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Dark Prince: The True Story of Dracula


Hintergrund

von Dirk Wilkens-Hagenkötter

Dracula! Den Namen des berühmten Vampirs kennt jeder.
Aber die Figur ist keine Erfindung.
„Fürst der Finsternis“ oder „Dark Prince“ ist ein amerikanischer TV Film aus dem Jahre 2000, der das Leben des historischen Vorbildes von Bram Stokers Dracula erzählt.

Vlad wurde im Jahre 1431 in Schäßburg in Transylvanien geboren. Für seinen Vater Vlad II. war dies ein ganz besonderes Jahr, denn als Vasall des deutschen Kaisers wurde er auf dem Reichstag zu Nürnberg in den Orden des Drachen aufgenommen. Dieser christliche Orden hatte sich dem Kampf gegen die Osmanen verschrieben, die Konstantinopel bedrohten und schon große Teile Europas erobert hatten. Außerdem wurde er zum Woiwoden der Walachei erhoben, das war eine Art Herzog. Er nannte sich fortan Vlad II Dracul, um seine Mitgliedschaft im Drachenorden zu unterstreichen. Allerdings konnte er das Amt erst 1435 antreten, da die Walachei zum Herrschaftsgebiet der Osmanen gehörte und somit erst erobert werden musste.

Im Film werden 1446 die beiden Söhne, Vlad und sein jüngerer Bruder Radu von Osmanen gefangen genommen, da ihr Vater sich weigert den Tribut zu zahlen. Durch die beiden Geiseln will der osmanische Sultan den Woiaden zur Gefolgschaft zwingen. Aber ein Jahr später wird dieser von walachischen Adeligen ermordet. Nun folgen düstere Jahre der Gefangenschaft, in denen Vlad gefoltert wird und Radu sich den Gelüsten des Sultans hingeben muss.
1455 wird Vlad dann überraschend freigelassen. Er sinnt auf Rache an den Mördern seines Vaters und an den Osmanen.

Dies ist eine sehr vereinfachte Darstellung der wahren Begebenheiten.
Tatsächlich kamen die beiden Söhne schon 1441 als Geiseln an den osmanischen Hof. Ihr Vater fügte sich dem osmanischen Druck und zahlte regelmäßig Tribut. Da das den Ungarn nicht passte, wurde er 1447 entführt und auf Befehl des ungarischen Königs ermordet.
Die Osmanen versuchten nun, Vlad als neunen Woiwoden einzusetzen, aber die rumänischen Adeligen erkannten ihn nicht an.. Vlad wurde gestürzt und musste fliehen. Da aber der neue Woiwode Tribut an die Osmanen zahlte hatten diese an Vlad kein Interesse mehr und mischten sich nicht weiter in die walachischen Machtkämpfe ein. Vlad zog einige Jahre, ständig auf der Flucht, durch Europa.

1453 erobert Sultan Mehmed II. Konstantinopel und machte somit dem fast tausendjährigen byzantinischen Reich ein Ende. Jetzt sah Vlad die Gelegenheit gekommen, erneut den Thron der Walachei zu beanspruchen. Er ging zum ungarischen König, den Mann, der seinen Vater ermorden ließ, und gewann sein Vertrauen.

Der Film folgt ab jetzt wieder etwas enger den historischen Geschehnissen.

Mit Unterstützung des ungarischen Königs stellte er eine kleine Armee aus Söldnern auf. Er fiel in die Walachei ein und wurde als Vlad III. Draculea neuer Woiwode der Walachei. Draculea bedeutet „Sohn des Drachen“, was sich auf seinen Vater bezog. Auf rumänisch bedeutet es aber auch „Teufel“ und das schien viel mehr auf Vlad zuzutreffen. Auf grausamste Weise ließ er seine Feinde hinrichten. Oft ließ er sie pfälen, das heißt, an langen Stäben aufspießen. Es dauerte nicht lange, da erhilt er den Beinamen Vlad Tepes, Vlad der Pfäler.

Schließlich kam es 1460 zum offenen Krieg gegen die Osmanen. Mit 100.000 Mann griffen sie an, aber Vlad konnte den Gegner dank geschickter Taktik vertreiben.
1462 hatte er es dann mit einem inneren Feind zu tun. Dem ungarischen König wurden Briefe zugespielt, nach denen Vlad einen Separatfrieden mit den Osmanen sucht, sich mit diesen gar gegen Ungarn verbünden wolle. Daraufhin wird Vlad abgesetzt und eingekerkert. Sein Bruder wurde neuer Woiwode. Erst 1476 wurde Vlad frei gelassen, nachdem er zum katholischen Glauben konvertiert war und eine Verwandte des Königs geheiratet hatte. Er wurde zum dritten Mal zum Woiwoden der Walachei ernannt.

Die Umstände von Vlad Tepes Tod in der Silvesternacht zum Jahre 1477 sind nicht ganz klar. Manche Quellen sprechen davon, dass er bei einem osmanischen Angriff auf die Hauptstadt heldenhaft kämpfend starb, andere meinen, er sei durch eine Intrige hinterrücks ermordet worden. Der Film hält sich mehr an die Intrigenversion.
Vlads Kopf wurde in Honig konserviert und dem Sultan als Beweis für seinen Tod überreicht.