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Escape from the Planet of the Apes


Kritik

von Markus Rohde

Obwohl wahrscheinlich nach dem Ende von "Rückkehr zum Planet der Affen" niemand damit gerechnet hätte, dass eine Fortsetzung möglich wäre, gab es eine. Zwar hatte das Einspielergebnis des zweiten Teils nicht ganz die Erwartungen des Studios erfüllt, aber dennoch gab man einen dritten Teil in Auftrag. Als Budget standen dieses Mal magere 2,5 Millionen Dollar zur Verfügung. Folglich sparte man, wo man konnte. Die Produzenten suchten bei allem nach der billigsten Lösung. Man machte aus der Not eine Tugend. Da gerade auf Seiten der Maske gespart werden musste, gab es dieses Mal nur drei Affenrollen.

Eine merkwürdige Anekdote weiß Kim Hunter, Darstellerin der Zira zu berichten: Sie und ihr Filmpartner Roddy McDowall sollten nach Abschluss einer Szene bloß noch ihre Kommentare aus dem off sprechen. Dazu durften sie ihre Masken abnehmen. Während sie dies taten, stellte Kim Hunter fest, dass sie sich plötzlich nicht mehr in ihre Rolle hineinversetzen konnte. Also beschlossen beide, Teile der Maske aus diesem Zweck anzubehalten. Die schon beim ersten Teil der Filmreihe festgestellte Identifikation mit den Affenrollen schien sie also über die Jahre hinweg zu begleiten. Festzustellen ist dabei vor allem, wie affenwohl die beiden – Hunter und McDowall – sich allmählich in ihren Rollen fühlen. Die Freude an ihren Rollen – die im Gegensatz zum zweiten Teil in diesem Film ja deutlich variiert wurden – ist ihrem Spiel anzumerken.

In "Flucht vom Planet der Affen" wird die Thematik des ersten Filmes quasi umgekehrt.
Die Inspiration der Autoren der Planet der Affen-Reihe durch die Buchvorlage ist nicht zuletzt beim dritten Teil zu spüren. "Flucht vom Planet der Affen" folgt - dort in vertauschten Rollen – einem aus dem ersten Film ausgekoppelten Erzählstrang des Romans. Im Buch werden die Astronauten zunächst freundlich von den Affen aufgenommen. In "Flucht vom Planet der Affen" werden die Affen, als man feststellt, das sie Sprechen können, wie Menschen behandelt. Mit der Fertigkeit der Sprache billigt man Ihnen Intelligenz zu. Im ersten Teil war die Intelligenz (der Menschen) gleichbedeutend mit Bedrohung. Dumme Menschen wurden geduldet, dumme Menschen konnten ihre Spezies nicht – wie ja schon einmal geschehen – bedrohen. Doch die Akzeptanz durch die Menschen im dritten Film ist nur aufgesetzt. So lange die Affen quasi ein Unikum, eine exotische Erscheinung sind, kann man sie herrlich – wie Tiere – vorführen, von den Medien bestaunen lassen. Als sie der Keim einer neuen Rasse zu sein scheinen, kippt die Stimmung. Hervor kommt der Egoismus der Menschheit: Lässt du mich in Ruhe, lass ich dich in Ruhe; aber komm mir ja nicht in die Quere, wenn auch nur irgendwann.

So wird aus "Flucht vom Planet der Affen", trotz aller Unlogik und der wenigen Affen, immer noch eine nette Parabel und ein aufrüttelnder Film. Ein Nachdenken lohnt sich. Das macht aus dem Film, der leider nicht durch Optik und Budgetverschwendung bestechen kann, immer noch einen weiteren gelungen Beitrag zur Filmreihe.