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Planet of the Apes |
Kritik
von Markus Rohde, Falk T. Puschmann
Eigentlich schätzte der französische Autor Pierre Boulle seine Novelle "Der Affenplanet" als eins seiner schlechteren Werke ein, aber der amerikanische Produzent Arthur P. Jacobs sah das ganz anders. Er erwarb die Rechte an dem Stoff, ließ ein Drehbuch schreiben, und bot das Ganze diversen Studios an. Doch niemand interessierte sich für eine Geschichte, in der Affen sprechen konnten. Schließlich suchte sich Jacobs einen populären Star, um das Projekt besser verkaufen zu können: Charlton Heston. Jetzt begann sich 20th Century Fox für den Film zu interessieren.
Ein kleiner Testfilm überzeugte die Studiobosse endgültig, und man holte den Maskenbildner John Chambers ins Team, dessen Aufgabe es war, echt wirkende Affenmasken zu erstellen. Dies gelang ihm schließlich auch Oscarprämiert.
In den frühen Drehbuchfassungen war die Affenzivilisation, wie in der Novelle, eine High-Tech Gesellschaft. Um Kosten zu sparen, wurde die Kultur auf einen primitiveren Level zurückgefahren. Michael Wilson, der schon die Boulle Novelle "Die Brücke am Kwai" für das Kino bearbeitet hatte, schrieb das endgültige Drehbuch. Und 1967 konnten endlich die Dreharbeiten beginnen.
Gerade die Gerichtsszene war dem Drehbuchautor Michael Wilson sehr wichtig. Er verarbeitete darin seine persönlichen Erfahrungen als Opfer der McCarthy Verfolgungen in den 50er Jahren. Und es ist sicher kein Zufall, das die drei Affen, die das Verhör leiten, sich in einem kurzem Moment, Augen, Ohren und Mund zuhalten.
Die politischen und sozialkritischen Aspekte von "Planet der Affen" waren eine kleine Sensation. Zumal "Anspruch" das Letzte war, was das Studio wollte. Mort Abrahams, Co-Produzent von Planet der Affen, sagte dazu: "Ohne je darüber gesprochen zu haben, machten wir einen politischen Film. Wir haben nicht mal unter uns darüber gesprochen, denn zu dieser Zeit war Krieg in Vietnam. Ein politischer Film war damals das letzte, was das Studio wollte. Das Land hatte ernste Probleme."
Ein weiteres Thema des Films ist das Verhalten von Gruppen zueinander. Jede Affengruppe hat Vorurteile gegen eine andere und alle gemeinsam haben Vorurteile gegen die Menschen. Interessanterweise verhielten sich die Schauspieler und Statisten in den Drehpausen genauso. Kim Hunter, Darstellerin der Zira, erinnert sich: "Die Gorillas hingen zusammen herum und die Schimpansen hingen zusammen herum. Ich habe damals nicht sehr viel mit Maurice Evans gesprochen während der Dreharbeiten, obwohl wir uns sehr gut kannten. Aber er war eben ein Orang-Utan, einer von den anderen."
Planet der Affen wurde - gewollt oder ungewollt - Vorreiter für den "anspruchsvollen" Science Fiction-Film. Und neben "2001" macht er deutlich, dass das Genre im Kino erwachsen geworden war. Bemerkenswert ist zudem die Abschlussszene, die wohl nicht ohne Grund in die Filmgeschichte eingegangen ist. Auch nach dem wiederholten Ansehen des Filmes verblüfft einen die Unerbittlichkeit und Direktheit des Unhappy-Endings. Obwohl man es den ganzen Film über geahnt hat, trifft es einen dennoch wie ein Schlag in die Magengrube.
"Planet der Affen" gehört zu den Science Fiction-Klassikern, die man sich auch heute noch gut anschauen kann, da er handwerklich sehr gut gelungen ist. Zwar nehmen sich die Spezialeffekte nach heutigen Maßstäben eher einfach und minimalistisch aus, erfüllen dennoch perfekt ihren Zweck. Alleine die Musik mag etwas verstören. Altmeister Jerry Goldsmith (u. a. "Star Trek", "Alien" und "die Mumie") stimmt hier sehr ungewohnte, unmelodische Töne an.
Die Besetzung erwies sich als Glücksgriff, auch wenn heute alleine Charlton Heston und vielleicht noch Roddy McDowall dem breiteren Publikum bekannt sein dürften. Die verstörende Kulisse am Ende findet sich als Hommage in vielen anderen SF-Filmen, z.B. in Mel Brooks "Spaceballs" oder leicht verändert/vereist ihm neuen Emmerich-Werk "The Day after Tomorrow" wieder. Zudem war der Film erfolgreich genug um vier Fortsetzungen, eine TV-Serie, eine Zeichentrickserie und ein Remake nach sich zu ziehen.
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