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:: Die Filmkritik


Batman & Robin


Filmkritik

von Susanne Picard

Ja, eigentlich hätte der Film richtig toll werden müssen. George Clooneys Stärke liegt weniger in Action, zugegeben, wenn er auch einen sehr ansehnlichen Bruce Wayne abgibt, und man könnte sogar mit Alicia Silverstone als Batgirl leben, besieht man sich die beiden wunderbar besetzten Bösewichte dieses Films: Arnold "Terminator" Schwarzenegger und Uma Thurman, die schon damals, vor “Kill Bill”, bewiesen hatte, wie gut sie die eiskalte und gewissenlose Schöne geben konnte.

Besser hätte das alles also nicht mehr werden können - wenn, ja wenn da nicht wieder dieselbe Krankheit gewesen wäre, unter der auch schon “Batman Forever” gelitten hatte: Ein schlichtes und ergreifendes Zuviel an Themen. Batman muss sich mit seiner Freundin auseinandersetzen, die sein Doppelleben zwar erahnt, aber nicht mit dieser Heimlichkeit leben will. Dann sind da Robin, an den er sich kaum gewöhnt hat und Batgirl Barbara. Und nicht zuletzt die bösen Pläne von Mr. Freeze und Poison Ivy, die abwechselnd die Stadt einfrieren oder der Natur ihr (Pflanzen-)recht wiedergeben oder Batman vernichten wollen - Pläne, die sich ständig selbst behindern und wieder neue Pläne erfordern. Dieses Zuviel scheint nicht nur den Zuschauer, sondern schon Drehbuchautor und Regisseur enorm verwirrt zu haben und so hilft die Handlung und die Inszenierung nicht wirklich über diese Schwäche hinweg. Darüberhinaus warten die Dialoge besonders in der deutschen Fassung mit derart hanebüchenen Sätzen auf, dass sich dem geplagten Zuschauer die Fußnägel aufrollen.

Die Kulisse selbst und scheinbar auch die Schauspieler haben dagegen nicht ganz so schlimm versagt wie Drehbuchschreiber und Regisseur. Zwar kann sich George Clooney selbst scheinbar nur mit Bruce Wayne und weniger mit Batman selbst identifizieren, weshalb ihm auch die Darstellung beim ersteren gelingt, er jedoch wie gesagt beim finsteren Actionhelden einigermaßen versagt. Da er sich dabei allerdings meist in Gesellschaft von Chris O'Donnell befindet, der leider - man muss es sagen, nicht spielt, sondern nur möglichst heftig seine schauderhaft schlechten Zeilen hervorstößt, fällt George Clooneys schlechtes Spiel nicht sonderlich auf. Auch Alicia Silverstone tut ihr Bestes, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, allerdings nervt sie dabei nur.

Blieben an Hauptdarstellern noch Uma Thurman und Arnold Schwarzenegger. Diese beiden lassen erkennen, was denn aus ihren Rollen auch in dieser Geschichte hätte werden können, wenn sie an einen besseren Regisseur geraten wären: Auch in all diesem Schrott an Handlung, Dialogen und Drehbuch ist Uma Thurman hinreißend verführerisch und macht Poison Ivy trotz all ihrer finsteren Pläne geradezu sympathisch. Es erscheint auch ohne den geheimnisvollen Glitzerstaub, den Poison Ivy versprüht, plausibel, dass Batman und Robin sich gegenseitig vor Eifersucht um sie an die Kehle gehen. Man hätte aslo gern mehr von Ivy gesehen und kann eigentlich nur hoffen, daß auch im neuen Batman-Universum nach “Batman Begins” noch einmal Platz für sie sein wird (hmmm, natürlich mit Uma Thurman, wem sonst). Gleiches gilt für Arnold Schwarzenegger, dessen Motive zu seinen finsteren Machenschaften ihn fast so zwiespältig erscheinen lassen wie Doc Ock in “Spider-Man 2”. Es war ein Unfall, der ihn so kalt hat werden lassen und die schwere Krankheit, die seine Frau befallen hat. Diesen verzweifelten Mann gibt Schwarzenegger in dieser durchgeknallten Comicverfilmung durchaus glaubwürdig.

Noch ein Wort zu den Kulissen: Durch einen etwas weniger hektischen Schnitt kann der Zuschauer - so er wegen der ultraschlechten Dialoge noch nicht abgeschaltet oder den Saal verlassen hat - durchaus einiges zu sehen. Es ist eine Freude zu sehen, was es alles an Eis und Kälte bei Mr. Freeze zu sehen gibt und auch die wachsenden Pflanzen, die Ivy auf dem Fuße folgen wie Hunde ihrem gelibten Herrchen, sind absolut sehenswert.
Aber leider reicht das nicht, um aus “Batman & Robin” einen guten Film zu machen. Er bleibt schlecht. Leider - aber immerhin hat er dazu geführt, dass den Produzenten klar war, das Franchise braucht mehr Liebe. Ergebnis: “Batman Begins”.