Kritik
von Markus Rohde, Dirk Wilkens-Hagenkötter
Nach dem großen und zugleich unerwarteten Erfolg von "Planet der Affen" beschloss das Studio eine Fortsetzung zu produzieren. Allerdings billigte man nur etwa die Hälfte des Budgets des ersten Teils: 3 Millionen Dollar; nicht unbedingt eine vorteilhafte Ausgangsbedingung. Dem fertige Film merkt man das jedoch nicht an, zumal diese Summe 1970 dennoch eine Menge Geld war und einige Kulissen aus dem ersten Teil recycelt werden konnten.
Um dem Zuschauer noch eine spektakulärere Aufnahme als die zerstörte Freiheitsstatue des ersten Films zu bieten, überlegten die Macher, wie sie das übertreffen konnten: Kurzerhand legten sie - natürlich nur im Film - ganz New York in Schutt und Asche.
Neben den Kulissen stellten auch die Masken des Filmes das Produktionsteam wieder vor einige Herausforderungen: Um die mutierten Menschen glaubhaft darzustellen, bediente man sich der Hilfe anatomischer Bücher.
Ein paar Schwierigkeiten gab es augenscheinlich bei der Story – zum ersten aber nicht letzten Mal in Form von Story und Drehbuch von Paul Dehn. Brent sucht nach den Astronauten des ersten Teils. Im Prinzip absolut sinnlos, da besagte Astronauten sowieso erst nach Jahrhunderten durch die Zeitverschiebung während des Fluges vermisst worden wären. Den Brocken muss der Zuschauer halt schlucken. Sicherlich ist "Rückkehr zum Planet der Affen" kein sonderlich innovativer Film. Die erste Hälfte des Filmes ist annähernd eine Wiederholung des ersten Teils. Daher bleibt nur die andere Hälfte Zeit, wirklich was neues zu erzählen.
Liebend gerne hätte das Studio natürlich auch Charlton Heston wieder als Hauptperson gehabt. Dieser lehnte ab. Er lies sich jedoch überreden, zumindest einen Gastauftritt zu absolvieren, wenn er zu Beginn nur wenige Minuten und dann erst wieder am Ende des Films auftauchen würde. So versuchte man einen Schauspieler finden, der von der Art her, ihm etwas ähnelte. Und in James Franciscus fand man einen ebenso charismatisches Darsteller. "Rückkehr zum Planet der Affen" ist zudem der einzige Teil der Filmreihe und sogar der TV-Serie, in dem Roddy McDowall nicht mitspielt. Er hatte zum Zeitpunkt des Drehs ein Engagement in England. So schlüpfte für diesen Film David Watson in die Rolle des Cornelius. Unter dem vielen Make-Up fällt das jedoch zumindest visuell nicht auf. Natalie Trundy, die fortan – teils in verschiedenen Rollen – in jedem Film der Reihe mitspielen sollte, taucht hier das erste Mal als einer der mutierten Menschen auf. Die Frau des Produzenten der Filmreihe Arthur P. Jacobs hat leider nur eine handvoll Film- und TV-Rollen gespielt. Ihr gutes Spiel hätte mehr wünschen lassen, doch kurz nach dem Dreh des fünften und letzten Planet der Affen-Films verstarb sie.
Versuchte man sich bereits mit der Imposantheit der Aufnahmen zu steigern, probierte dies die Produktion mit dem Ende ebenso. Auch das Ende dieses Films ist in seiner Direktheit und seinem Pessimismus nicht zu übertreffen. Taylor, inzwischen von Mensch und Affe gleichermaßen angewidert, sprengt die Erde in die Luft. Die Geste als er den Auslöser der Bombe drückt zusammengenommen mit der Anklagerede am Ende des ersten Teils findet sich dann sogar als Hommage im Remake von Tim Burton wieder; als er in seinem Cameo-Auftritts als alter Affe im Sterben liegt.
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