Carl Sagan
von Martina Walter
Der Astronom Carl Edward Sagan wurde am 9. November 1934 in New York geboren.
Er war Professor und Labordirektor an der Cornell University und gilt als Wegbereiter für die Exobiologie und das SETI-Projekt, die Suche nach außerirdischer Intelligenz.
Außerdem förderte er die Wissenschaft und das öffentliche Verständnis für die wissenschaftliche Methode allgemein. Unter anderem schrieb er diverse populärwissenschaftliche Bücher – die bekanntesten dürften "Die Drachen von Eden" und "Der Drache in meiner Garage" sein - und schrieb und moderierte die dreizehnteilige Serie "Cosmos: A Personal Voyage" die bei uns 1983 unter dem Titel "Unser Kosmos" ausgestrahlt wurde.
Sein Science Fiction Roman "Contact" wurde mit Jodie Foster verfilmt, hier wirkte er auch am Drehbuch mit.
Seine hierdurch gewonnene Popularität in den Medien - er war sozusagen der Superstar der Wissenschaft in den 80er Jahren - löste dann auch den für ihn unheilvollen "Sagan Effekt" aus, der in etwa besagt, dass die Beliebtheit eines Wissenschaftlers in der allgemeinen Öffentlichkeit umgekehrt proportional zur Quantität und Qualität seiner tatsächlichen wissenschaftlichen Arbeit ist. So lehnte die Harvard-Universität ab, ihn anzustellen und die National Academy of Sciences verweigerte ihm die Mitgliedschaft. Rückblickend lässt sich allerdings feststellen, dass Sagans populärwissenschaftliche Arbeiten keinerlei Einfluss auf Menge oder Qualität seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen hatten. Sagan hat zu den meisten unbemannten Weltraummissionen zu seinen Lebzeiten beigetragen. So war es seine Idee, eine unveränderliche und universelle Nachricht an einem Raumschiff anzubringen, die auch von einer außerirdischen Intelligenz verstanden werden könnte. Die goldene Schallplatte "Sounds of Earth" an den Voyager-Sonden ist die ausgeklügeltste Nachricht dieser Art.
Er gehörte zu den Ersten, die die Theorie aufstellten, der Jupitermond Europa und der Saturnmond Titan könnten über Ozeane verfügen, die Leben ermöglichen könnten. Außerdem war er Co-Autor eines Schreibens, das vor den Gefahren eines nuklearen Winters warnte und erkannte schon früh die globale Erwärmung als eine zunehmende, vom Menschen verursachte Gefahr, deren Auswirkungen er mit den Zuständen auf dem Planeten Venus verglich. Seine Vorhersage der Auswirkungen der Ölbrände von Kuweit ist erschreckend präzise.
Am 20. Dezember 1996 verstarb Carl Sagan im Alter von 62 Jahren an Myelodysplasie. Ihm zu Ehren wurde die Landeeinheit der Mars Pathfinder Mission 1998 in "Carl Sagan Memorial Station" umbenannt.
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