Kritik
von Dirk Wilkens-Hagenkötter
Invasion of the Body-Snatchers („Die Körperfresser kommen“) von 1978 ist ein Remake des im amerikanischen gleichnamigen Films von 1956 („Die Dämonischen“). Beide Filme basieren auf dem Roman von Jack Finney.
Aus dem alten Stoff, dem viele sogar als „antikommunistisch“ interpretiert hatten, sollte nun eine moderne Geschichte werden. Zahlreiche Änderungen sollen helfen, den Stoff in die 70er Jahre zu transportieren. Aus dem Dr. Bennell wird nun ein Beamter des Gesundheitsamtes, aus dem kleinen kalifornischen Städtchen wird nun San Francisco. Und das Ende des Films ist negativ und überraschend.
Mit Donald Sutherland wurde ein großer Schauspieler gewählt, der letztlich den ganzen Film trägt. Neben ihm glänzen Leonard Nimoy, Jeff Goldblum, Brooke Adams und Veronica Cartwright. Ohne diese guten Schauspieler wäre aber aus dem Inhalt nichts rauszuholen gewesen. Der Plot „Aliens treten in der Gestalt von Menschen auf, um die Welt zu erobern“ ist so abgegriffen, dass man ihm heute nichts mehr abgewinnen kann. Traurig, dass Donald Sutherland in „The Puppet Masters“ noch einmal die Hauptrolle spielte, in der es um fast genau den gleichen Plot ging. Immerhin zeigt sich so sehr schön, was für ein guter Schauspieler er ist, denn die beiden Rollen sind unterschiedlich genug, um sich die Filme zumindest wegen des Schauspielers anschauen zu können.
In der 1956er Version des Stoffes spielte Kevin McCarthy die Rolle des Dr. Bernell. Im Remake ist er in einem Cameo-Auftritt zu sehen. Wenn Matthew und Elizabeth im Wagen durch San Francisco fahren, stürzt sich plötzlich ein Mann auf die Motorhaube und schreit „Sie sind hier!“. Das ist Kevin McCarthy. Fast die gleiche Szene kommt in der 1956er Fassung vor, wenn er am Ende des Films auf den Highway läuft und wie wild die Autos anhält und eben diesen Satz ruft.
Es ist nicht einfach zu beurteilen, welcher Film der bessere ist. Die Dämonischen hat sicher den Bonus des SF Klassikers aus den 50er Jahren. Die Körperfresser kommen selbst passt irgendwie nicht so ganz in die Zeit, in der er entstand. Ende der 70er Jahre machten Filme wie „Krieg der Sterne“, „Superman“ und „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ von sich reden. Da konnte „Die Körperfresser kommen“ nur drin untergehen.
Es gibt noch ein weiteres Remake von 1993, das allerdings von der Handlung her nichts mehr mit dem Roman zu tun hat und von daher für sich allein steht – und versagt.
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