serienbereiche
 24
 airwolf
 alias
 babylon5 universe
 battlestar galactica
 buffy & angel
 charmed
 doctor who
 farscape
 firefly
 futurama
 heroes
 jeremiah
 lost
 medium
 raumpatrouille
 roswell
 sliders
 star trek universe
 stargate universe
 the 4400
 tripods

fandom
 fan art
 fan fiction

service
 club
 grußkarten
 gästebuch
 magazin
 newsletter
 radio
 rss-feeds

intern
 impressum
 mediadaten & PR
 partner






Filmwelt


:: Kommentare
:: Besetzung
:: Redaktionsbewertung


:: Filmkritik
:: DVD Review


La Cinqième Élément


Das Fünfte Element

von Susanne Picard

Science Fiction? Und dazu noch aus Frankreich und von Luc Besson? Und dann auch noch mit Bruce Willis besetzt - das war damals vielen Fans des Genres wirklich suspekt. Und in der Tat ist die Mischung aus althergebrachtem Schamanenglauben rund um die Fünf Elemente, die die Welt am Laufen halten und dem futuristischen Ambiente geeignet, die Ansichten zu spalten. Die einen meinen: Alles abgekupfert! Nix originelles, die Kulissen beim Blade Runner abgeguckt, da wird die Erde gerettet - was sonst auch...! und was dergleichen mehr als Negativ auffallen mag, wenn man eher auf düstere Zukunftsbilder steht. Und wirklich - meist nehmen im amerikanischen Raum Zukunftsbilder einen düsteren oder auch visionären Ton an.

Luc Besson schließt sich dieser Sicht des Genres “Science Fiction” nicht an. Ihm machte der Film sichtlich Vergnügen, und offenbar wollte und will dieser Film nichts weiter sein, als ein buntes Märchen, das sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Das ist gerade im SF-Genre absolut erfrischend und die Konzentration darauf tat dem Film mehr als gut - man sieht ihm den Spaß an, den die Macher allesamt damit hatten und da verzeiht man die kleinen Abweichungen und Logiklücken doch sehr gern.

Besonders die Ausstattung kann in diesem Fall von sich reden machen. In dem Bestreben, den Film durch und durch französisch zu machen, verpflichtete Regisseur Besson die Comic-Zeichner Jean-Claude Mézières (Valerian et Veronique, in Deutschland erschienen bei Carlsen Comics) und Moebius alias Jean Giraud (Schöpfer der Blueberry-Comics) für das Set-Design und schnappte sich den exzentrischen Modedesigner Jean-Paul Gaultier für die Kostüme und einige französische Popstars für den Soundtrack. Mit Kosten von über 80 Millionen Dollar wurde der Film für die damalige Zeit der teuerste außerhalb Hollywods bis zu seinem Startdatum. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: Eine strikte Farbregie sorgt mit den lebendigen Ideen der Zukunfts-Experten dafür, dass sich die Farben auf die konträren Farben orangerot und türkisblau mit ein wenig Creme und Beige beschränken, was dem Film entweder einen warmen, sonnigen oder einen frischen und fröhlichen Look verleiht. Auf der anderen Seite ist die Zukunft auch durchaus dreckig - Heldin Leeloo fällt Korben auf der Flucht ins Taxi, ist schmutzig wie nach einem Schlamm- und Staubbad und Korben kann sich nur in den auf dem Boden liegenden, aber dennoch stockwerkehohen Industrieabgasen vor der Polizei verstecken.

Auch die Schauspieler in diesem Film hatten offenbar Spaß: Abgesehen von Willis und Jovovich (denen übrigens eine Affäre nachgesagt wurde, obwohl Jovovich schon bald nach Filmstart Luc Besson heiratete), zwischen denen es knistert, was das Zeug hält, kann man sehen wie komödiantisch Ian Holm wirklich begabt ist. Chris Rock kann einem als ausgeflippter und völlig durchgeknallter Showmaster Ruby Rhod durchaus auf die Nerven fallen, aber seine Synchronstimme reißt da einiges wieder raus. Auch der Soundtrack wirkt neu und ungewohnt, viel Folklore und klassische europäische Musik wurden von Bessons Hauskomponist Eric Sera mit futuristischen Rhythmen und Synthesizern gemischt und heben sich vom hollywood-üblichen und oft so pathetischen Orchestersound angenehm ab.

Insgesamt kam hier wirklich ein Film heraus, dem man seine kleinen Logiklücken und abgekupferten Settings gerne verzeiht, so lebendig und liebevoll wurde er gestaltet, inszeniert und gespielt. Man fiebert unwillkürlich mit, wenn Bruce auf die Mangalores ballert und hofft inständig, er findet in der letzten Minute das richtige Wort, um die Welt doch noch eine Sekunde vor Einschlag des glühenden Kometen zu retten. Da wünscht man sich in der Tat mehr davon und fragt sich, warum solche Filme in Europa nicht öfter möglich sind.