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Cypher


Kritik

von Falk T. Puschmann

(mit leichten Spoilern)

Der Genre-Kenner verbindet den Namen Vincenzo Natali durch sein hoch gelobtes Regiedebüt "Cube". In "Cypher" erzählt er nun in kühlen, aber fesselnden Bildern, einen absoluten Top-Thriller, bei dem der Zuschauer schon bald den Faden zu verlieren droht, so viele Plottwists mutet er seinem Publikum zu.

Es geht um Gehirnwäsche, den Kampf großer Konzerne um die Weltherrschaft, die Willkür gegenüber dem Einzelindividuum und wie es dann doch das kleine Rad trotz allem schafft, die Maschinerie empfindlich ins Wanken zu bringen. Nichts ist wie es scheint und alles gehört zu einem großen Plan, der erst gegen Ende des Films offenbart wird und alles hinweg weht, was wir bis dahin im Film erlebt haben.

Natali jagt seinen Protagonisten in ein undurchsichtiges Verwirrspiel, bei dem der Held nie weiß, wem er wirklich trauen kann und wer er in Wahrheit ist und der Zuschauer wird genauso im Dunkeln gehalten, bis zu einem fulminanten Finale und einem Ende, das alle cube-vergraulten Fans des Fantastischen Films mehr als entschädigt. Dabei spielt der Film fast zeitlos. Er könnte heute spielen, er könnte gestern gespielt haben oder erst in einer nahen oder fernen Zukunft spielen werden.

Dabei verzichtet er fast komplett auf bekannte Gesichter. Allein Lucy Liu, die die undurchsichtige Rita spielt, ist uns ja nur allzu bekannt als Engel "Alex" aus den "Charlie's Angels"- oder "Drei Engel für Charlie"-Filmen. Daneben haben wir noch Jeremy Northam als Morgan Sullivan, Genre Fans unter anderem aus dem Guillermo del Toro Film "Mimic" dunkel im Gedächtnis, der ansonsten aber ein noch sehr unverbrauchtes Gesicht mit unbestreitbarem Potential und sehr wandlungsfähig ist. Zuerst erleben wir ihn als biederen Morgan Sullivan, dann als lockerer werdenden Jack Thursby und zuletzt als ... aber das wollen wir hier natürlich noch nicht verraten! Auch in diesem Natali-Film wieder dabei ist David Hewlett, der hier diesmal nur in einer Nebenrolle als Vault-Verwalter Dunn zu sehen ist, aber umso interessanter und vielschichtiger spielt. Auch die übrigen Rollen sind sehr gut und durchdacht besetzt und überzeugen.

Außerdem sieht man dem Film auch an, dass Natali diesmal ein richtiges Budget zur Verfügung hatte und sich so vielmehr austoben konnte. Das Ergebnis sind tolle, kühle, stilistische Bilder, die dem Film einen sehr coolen, technischen, faszinierenden Look geben und einmal mehr zeigen, dass Natali ein sehr visueller Regisseur ist, der vor allem mit seinen Bildern, aber auch einer intelligenten Story, überzeugt.
So sollte sich jeder, der auf intelligentes fantastisches Kino steht, auf jeden Fall den Streifen ansehen. Jede der 97 Minuten lohnt sich!

Ich sage also nur "Two Thumbs Up" und harren wir gespannt mit welchem Film Natali uns als nächstes das Gehirn wäscht.