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Deep Impact


Kritik

von Dirk Wilkens-Hagenkötter

Juli 1994 – in unserem Sonnensystem ereignet sich die größte Naturkatastrophe, die je beobachtet wurde. Der Komet Shoemaker Levi 9 raste auf den größten Planeten des Sonnensystems zu. Er hatte sich in 21 Teile aufgespalten, die alle nacheinander auf den Jupiter mit einer Geschwindigkeit von 60 Km/s einschlugen. Dabei wurde eine Energie freigesetzt, die 50 Millionen Hiroshimabomben entsprach.
Diese Katastrophe wurde auf der Erde nicht nur von den Wissenschaftlern beobachtet. Sie wurde live im Fernsehen übertragen und wurde eines der denkwürdigsten Naturschauspiele unserer Zeit. Viele Menschen stellten sich die Frage, was geschehen würde, wenn so ein Objekt die Erde treffen würde.
Diese Frage sollte „Deep Impact“ beantworten.

Steven Spielbergs junge Firma Dreamworks plante ein Remake des Weltuntergangsfilms „Der jüngste Tag“. In dem Film von 1951 rast ein Planet auf die Erde zu. Als er von Astronomen entdeckt wird, sind es noch einige Monate bis zum Weltuntergang. Ein Raumschiff wird gebaut, mit dem einige wenige Auserwählte die Erde verlassen können, um auf dem fremden Planeten zu überleben. Der Weltuntergang kündigt sich durch Katastrophen unglaublichen Ausmaßes an. Schließlich wird die Erde zerstört.
Für das Remake sollte der Plot modernisiert werden. Es sollte kein Planet sein, sondern ein Komet. Um nun auch wissenschaftlich so korrekt wie möglich zu sein, wurden die Astronomen Eugene und Carolyn Shoemaker, die Mitentdecker von Shoemaker-Levi 9. eingeladen als wissenschaftlicher Berater mitzuwirken.

Noch vor Fertigstellung des Films, am 18. Juli 1997 starb Eugene Shoemaker bei einem Autounfall. Sein Tod wird im Film durch den Autounfall des Astronomen Wolfe widergespiegelt. Wolfe, der Mit-Entdecker des Kometen stirbt gleich zu Beginn des Films, als er in seinem Auto von einem LKW erfasst wird.

Deep Impact kam fast 2 Monate vor „Armageddon“ in die Kinos. In dem Jerry Bruckheimer-Film ist es ein Asteroid, der das Leben auf der Erde bedroht. Auch hier müssen Astronauten den Himmelskörper anfliegen, um ihn zu zerstören.
Von daher standen die beiden Filme in direkter Konkurrenz zueinander. An der Stelle, wo der Präsident seine Rede an die Nation hält, sagt er: „Das Leben wird weiter gehen, wir werden überleben.“ Ursprünglich sagte er danach „Dies wird kein Armageddon werden“. Dieser Satz wurde gestrichen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, man würde im Film über Armageddon herziehen.
Tatsächlich zeichnet sich Deep Impact durch wesentlich mehr Realismus aus, als das actionbetonte Armageddon. Man merkt deutlich, dass Wissenschaftler als Berater mitgewirkt haben. Bei Deep Impact steht vor allem die Reaktion der Menschen auf den Weltuntergang im Mittelpunkt. Insbesondere verfolgt die Geschichte den Weg von Leo Beiderman, gespielt von Elijah Wood und der Journalistin Jenny Lerner, gespielt von Téa Leoni. In weiteren Rollen glänzen, Maximilian Schell, Robert Duvall und Vanessa Redgrave. Besonders herausragend ist Morgan Freeman als amerikanischer Präsident.