ist. Sollte es in einem Film oder einer Serienepisode doch einmal in das Zentrum der Galaxis gehen, muss sich kein Drehbuchautor an die Aussagen in Star Trek 5 halten. Dementsprechend wurde auch in keinem anderen Star Trek Film je wieder Bezug auf Star Trek 5 genommen.
Am Rande des Universums wäre wegen des Misserfolgs fast der letzte Star Trek Film geworden. Aber der Erfolg der TV Serie "The Next Generation" und der näher rückende 25. Geburtstag von Star Trek zwangen schon fast zu einem letzten Film mit der klassischen Crew.

Ursprünglich sollte Sean Connery die Rolle des Sybok spielen, Connery hatte sich aber schon für Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zugesagt, wo er den Vater von Indiana Jones spielte. Etwas von Sean Connery ist dann aber doch in Star Trek 5 eingeflossen: Sein Name! Sha Ka Ree,mytischen Planet wurde nach Sean Connery benannt.

Seit Star Trek 5 sprechen Fans oft vom "Fluch der ungeraden Star Trek Filme". Angeblich würde jeder Film mit einer ungeraden Nummer ein schlechter Film sein. 1, 3, 5, 7 und 9... aber das ist letztlich eine sehr willkürliche Formel. So tauchen 3 und 9 in vielen persönlichen Best-Listen auf, wogegen der Star Trek 10 bei vielen als noch schlechter als Star Trek 5 angesehen wird.

Anlässlich unserer On Screen Sendung zu Star Trek IV haben viele Hörer ganz spontan über ihre persönlichen Ranglisten diskutiert. Auch da stellte sich wieder heraus: Letztlich hat jeder Film seine Fans. Letztlich hat jeder Film seine Gegner.

Auf Star Trek V bezogen schrieb Gucky beispielsweise:
Star Trek V gehört für mich zum übelsten, was unter dem Label Star Trek je veröffentlicht worden ist.
Sinclair war anderer Meinung
ST 5 war stellenweise auch herrlich witzig.

ST5 hat auch seine Momente. Die Story ist allerdings äußerst konfus.